Donnerstag, 23.05.2013
Europäische Union: Schwache Rapsernte erwartet
Die EU-Rapsernte wird 2012 wohl nur geringfügig größer ausfallen als 2011. Der Verband der europäischen Getreidehändler Coceral schätzt die Gesamternte auf 19,1 Millionen Tonnen.
Der Raps konnte an der Matif bei den neuerntigen Terminen fester tendieren.
© Jonathan Willmann/aboutpixel.de
Im Vergleich zu schwachen Vorjahresernte von 19,0 Millionen Tonnen (Mio. t) ist dies lediglich ein Zuwachs von einem Prozent und deckt bei weitem nicht den Bedarf von zuletzt rund 22,3 Mio. t. Damit bleibt die Versorgungslage bei der wichtigsten europäischen Ölfrucht angespannt.
Deutsche Ernte ein Viertel größer
Mit einem deutlichen Produktionszuwachs rechnet Coceral lediglich in
Deutschland. Hier ist die Anbaufläche wegen des späten Aussaattermins
letzten Herbst mit 1,3 Mio. Hektar (ha) zwar zwei Prozent (%) kleiner
als im Vorjahr, bei den Erträgen rechnet man jedoch mit einem Zuwachs
von gut einem Viertel auf 37,2 Dezitonnen/Hektar. Im letzten Jahr hatte
das trockene Frühjahr die Erträge dramatisch nach unten gedrückt. Für
dieses Jahr erwarten die Coceral-Experten hingegen eine Erntemenge von
4,86 Mio. t. Das wären rund 1 Mio. t bzw. 25 % mehr als im letzten
Jahr. Damit liegt die Coceral-Prognose geringfügig höher als die erste
Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes mit 4,8 Mio. t.
Frankreich mit stabiler Produktion
Europäische Union: Schwache Rapsernte erwartet
Für Frankreich, den größten Rapsproduzenten der EU, rechnet man für
2012 mit einer etwa gleich großen Ernte wie 2011. Auf einer Anbaufläche
von 1,58 Mio. ha wird eine Gesamtproduktion von 5,36 Mio. t erwartet.
Dies ist in etwa so viel wie im letzten Jahr. Einen Produktionsrückgang
von etwa sechs Prozent auf 2,6 Mio. t erwartet man trotz
Flächenausweitung für das Vereinigte Königreich. Ursache sind hier die
unter den sehr guten Vorjahreswerten liegenden Erträge. Einen
Produktionszuwachs von rund neun Prozent auf 2,08 Mio. t sehen die
Coceral-Experten für Polen. Bei unseren östlichen Nachbarn hatte im
letzten Jahr die Frühjahrstrockenheit ebenfalls für eine deutlich
kleinere Ernte gesorgt. Dagegen rechnet man für Tschechien wegen der
etwas kleineren Anbaufläche mit einem Produktionsrückgang von etwa 4 %
auf 1,03 Mio. t.
Produktionseinbruch in Rumänien und Ungarn
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Einen starken Produktionseinbruch erwartet Coceral für Rumänien. Dort
soll die Erzeugung um mehr als zwei Drittel auf nur 0,2 Mio. t
schrumpfen, weil die Anbaufläche entsprechend eingeschränkt wurde.
Verantwortlich hierfür sind neben dem sehr trockenen Herbst 2011 auch
die Expansion des Mais- und Weizenanbaus. Auch in Ungarn schrumpft die
Produktion wegen der Anbaureduzierung um rund 40 % auf 0,3 Mio. t und
in Bulgarien geht die Rapsproduktion um 12 % auf 0,44 Mio. t zurück.
Unter den westeuropäischen Produzenten hat Dänemark den Anbau um 30 %
reduziert und wird deshalb mit 0,38 Mio. t wohl ein Viertel weniger
Raps ernten als im letzten Jahr. Bei unseren nördlichen Nachbarn wird
auf der bisherigen Rapsfläche vor allem Sommergerste angebaut.
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