Samstag, 26.05.2012
Thailändische Flutkatastrophe treibt Reispreise in die Höhe
München - Die Flutkatastrophe in Thailand beeinflusst nicht nur auf das lokale Reisangebot, sondern könnte sich auch auf den internationalen Getreidemarkt auswirken.
2006 wurden in Lieferungen von kommerziellem Langkornreis aus dem Süden der USA Spuren von gentechnisch verändertem Reis entdeckt.
© Dieter Schütz/pixelio
Zum einen ist Thailand der größte Exporteur des weltweit zweitwichtigsten Nahrungsgetreides, dem Reis, und größere Ausfälle bei den Exporten bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die globale Versorgungslage. Zum anderen könnten sich größere Veränderungen der Angebotsverhältnisse bei Reis am Ende auch auf den Weizenmarkt auswirken, denn Weizen ist das wichtigste Substitut.
Nach Angaben thailändischer Behörden sind derzeit 1,4 Mio. ha Reisfläche von den Fluten und Zerstörungen der tropischen Stürme betroffen. Das entspricht einer Menge von 4,6 Mio. t Reis (milled). Bei einer zuletzt erwarteten Rekordproduktion von 21,3 Mio. t rechnete man mit einer thailändischen Exportmenge von 8 Mio. t.
Thailand liefert ein Viertel der weltweiten Exporte
Thailändische Flutkatastrophe treibt Reispreise in die Höhe
Flut- und Sturmschäden aus den Reisanbaugebieten meldet man außerdem
auch Kambodscha, Laos und auf den Philippinen. Weltweit sah es bisher
indessen nach einem Rekordernte und einer guten Versorgunglage bei Reis
aus. Einer Produktionsmenge von 461 Mio. t stand ein Verbrauch von 458
Mio. t gegenüber. Das erwartete Exportvolumen lag bei knapp 33 Mio. t.
Auf Thailand entfällt damit rund ein Viertel der gesamten globalen
Exporte. Weitere wichtige Exporteure sind Vietnam (6,7 Mio. t), Indien
(4,5 Mio. t), Pakistan (3,8 Mio. t), die USA (3 Mio. t) und Kambodscha
(1 Mio. t).
Wegen der erwarteten Produktionsausfälle zogen die Reispreise am
Weltmarkt zuletzt deutlich an. Aus Thailand meldet man letzte Woche
einen Preisanstieg um 13 % auf rund 625 USD/t und am Terminmarkt in den
USA kletterte Reispreis sogar um fast 20 %.
Produktionsausfall kann teilweise noch kompensiert werden
Allerdings kann der thailändische Produktionsausfall teilweise noch
kompensiert werden. Zum einen haben die Thailänder selbst noch die
Möglichkeit eine zweite Ernte (Aussaat im Dezember) einzubringen.
Außerdem erwarten andere große Exporteure wie Vietnam und Indien sehr
gute Ernten und könnten ihre Exporte möglichweise noch steigern.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
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