Freitag, 25.05.2012
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Unruhen und Krisen: Wie wirken sie sich auf Getreidemärkte aus?
Die Unruhen in Libyen und das Erdbeben in Japan gehen nicht spurlos an den weltweiten Getreidemärkten vorbei. Gab es solche Extremsituation schon immer oder nehmen sie zu? Wir fragen drei Landwirte.
© Norbert Anspach/aboutpixel
Weltweite Nachfrage und Verbrauch, immer mehr Flächen zur Energieproduktion
Gerhard Rott, 38154 Königslutter-Scheppau
Niedersachsen
"Die Globalisierung bringt es mit sich, dass wir häufiger Extreme haben werden. 2007 hatten wir eine schlechte Ernte. Die Wetterbedingungen brachten eine weltweite Trockenheit mit sich. Die
Getreidepreise sind hochgeschnellt auf bis zu 250 Euro pro Tonne. Dies hat sich bis 2008 ausgewirkt. 2009 hatten wir dagegen eine gute Ernte. Die Preise pendelten sich bei 120 Euro pro Tonne ein. 2010 gab es eine extreme Trockenheit, die sich über Europa, die ganze Schwarzmeerregion einschließlich Russland erstreckte, während in Australien Überschwemmungen waren. So gab es ab Sommer 2010 wieder steigende Preise. Diese Schwankungen werden wir weiter haben. Die Produkte werden über große Distanzen gehandelt. Hinzu kommt, dass immer mehr Verbraucher mit höherem Lebensstandard wie in China oder Russland dazukommen, unsere Produkte werden also vermehrt nachgefragt. Damit wird auch mehr Fleisch gegessen, das zur Erzeugung wiederum mehr Getreide braucht. Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen, braucht es drei Kilogramm Getreide. Das Getreide kann aber nur einmal verbraucht werden. In Brasilien, den USA und in Europa werden inzwischen große Teile der Fläche zur Energieproduktion mit Zuckerrohr, Mais und Getreide verwendet, die dann der Nahrungsmittelproduktion ebenfalls nicht mehr zur Verfügung steht."
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Auswirkungen im freien Markt heftiger
Henning Buhr, Wardböhmen, 29303 Bergen
Niedersachsen
"Ich denke, solche Katastrophen hat es schon immer gegeben. Aber wir
haben ja die Intervention gehabt und so haben sich diese
Extremsituationen für uns Landwirte nicht so deutlich ausgewirkt. Mein
Vater wusste damals schon vor der Ernte, welchen Preis er für das
Getreide bekommt. Heute ist dieser Außenschutz weg und wir sind
sozusagen Spielball der Märkte. Dies ist gewollt und normal aber die
Schwankungen sind größer, als das wohl von Politik und Wirtschaft
erwartet wurde. Beispielsweise haben die Hedgefonds mehr Einfluss, als
wir uns das gedacht haben."
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Häufigkeiten von Extremsituationen nehmen zu
Stefan Wohlfrom, 86756 Reimlingen Bayern
"Die Extremsituationen nehmen meiner Meinung nach immer mehr zu, vor allem die Abstände dieser Ereignisse. Klar hat man als Erzeuger ein ungutes Gefühl, weil man nie sagen kann, ob sich das auf einen selber auch auswirkt. Mit den Marktschwankungen muss man leben, sie sind nur nicht nachvollziehbar (aktuelles Beispiel Sommergerste und Weizen."
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Unruhen und Krisen: Wie wirken sie sich auf Getreidemärkte aus?
Angelika Sontheimer
Freie Agrarjournalistin
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