Schweizer Butterexporte sorgen bei deutschen Landwirten für rote Köpfe. Diese würden zu Druck auf die Erzeugerpreise führen. Gemeinsam mit Schweizer Landwirten machten sie ihrem Unmut auf der Straße Luft.
Milcherzeuger von BIG-M, BDM und AbL demonstrierten gestern an der schweizer Grenze.
© EMB
Gefordert werden ein Ende der Überschuss-Produktion und eine Mengensteuerung in Produzentenhand. "In der EU und Deutschland wird der Schweizer-Butter nicht gebraucht", stand auf einem Plakat geschrieben. Und auf einem anderen Transparent: "Kein Butterexport-Dumping". Landwirte schoben Schubkarren voller Butter über die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Organisiert hatte die Protestkundgebung, die an der Zollstation Riehen-Lörrach stattfand, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (
BDM) und das European Milkboard (EMB) in Zusammenarbeit mit den Schweizer Organisationen Uniterre und Big-M.
Hintergrund der Aktion: Die Schweizer Milchbranche exportiert derzeit
tausende Tonnen überschüssiger Butter, um die vollen Lager abzubauen.
Aufgrund des hohen Schweizer Preisniveaus ist eine Ausfuhr indes nur
möglich, wenn die Butter künstlich verbilligt wird. Dies geschieht mit
Hilfe eines Fonds, der mit Abgaben der Bauern gespeist wird, die sie
auf jeden Liter Milch zahlen müssen.
An der Schweizer Exportpraxis haben
die Deutschen Bauern wenig Freude. Sie befürchten Verzerrungen auf den
Märkten und weiteren Druck auf die Erzeugerpreise.
Ulrike Minkner, Vizepräsidentin von Uniterre, betonte, dass unter den
Butterbergen auch die Schweizer Bauern zu leiden haben. So würden diese
zu tieferen Milchpreisen führen, wovon einzig die Verarbeiter
profitieren würden.
Forderung: Milchmenge an Nachfrage anpassen
Die Bauern fordern deshalb ein Ende der Überschuss-Produktion, die
gegenwärtig über 200 Millionen Liter Milch betrage. Die Milchmenge müsse
künftig der Nachfrage angepasst werden. Erreichen will man dies mit
einem Mengenregulierungssystem in Erzeugerhand. Die Segmentierung in A-,
B- und C-Milch soll aufgegeben werden. Diese sei ein Mittel der
Verarbeiter, um die Preise zu drücken
Da die
Milchquote innerhalb der EU bis 2015 abgeschafft wird, gilt die Schweiz - die ihre Milch-Kontingente bereits 2009 augegeben hat - als Beispiel, wie sich der Markt entwickeln kann.
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