Samstag, 26.05.2012
Landwirte investierten 2011 häufig in erneuerbare Energien
Frankfurt - Gute Marktbedingungen prägten die Investitionsfreudigkeit der Landwirte im abgelaufenen Jahr 2011. Vor allem Förderkredite für erneuerbare Energien waren gefragt.
Die Landwirtschaftliche Rentenbank legte jetzt ihre Förderbilanz vor.
© Lilo Kapp/pixelio
Dies geht unter anderem aus der jetzt vorgelegten Förderbilanz der Landwirtschatlichen
Rentenbank hervor. Das Finanzinstitut beobachtete im Agrarsektor eine weiterhin lebhafte Nachfrage
nach Förderkrediten und eine trotz anhaltender Finanzmarktkrise
stabile Entwicklung der Ertragslage, die die Grundlagen für eine auch
im Geschäftsjahr 2011 positive Förderbilanz der Landwirtschaftlichen
Rentenbank bildeten. Mit einem Zusagevolumen von 6,3 Mrd. € (6,0) hätten die Programmkredite der Förderbank für die Agrarwirtschaft einen neuen
Rekord erreicht, schreibt die Bank in ihrer aktuellen Presseerklärung.
Energie- und Infrastruktur-Förderprogramme waren besonders gefragt
Nach ersten Berechnungen sei der Darlehensbestand dieser
Fördersparte um 17,4 % auf 27 Mrd. € (23) gewachsen. Besonders gefragt
seien 2011 erneut zinsgünstige Finanzierungen im Bereich erneuerbarer
Energien gewesen,
aber auch Finanzierungen öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen
hätten deutlich zugelegt. "Unsere Zusammenarbeit mit
Landesförderinstituten
konnten wir 2011 weiter ausbauen. Vor dem Hintergrund verschärfter
Liquiditätsanforderungen durch Basel III leisten unsere Förderangebote
außerdem einen immer wichtigeren Beitrag zur Stabilisierung der
Kreditversorgung
im Agrarsektor. Denn wir können den Hausbanken vor Ort
die für die Kreditvergabe zusätzlich benötigten mittel- und
langfristigen
Refinanzierungen zur Verfügung stellen", so Horst Reinhardt, Mitglied
des Vorstands der Rentenbank.
Zur Verbilligung der Programmkredite
setzte die Förderbank 2011 eigene Erträge von 73 Mio. € (79) ein. Auch
der Bilanzgewinn in Höhe von 12,3 Mio. € wurde für Förderzwecke verwendet.
Einschließlich der ebenfalls aus Erträgen der Bank finanzierten Kapitalaufstockung
der Edmund Rehwinkel-Stiftung in Höhe von 2,7 Mio. €
summierten sich die für Förderzwecke ausgeschütteten Erträge (Förderdividende)
2011 auf rd. 88 Mio. € (93).
Wachstumstrend bei erneuerbaren Energien ungebrochen
Im Geschäftsjahr 2011 hätten Förderkredite zur Finanzierung von Projekten im
Bereich erneuerbarer Energien mit einem Anteil von fast 40 % am Neugeschäft
erneut den ersten Rang eingenommen. Der Anstieg der Zusagen auf 2,5 Mrd. € (2,3) beruhe
dabei in erster Linie auf der weiter kräftig gewachsenen Kreditnachfrage
zur Finanzierung von Biogasanlagen. Dafür sagte die
Rentenbank 2011
1,5 Mrd. € (1,0) zu, 47 % mehr als im Vorjahr. "Wir helfen so den Unternehmen
der Land- und Agrarwirtschaft, die Energiewende weiter voranzubringen", erklärte
Horst Reinhardt.
Ein deutliches Wachstum verzeichneten 2011 auch die Finanzierungen
von Windkraftanlagen. Die Zusagen stiegen von 113 auf 272 Mio. €.
Dagegen blieb die Nachfrage nach Photovoltaikfinanzierungen mit 0,7 Mrd. € (1,2)
deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Innerhalb des Fördergeschäfts der Rentenbank
standen 2011 Kredite zur Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen im
ländlichen Raum an zweiter Stelle. Diese vor allem über Landesförderinstitute
ausgelegten Finanzierungen wuchsen auf 1,8 Mrd. € (1,2). Danach folgten Förderkredite
für Wirtschaftsgebäude in Höhe von 1,0 Mrd. € (1,1). Stärker nachgefragt
wurden 2011 Förderkredite für Flächenkäufe und Maschinen.
