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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Wirtschaft » bay agrarbericht 2010 » bay Agrarbericht S.5 ]
Freitag, 25.05.2012
bay agrarbericht 2010 | 19.10.2010

Produktion im pflanzlichen und tierischen Bereich

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Landnutzung

Die land- und forstwirtschaftliche Nutzung prägen mit einem Anteil von 85 % an der Gesamtfläche das Bild der bayerischen Kulturlandschaft ganz entscheidend. Kleinräumig ergeben sich durch eine geänderte Flächennutzung erhebliche Auswirkungen auf das Landschaftsbild. In diesem Zusammenhang ist auch die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wird in Bayern auf ca. 2 000 ha (Stand: Ende 2009) ehemals landwirtschaftlich genutzter Fläche Strom durch Photovoltaik erzeugt.

Die Umwandlung von landwirtschaftlich genutzter Fläche zu Siedlungs-, Verkehrs- oder Wasserflächen verändert nicht nur das äußere Gesicht, sie führt auch zu Änderungen von kleinklimatischen Verhältnissen der Tier- und Pflanzenwelt oder der Wasserverhältnisse. Für die landwirtschaftliche Nutzung stand im Jahr 2008 knapp 1 % (30 800 ha) weniger Fläche zur Verfügung als noch 2004. Im selben Zeitraum hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Bayern um 3,3 % zugenommen. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche beinhaltet Gebäude-, Verkehrs-, Frei- (z. B. Höfe, Stellplätze, Zufahrten) und Betriebsflächen sowie Erholungsflächen (innerhalb geschlossener Siedlungen; z. B. Sportanlagen, Grünanlagen). Am stärksten zugenommen haben die Erholungsflächen mit über 12 %.

Landwirtschaftliche Flächennutzung

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) betrug 2009 in Bayern rd. 3,22 Mio. ha. Ihr Anteil an der Landesfläche ist seit 1970 von 53,2 % auf 45,6 % gesunken. 65,1 % der bayerischen LF in Bayern wird ackerbaulich genutzt; 34,5 % ist sogenanntes Dauergrünland. 1970 betrugen die vergleichbaren Werte 41,8 % für Dauergrünland und 56,1 % für Ackerland. Der Rückgang des Dauergrünlandanteils verändert nicht nur das Landschaftsbild, sondern hat auch Auswirkungen auf den Natur- und Artenschutz sowie auf den Gewässerschutz und das Erosionsverhalten.

Regional weichen die Acker- und Grünlandanteile erheblich von den Durchschnittswerten ab. So wird die LF im Süden von Schwaben und Oberbayern nahezu zu 100 % als Dauergrünland genutzt, während in Nordbayern aufgrund der deutlich geringeren Niederschläge Regionen vorzufinden sind, wo fast ausschließlich eine ackerbauliche Nutzung stattfindet. 

Tiergesundheit

Tiergesundheit bedeutet nicht allein die Freiheit von Krankheiten, sie ist auch ein Eckpfeiler für die Lebensmittelsicherheit, die öffentliche Gesundheit und den Verbraucherschutz. Die aktuelle bayerische Tiergesundheitspolitik findet ihre Parallele in der Politik der EU-Kommission. Mit verschiedenen Qualitätssicherungssystemen versucht die Wirtschaft, ein Anreizsystem für eine kontinuierliche Verbesserung der Tiergesundheit zu schaffen. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) unterstützt mit dem Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm „Geprüfte Qualität – Bayern“ diesen Weg.

Förderung der Tierzucht

Durch staatliche Maßnahmen soll die Leistungsfähigkeit der heimischen Tiere unter Berücksichtigung der genetischen Vielfalt gestärkt sowie die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der tierischen Erzeugung verbessert werden. Für die Förderung von Züchtervereinigungen und von Zuchtmaßnahmen wurden in den Jahren 2008/2009 insgesamt 1.402.000 € Fördermittel ausgegeben. Darüber hinaus wird aus züchterischen und landeskulturellen Gründen der Erhalt gefährdeter einheimischer landwirtschaftlicher Nutztierrassen gefördert. Für diese Maßnahmen wurden in den Jahren 2008 und 2009 591.965 € Fördermittel zur Verfügung gestellt. Zudem besteht seit 1995 als Genreserve eine Spermabank zur Erhaltung wertvollen Erbgutes. (gz)

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