Freitag, 25.05.2012
Precision Farming in der Praxis
Hannover - Über den praktischen Einsatz von Precision Farming und automatischen Lenksystemen berichteten zwei Landwirte auf der Agritechnica.
Bioland-Landwirt David Westphal und DLG-Landwirt Klaus Münchhoff berichteten über ihre Erfahrungen mit Precision Farming.
© bem
"Precision Farming und automatische Lenksysteme – Einsatzmöglichkeiten im Öko-Landbau" – zu diesem Thema referierten DLG-Landwirt Klaus Münchhoff und Bio-Landwirt David Westphal am Freitag beim Forum 2, das sich mit Themen zu Technik und Management beschäftigt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Naturland, finanzielle Unterstützung gab es vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).
Teilflächenspezifische Grunddüngung
Klaus Münchhoff,
Landwirt aus dem Ostharz, arbeitet auf seinem Betrieb bereits seit über zehn Jahren mit Precision Farming. Wegen der starken Heterogenität seiner Flächen, die sowohl durch den Harz, als auch durch die Börde beeinflusst werden, entschied sich der Unternehmer, die Böden genauer zu analysieren. Durch den Einsatz eines Bodenscanners und der anschließenden Bodenuntersuchungen wurden die Flächen in unterschiedliche Bodenscannerklassen eingeteilt. Die Ergebnisse aus der Beprobung wurden dann aufgrund der verschiedenen pH-Werte bei der GPS-gestützten Kalkdüngung umgesetzt. Nach dieser teilflächenspezifischen Grunddüngung ergab die zweite Beprobung bereits ein einheitlicheres Bild der Nährstoffversorgung der Böden. Durch verschiedene Analyseverfahren wurden von den bewirtschafteten Flächen mittlerweile sogenannte Hofbodenkarten erstellt, die eine gezielte Bewirtschaftung der Teilflächen ermöglichen.
Austausch mit erfahrenen Landwirten ist wichtig
Klaus Münchhoff investiert auf seinem Betrieb viel in die teilflächenspezifische Bewirtschaftung, um die Feldfrüchte optimal zu versorgen und möglichst ökonomisch zu wirtschaften.
Die Vorraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz der Technik sind hoch und reichen von der geeigneten Software über eine Schlaginventur bis hin zur Düngeempfehlung. "Jeder sollte sich unbedingt vor dem Einstieg in Teilfläche mit erfahrenen Landwirten unterhalten", rät Münchhoff seinen Kollegen. Außerdem weißt er auf die Gefahr der Dienstleister hin: "Man sollte die Beprobung nicht blind irgendwelchen Dienstleistern überlassen, sondern auch auf die eigenen Erfahrungen vertrauen."
Automatisches Lenken im Gemüsebau
Über den Einsatz von Precision Farming im Öko-Landbau informierte im
Anschluss daran Bioland-Landwirt David Westphal aus Schleswig-Holstein. "Wir sind über den Gemüsebau zu Precision Farming" gekommen“, erklärt
Westphal im Forum. Die Ausgangskultur war die Möhre, die auf dem
Gemüsebaubetrieb in Dämmen angebaut wird. 2007 hat er angefangen, seine
Beete mit einer automatischen, GPS-gestützten Lenkung zu fräsen. Damit
können die Dämme sehr gerade und präzise angelegt werden. "Mit der
Einführung des Systems haben sich verschiedene Möglichkeiten ergeben,
Arbeit anders zu organisieren."
Weitere positive Effekte der Automatisierung sind
laut Westphal, dass seitdem Arbeitsgänge aufgeteilt werden können, was
zu mehr Schlagkraft auf dem Betrieb führt. Außerdem ermöglicht das
automatische Lenken Beet an Beet zu fahren. Zusätzlich ist der Komfort
für Fahrer gewaltig gestiegen: "Man muss sich nicht mehr um die
Feinarbeit kümmern, sondern kann sich mit den Geräten beschäftigen",
erklärt er.
Grundsätzlich zeigten sich beide Landwirte überzeugt von der Einführung
der neuen Technik auf ihren bewirtschafteten Flächen.
Weitere Informationen zu den vorgestellten Betrieben finden Sie hier:
Smart Farming: Datenmanagement, heiß diskutiert
bem
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