Dienstag, 29.09.2015
Bio
| 12.12.2012
Naturland kündigt Bio-Geflügelbetrieb
Gräfelfing - Der Ökolandbauverband Naturland hat als Konsequenz einer "Eier-Recherche" der Tierrechtsorganisation Peta einem Legehennenbetrieb die Mitgliedschaft fristlos gekündigt.
Ein passendes Fütterungskonzept ist bei Legehennen bereits in der Aufzuchtphase wichtig.
© reises/fotolia.de
Die von Peta aufgezeigten Missstände des Naturland-Betriebes seien zutreffend, berichtete Naturland in einer Presseinformation. Darüber hinaus kündigte der Verband an, künftig seine größeren Legehennenbetriebe von einer anderen Kontrollstelle überprüfen zu lassen. Die gezeigten Bilder mit toten und kranken Tieren seien völlig inakzeptabel und zeigten, dass Naturland-Richtlinien wissentlich missachtet worden seien.
Die gezeigten Fälle würden den Ökolandbau und all die vielen Betriebe in Verruf bringen, die erfolgreich und gewissenhaft eine artgerechte ökologische Tierhaltung betrieben. Sie verhöhnten Biokunden, die dies mit ihrer Kaufentscheidung fördern wollten, so Naturland.
Für einen Öko-Tierhalter muss das Tierwohl im Vordergrund stehen
Für einen Ökotierhalter dürften Tierwohl und Tiergesundheit nicht hinter der Wirtschaftlichkeit seines Hofes zurücktreten. Der achtsame Umgang mit den Tieren müsse höchste Priorität haben, betonte der Verband. Zu dem betreffenden Hof hatte Peta berichtet, dass ihre Ermittler bei der Recherche auf unzählige tote, kranke und sterbende Tiere gestoßen seien. Der gesamte Betrieb sei von Vogelmilben befallen. Der Freilandauslauf, der für die Biohaltung vorgeschrieben sei, existiere zwar in der Anlage, sei aber augenscheinlich für einen Großteil der Tiere nicht erreichbar.
Naturkosthandel arbeitet bevorzugt mit bäuerlichen Öko-Erzeugern
Derweil stellte der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) in einer Pressemitteilung fest, dass Kunden im Naturkosthandel nicht betroffen seien, denn die drei von Peta kritisierten Betriebe belieferten den Naturkosthandel nicht. Die Eierlieferanten der Naturkostbranche seien selbständige bäuerliche Betriebe in der Region, bei denen eine überschaubare und begrenzte Herdengröße eine gute Betreuung der Tiere ermögliche. Nur verantwortungsbewusste Biohöfe hätten als Handelspartner Bestand, unterstrich der BNN.
BÖLW-Vorsitzender mahnt zu offenem Umgang mit der Kritik an Bio
Mit der Recherche von Peta ist die Biolandwirtschaft zum zweiten Mal binnen weniger Wochen negativ in die Schlagzeilen geraten. Im September hatte das ARD-Magazin "Fakt" Zustände in Biobetrieben angeprangert. Der Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, sah sich deshalb jetzt veranlasst, in einem Brief an die "Freunde des ökologischen Landbaus" zu einem offenem Umgang mit der Kritik an Bio aufzurufen.
AgE