An drei Standorten in Niedersachen, Uelzen, Oldenburg und Bockenem, konnten sich Landwirte über Neuigkeiten zum teilflächenspezifischen Pflanzenbau informierten. Eingeladen dazu hatten die Firma AgriCon in die LAND & Forst, um über die Entwicklung im modernen Pflanzenbau informiert.
Die Landtechnik befindet sich auch in einer Phase enormer Entwicklungsschübe bei Sensortechnologie, Maschinensteuerung und Datenmanagement. Foto: Leymann
Um einen
Pflanzenbau zu betreiben, in dem die Nährstoffe relativ genau auf die Fläche/an die Pflanze gelangen, ist die kleinräumige Betrachtung unerlässlich. Jeder
Landwirt weiß, dass seine Flächen nicht einheitlich sind. Um einen gleichmäßigen Bestand zu erhalten, müsste bei der
Düngung entsprechend mehr/weniger augebracht werden. Die Technik dafür ist vorhanden, in dem der Boden gescannt wird. Schließlich kommt die Bodeprobe nach einer intelligenten Rastereinteilung dazu, damit die Kleinräumigkeit der Nährstoffunterschiede (auch auf leichten Böden) dargestellt werden kann. Mit der richtigen Düngeplanung werden Streukarten erstellt, die Bodenunterschiede, Ertragsziele und organische Düngemittel berücksichtigen.
Mit dem N-Sensor kann dann jeder Teilfläche das eigene Düngungsoptimum gegeben werden. Über- und Unterdüngung gehören der Vergangenheit an. Seine Möglichkeiten sind nicht nur bei Getreide- und Rapsdüngung vorhanden, sondern auch beim Einsatz von Wachstumsreglern. Um das gesamte System des teilflächenspezifischen Pflanzenbaus auch am Laufen zu halten, muss ein GPS-gestütztes Lenksystem auf dem Betrieb vorhanden sein. Das System der Wahl, um alle Arbeiten (auch Aussaat/Sonderkulturen), Arbeitsbreiten und auch eine entsprechende Wiederholbarkeit zu gewährleisten, ist RTK. Mit ihm ist eine gesicherte Wiederholbarkeit der Arbeiten und eine Spur zu Spur-Abweichung von maximal 2,5 cm erreichbar. Um immer an die entsprechenden Korrekturdaten aus dem All zu kommen werden entweder feste oder mobile RTK-Stationen eingesetzt. Als
Landwirt gilt es sich darüber Gedanken zu machen, welche Möglichkeiten der RTK-Korrekturen für den Betrieb am günstigsten sind.
Natürlich sind das alles erstmal Kosten, die zu Buche schlagen. Doch zählt man alle Vorteile zusammen und schaut in die Zukunft, dann kommt man an diesem Thema nicht vorbei. „Das Auge des Herrn“ kann auch ruhig weiter den Acker beobachten und einschätzen, aber vielleicht geht es mit dem einen oder anderen Satelliten noch etwas genauer und effizienter.
Es ist eine interessante Variante
Dr. Dietrich Lampe, Kali-Beratung, K+S Kali GmbH. Foto: Leymann
Es ist wichtig in der Düngeberatung, auch bei der Applikationstechnik, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Bei der Grunddüngung kommt besonders auf Standorten mit heterogenen Bodenverhältnissen eine teilflächenspezifische Grunddüngung zum Einsatz. Dieses Verfahren steht und fällt mit der Qualität der Bodenbeprobung, engmaschige Raster schlagen leider gleich kostenmäßig zu Buche. Andererseits erscheint einem Bodenkundler ein Probenraster von 1 ha und mehr zur Ermittlung eines Nährstoffkatasters als recht grob.
In Verbindung mit ganzflächiger Bestimmung von zusätzlichen Parametern durch einen Bodenscanner und vielleicht dem Erntekataster, ergibt sich eine Datengrundlage, die tragen kann. Wenn diese Technik bisher in Großbetrieben Anwendung findet, liegt das natürlich an den geringeren Kosten pro Hektar und an der häufig größeren Heterogenität der Flächen.
Viele Landwirte haben sich bisher noch nicht für eine teilflächenspezifische Pflanzenproduktion entschieden, weil die Anwendungsmöglichkeiten immer noch auch verschiedene Steuerungsterminals benötigen und der lange angekündigte universelle „Iso-Bus“ auf sich warten lässt.
