Politik und Wirtschaft
02.10.2009
Der Aufreger der Woche

Man spricht deutsch

Berlin - Wenig Schlaf, fremde Sprachen und dann noch Mutti! Guido Westerwelle hatte keine leichte Woche. Der Weg in die Regierung wird jedenfalls aufregender als gedacht.

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Zugegeben, Guido Westerwelle hatte keine leichte Woche. Zuerst bekommt er, nach eigenen Aussagen, in der Nacht vom Sonntag auf den Montag viel zu wenig Schlaf. Dann versucht ihn so ein BBC-Reporter bei einer Pressekonferenz Anfang der Woche zu einer Antwort auf Englisch zu zwingen. Und das Mitten im preußischen Berlin. Selbstredend weigerte sich der künftige Außenminister in einer fremden Sprache zu antworten. Und weil er gerade so im Brass war, weigerte er sich dann auch noch die Frage auf Deutsch zu beantworten. Schluss mit den Fragespielchen, dachte der Guido wohl, ich habe einen dicken Kopf!

International geländegängig?

Die Aufregung im Pressewald zwischen Kansas City und Wladiwostok hätte man sich eigentlich denken können. Die Kollegen fragten sich entsetzt: International geländegängig? Fehlanzeige! Und Spiegel Online führte den Leser zu einem älteren Video, das Westerwelle beim Parlieren in bestem Bahn-Englisch („Sänk ju for träwälling…“) zeigte. Kann der eigentlich nur Deutsch, fragte man sich erschreckt? Aber nicht doch! Westerwelle dementierte. Und wir recherchierten: Die wenigsten deutschen Politiker sind einer Fremdsprache wirklich fließend mächtig. Hat das in den letzten 60 Jahren geschadet? Nicht wirklich. Na also.

Große Koalition mit neuem Personal?

Doch die Woche war für Westerwelle damit noch nicht zu Ende: Denn Tags drauf nervte Mutti, respektive seine künftige Chefin, mit der immer gleichen Erklärung, dass man politisch eigentlich gar nicht viel ändern wolle. Und schon gar nicht die Dinge, gegen die die FDP am liebsten und sehr ausdauernd Sturm läuft. Der Kündigungsschutz bleibt, Mindestlöhne bleiben, Pendlerpauschale und Gesundheitsfonds bleiben auch. Basta! Sogar in der CDU fragte sich der eine oder andere, ob Merkel die große Koalition einfach nur mit anderem Personal weiterführen wolle.

Minister der leeren Kasssen?

Dann die ungefragten Ratschläge: Etliche Medien rieten Westerwelle als Minister doch das Finanzressort zu übernehmen. Da habe er den größten Gestaltungsspielraum für seine Steuerpläne, theoretisch jedenfalls. Aber auch leere Kassen – was ersteres sofort wieder aufhebt. Blöde Tipps, mag er sich gedacht haben, und alles Gründe, wirklich etwas unausgeglichen durch die Woche zu gehen. Wenn nicht heute erste Signale gekommen wären, doch über den Gesundheitsfonds zu sprechen. Wenn auch ohne konkreten Zeitplan. Wenigstens das Wochenende ist gerettet.

 


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