03.12.2008
Agrarwende
Weltagrarbericht: Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft nötig
München - agrarheute.com hat vergangenen Freitag eine Mitautorin des Weltagrarberichts, Dr. Anita Idel, interviewt.

Dr. Anita Idel. (Foto: Deininger)
Dr. Anita Idel ist Lead-Autorin im Weltagrarrat (International Assessment of Agricultural Science and Technology for Development IAASTD). Die ausgebildete Tierärztin ist zudem unter anderem als Wirtschaftsmediatorin in den Spannungsfeldern Ökonomie und Tierschutz, Landwirtschaft und Naturschutz sowie in der Wertschöpfungskette für tierische Produkte tätig. Gleichzeitig arbeitet sie als Projektmanagerin und Beraterin im Bereich nachhaltige Landwirtschaft, Ökologisierung der Tierzucht, Agrobiodiversität und Tierseuchenmanagement. Idel ist Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft Kritische Tiermedizin AGKT (1982) und des Gen-ethischen Netzwerks GeN (1986). An der Universität Kassel hält Idel seit 1986 als Lehrbeauftragte Vorlesungen zu den tiergesundheitlichen, ökologischen und sozioökonomischen Folgen der Agro-Gentechnik.
Im Weltagrarbericht wird ein Wandel in der landwirtschaftlichen Forschung, Entwicklung und Praxis gefordert. Um den Hunger zu besiegen sei nicht die Produktionssteigerung um jeden Preis, sondern die Verfügbarkeit von Lebensmitteln und ihrer Produktionsmittel vor Ort zu fokussieren. In diesem Zusammenhang müssten insbesondere Kleinbauern gefördert werden, um eine regionale und nationale Ernährungssouveränität gewährleisten zu können. Zudem wird gefordert, dass soziale und ökologische Leistungen anerkannt und gefördert werden. Auch die öffentliche Forschung soll sich verändern: Sie soll praxisnaher werden und die Fragen der Landwirte beantworten. Die Gentechnik wird aufgrund der durch die Patente entstehenden Abhängigkeiten kritisch betrachtet.
Hier können Sie den ersten Teil des Interviews mit Dr. Anita Idel sehen. Im Laufe des Tages wird der zweite Teil der dreiteiligen Serie mit Dr. Anita Idel auf agrarheute.com erscheinen. Bereits am Montag erschien ein Video über die Studentengruppe FRESH, die eine Konferenz zur Umsetzung des Weltagrarberichts veranstaltet haben. (ai/wikipedia)
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