Die Kosten minimieren
Klaus Münchhoff, Gesellschafter Münchhoff Rimpau Agrardienst GmbH & Co. KG. Foto: Leymann
Wir arbeiten seit zehn Jahren mit dem N-Sensor. Im ersten Jahr im Probebetrieb, im zweiten Jahr haben wir investiert. Warum wir ihn einsetzen? Wir kommen ganz klar zur Kostenminimierung durch N-Dünger Einsparung und können gezielter den
Dünger auf die Flächen ausbringen. Dadurch haben wir gleichmäßigere Bestände und der Mähdrusch hat sich verbessert. Zusätzlich haben wir weniger Schwankungsbreite bei den Weizenproteinen. Unser Fazit über N-Sensor lautet deshalb: Praxistauglich, leicht zu bedienen, besser Strohverteilung durch gleichmäßigere Bestände und weniger Arbeitsaufwand durch N-Monitoring. Der Sensor leistet auch gute Arbeit bei der Ausbringung von Wachstumsregulatoren. Wir konnten so erhebliche Mehrerträge erzielen. Die Bestände gehen weniger ins Lager. Durch die genaue Kenntniss über unseren Boden, nutzen wir die Vorteile des Sensors auch in der P- und K-Düngung und bei der Kalkung. Wir haben so in der Grunddüngung festgestellt, dass weniger oftmals mehr ist.
Am Fortschritt aktiv teilnehmen
Sven Borchert, Lwd. Betriebsgemeinschaft Groß Germersleben GbR. Foto: Leymann
Seit über acht Jahren setzen wir den N-Sensor erfolgreich ein. Unsere Argumente für Precision Farming: Durch die Ertragskartierung bei Getreide haben wir z. B. beim Winterweizen Ertragsschwankungen von 55 bis 110 dt/ha festgestellt. Wir konnten auch bei uns in der Börde die Heterogenität der einzelnen Flächen nachweisen (65 bis 100 BP). Durch eine Bodenbeprobung im Raster von durchschnittlich fünf Hektar (von ein bis zehn Hektar) wurden die unterschiedlichen Entzüge bei Stickstoff, Phosphor, Kali und Kalk deutlich. Weiterhin bringen wir jährlich rund 10.000 m³ Gülle, seit vergangenem Jahr sind es 30.000 m³ Gülle und Gärreststoffe, aus. Durch Precision Farming konnten wir das Entstehen von Lagergetreide erheblich minimieren. Ein weiteres Argument dafür ist, dass 80 % unserer Betriebsfläche im Programm freiwillige Gewässerschutzleistungen liegen und wir uns seit Anfang 2010 so 68 Euro/ha sichern. Auch im Kartoffelbau haben wir mit dieser Möglichkeit der Bewirtschaftung positive Effekte erzielt.
Was für Wasserschutzgebiete
Ludwig Wreesmann aus Altenoythe. Foto: Leymann
Das Thema „Boden“ beschäftigt mich über lange Jahre. Dieses Zusammenspiel zwischen angepasster
Düngung und unterschiedlicher Bodengüte brennt mir unter den Nägeln und ich versuche immer wieder zu optimieren. Der Grundstein wird mit einer ordentlichen Bodenbeprobung gelegt und da gibt es auf unserem Betrieb noch handlungsbedarf. Die GPS-Beprobung liefert sicher gute Ergebnisse und ich kann diese flächenbezogene Beganglinie Jahre später noch nachvollziehen. Das ist auch was für meinen Betrieb, das interessiert mich. Ich setze seit einem Jahr ein Lenksystem (Egnos) ein und würde es nicht wieder nehmen. Für mich kommt eigentlich nur die RTK-Variante in Frage. Zumal für mich wichtig ist, dass angelegte Fahrspuren wiederholbar sind und jedes Jahr an der gleichen Stelle liegen (Controlled-Traffic). Wir setzen viel Gülle ein und nutzen das Verfahren der konservierenden Bodenbearbeitung. Ich weiß, wo ich fahren kann und bin auf diese Fahrgassen angewiesen, um nicht einzusacken. Vielleicht kann der N-Sensor auch eine Möglichkeit sein, damit wir in Wassserschutzgebieten ein zuverlässiges Arbeits-/Nachweisgerät für die
Düngung haben.
Schon Erfahrungen
Patrick Heinze, Betrieb Kaiser in Suhlendorf/Grabau. Foto: Leymann
Für mich waren die Infos über die Funktions- und Arbeitsweise des N-Sensors und das Parallelfahrsystem am interessantesten. Ich konnte bereits vier Jahre auf einem Betrieb Erkenntnisse mit dem Sensor sammeln und wollte mich mit dieser Veranstaltung auf den aktuellen Stand bringen. Aus persönlicher Erfahrung habe ich während der Ernte auf dem Mähdrescher festgestellt, dass die Getreidebestände homogener geworden sind, sich also besser dreschen lassen und man mit dem System einiges an
Dünger einsparen kann. Die Flächen sind so oft unterschiedlich in ihrer Bodenstruktur, da macht eine teilflächenspezifische
Düngung schon Sinn. Die Anschaffung eines N-Sensors könnte unter Umständen in einer Rodegemeinschaft eingeführt werden, wenn genügend Fläche zur Verfügung steht. Der Einsatz von Wachstumsreglern findet aber auf unseren leichten Böden kaum statt. Auf dem Betrieb Kaiser setzen wir beim Spritzen schon auf ein Lenksystem und sind mit der Arbeitsweise zufrieden. Es entstehen weniger Überlappungen, heißt wir sparen Mittel ein. Auf jeden Fall denken wir über den Einsatz dieser Technik weiter nach.
Ein Video zum Thema können Sie sich hier herunterladen.