Da der Bedarf
an Liquiditätshilfedarlehen aufgrund der günstigeren Rahmenbedingungen
auf
den Agrarmärkten deutlich niedriger war als im Vorjahr, seien die
gesamten Zusagen
für klassische landwirtschaftliche Finanzierungen jedoch von 2,1 auf
1,7 Mrd. € zurückgegangen. Das gesamte Neugeschäft der Rentenbank
summierte sich
2011 auf 11,9 (12,2) Mrd. €. Davon entfielen 6,3 Mrd. € (6,0) auf
zinsgünstige Programmkredite, 1,8 Mrd. € (1,9) auf allgemeine
Förderkredite
und 3,8 Mrd. € (4,3) auf verbriefte Finanzierungen. Am Jahresultimo
habe das Fördervolumen in der Bilanz 66,7 Mrd. € (66,5) erreicht. Der
Anteil der Programmkredite
am Fördervolumen stieg deutlich auf 40 % (35).
Förderangebote Anfang 2012 erweitert
Mit Wirkung vom 1.1.2012 habe die
Rentenbank ihr Förderangebot für den Agrarsektor
erneut erweitert. Dies betreffe sowohl die Einführung neuer Kredittypen als
auch die Einsatzmöglichkeiten von Programmkrediten. Sowohl Kommunen als
auch gewerbliche Unternehmen könnten jetzt Förderkredite für die Erschließung
des ländlichen Raums mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen erhalten.
Zinsüberschuss und operatives Ergebnis leicht gestiegen
Die Ergebnisentwicklung stand im Geschäftsjahr 2011 im Zeichen einer weiter
sehr stabilen Ertragslage. Nach ersten vorläufigen Zahlen sei der Zinsüberschuss
(HGB) um 2,0 % auf 417 Mio. € (409) gewachsen. Nach Abzug der Verwaltungsaufwendungen
in Höhe von 41 Mio. € (39) habe das Betriebsergebnis (HGB) vor
Bewertung mit 370 Mio. € (366) ebenfalls an das sehr gute Ergebnis des Vorjahres
anknüpfen können. Für das Geschäftsjahr 2011 rechnet der Vorstand nach Risikovorsorge
und Reservebildung mit einem Jahresüberschuss (HGB) in Höhe von
49,0 Mio. € (47,0). Davon sollten 12,3 Mio. € (11,8) für Förderzwecke ausgeschüttet
werden.
Nach ersten Berechnungen belief sich die Bilanzsumme am Jahresultimo 2011
auf 81 Mrd. € (79). Aufgrund des gestiegenen Förderkreditvolumens seien die
Forderungen an Kreditinstitute auf der Aktivseite der Bilanz auf 52 Mrd. € (50) gewachsen.
Der Rückgang des Wertpapierbestands auf 25 Mrd. € (27) spiegele das niedrigere
Neugeschäft bei verbrieften Finanzierungen wider.
Solide Eigenkapitalausstattung: Kennziffern weiter gestiegen
Wie die Bank in einem ersten Jahresrückblick weiter ausführte,
werden die Eigenmittel
in der HGB-Bilanz 2011 nach vorläufigen Zahlen insgesamt mit 3,6 Mrd. €
(3,1) ausgewiesen. Dieser Betrag enthalte nachrangige Verbindlichkeiten
in Höhe
von 0,7 Mrd. € (0,8). Sowohl die nach der Solvabilitätsverordnung
errechnete
Gesamteigenkapitalquote als auch die Kernkapitalquote lägen mit 25,7 %
(24,5)
bzw. 16,7 % (15,5) weiter deutlich über den bankaufsichtsrechtlichen
Anforderungen. "Mit der gegenwärtigen Eigenkapitalausstattung verfügen
wir über eine
solide Basis, die mit Basel III zukünftig steigenden
aufsichtsrechtlichen Anforderungen
zu erfüllen", so Hans Bernhardt, für Finanzen zuständiges
Vorstandsmitglied.
Internationale Investoren steuern knapp 80 % des Mittelaufkommens bei
Die zur Refinanzierung eingesetzten mittel- und langfristigen
Fremdmittel hätten sich am Bilanzstichtag auf 63 Mrd. € (59) belaufen.
An den nationalen und internationalen
Finanzmärkten nahm die Förderbank 12,0 Mrd. € (10,6) mittel- und
langfristige
Kapitalmarktmittel neu auf. Der Anteil internationaler Investoren sank
leicht auf 77 % (82). 44 % des Emissionsvolumens platzierte die
Förderbank bei
Banken, weitere 30 % bei Zentralbanken. Der Euro war mit einem Anteil
von
38 % die wichtigste Emissionswährung, gefolgt vom US-Dollar mit 36 %.
17 %
des Mittelaufkommens nahm die Förderbank in Australischen Dollar auf.
pd
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