Freitag, 25.05.2012
Q-Cells: Gläubiger pocht auf Auszahlung
Bitterfeld-Wolfen - Q-Cells hat mit seinen Gläubigern zu kämpfen: Ein Anleihenbesitzer erklärte die Vergleichsverhandlungen für gescheitert und pocht auf die Rückzahlung seines Geldes.
Haben wenig zu lachen: Die Altaktionäre von Q-Cells. Deren Papiere haben seit 2007 mehr als 99 Prozent ihres Wertes verloren.
© Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de
Dabei gehe es um knapp eine Million Euro.
Q-Cells erklärte, man sehe sich von der eingereichten Klage nicht
bedroht. "Wir verfolgen unseren eingeschlagenen Weg weiter", sagte
Sprecherin Ina von Spies. Im Februar wird eine Anleihe von rund 200
Millionen Euro fällig, wenn es keine Einigung gibt.
Unklar ist bislang, wie viele der Gläubiger den geplanten Weg zur
Neuaufstellung von Q-Cells stützen. Das Unternehmen betonte, man habe
sich mit der allergrößten Mehrheit der Gläubiger geeinigt. Anwalt
Dreier erklärte hingegen, er habe auch noch weitere Mandanten, die
den Kurs nicht akzeptierten. "Wir fordern von Q-Cells die
vollständige Rückzahlung der im Februar fälligen Anleihe für all
diejenigen Anleihegläubiger, die nicht individuell mittels
Einzelvereinbarungen auf Ansprüche verzichtet haben", hieß es in
einer Mitteilung.
Neustart Ende Februar?
Q-Cells hatte Anfang Februar mitgeteilt, man wolle mit einer neuen
Eigentümerstruktur den Neustart wagen. Künftig soll den Gläubigern 95
Prozent des Unternehmens gehören, der Rest von fünf Prozent würde sich
dann auf die bisherigen Aktionäre verteilen. Die Altaktionäre, deren
Papiere seit 2007 mehr als 99 Prozent ihres Wertes verloren hatten,
würden damit weitgehend aus der Gesellschaft herausgedrängt. Q-Cells
kündigte an, für den 27. Februar zu einer Gläubigerversammlung nach
Frankfurt/Main zu laden. Dort solle die Mehrheit den Weg für den
Neustart frei machen. Die Q-Cells-Aktie büßte am Donnerstagmittag
kurzzeitig deutlich mehr als zehn Prozent ein, baute den Verlust dann
aber auf rund drei Prozent ab.
dpa
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