Freitag, 25.05.2012
Weltweit mehr Weizen
Der Internationale Getreiderat (IGC) prognostiziert mittelfristig eine Zunahme der weltweiten Weizenanbauflächen. Vor allem die guten Preise beeinflußen die Entscheidungen der Landwirte zum Flächenausbau.
In den letzten Wochen des alten Jahres haben die Berichte über die Trockenheit in Argentinien und im Süden Brasiliens zu einem kräftigen Anstieg der globalen Mais-, Soja- und auch Weizenpreise geführt.
© Mühlhausen/landpixel
Die weltweite Anbaufläche von Weizen für die neue Ernte 2012/13 könnte um rund 4 Mio. ha bzw. knapp 2 % auf 225 Mio. ha anwachsen. Zu dieser Einschätzung kommt der Internationale Getreiderat (IGC) Mitte Dezember in einer Prognose zur mittelfristigen Entwicklung der Getreidemärkte. Dabei wird die Anbauentscheidung der Landwirte natürlich durch die relativ attraktiven Weizenpreise beeinflusst. Anderseits bestehen mit Mais und Soja (im Hinblick auf die Preiserwartungen) durchaus interessante Alternativen. Damit sind die auf den vorläufigen Flächenschätzungen basierenden Produktionsprognosen jedoch noch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Dies bestätigen nicht nur die möglichen trockenheitsbedingten Ausfälle bei Winterweizen in Ukraine sondern auch die befürchteten Trockenschäden in Südamerika und in Südeuropa. Vor diesem Hintergrund erwartet der IGC für das nächste Jahr nur einen moderaten Anstieg der globalen Weizenproduktion um 1 Mio. t auf 685 Mio. t. Der Handel soll nach dieser Schätzung im nächsten Jahre sogar um fast 5 Mio. t auf 127 Mio. t zurückgehen, während die Bestände mit 203 Mio. t nahezu stabil bleiben könnten. Insgesamt wäre die globale Produktionsbilanz bei Weizen nahezu ausgeglichen.
EU: Weniger Weizeneinsatz in der Fütterung
Produktions- und Exportwachstum in der EU Für die Europäische Union hat die EU-Kommission Ende Dezember ebenfalls eine Prognose zur mittelfristigen Marktentwicklung vorgelegt. Darin wird die Anbaufläche für Weichweizen für die Ente 2012 auf 23,4 Mio. ha und damit 0,3 Mio. ha größer eingeschätzt als 2011. Die Produktionsmenge erwartet die Kommission bei 130,2 Mio.t und damit rund 2,8 Mio. t größer als 2011/12. Bei der Verwendung der Ernte könnte es indessen einige Verschiebungen geben. So rechnet die EU-Kommission mit einem Rückgang der Weizeneinsatzes in der Fütterung um 0,6 Mio. t auf 52,5 Mio. t. Dafür soll die Verwendung in der Bioenergieproduktion um 0,8 Mio. auf 5,6 Mio. t ansteigen. Auch beim Drittlands-Export unterstellt die Prognose einen Zuwachs um fast 2 Mio. t auf 16,2 Mio. t. Im laufenden Wirtschaftsjahr (bis 20.12.) exportierten die EU-Länder bislang 7,1 Mio. t Weizen und damit ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor.
Video: Zunahme des weltweiten Weizenanbaus für 2012/13 erwartet
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tg/oz
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