Am Rindfleischmarkt könnten sich die Preise auch 2012 auf dem hohen Niveau dieses Jahres behaupten. Dies ist jedenfalls die Auffassung der EU-Kommission im Rahmen einer aktuellen Markteinschätzung.
Feste Rinderpreise im nächsten Jahr
Danach haben die Preise für männliche Rinder im EU-Mittel in diesem Jahr um knapp zehn Prozent auf durchschnittlich 344 Euro/100 Kilo (kg) zugelegt und sollen im kommenden Jahr nochmals leicht auf 350 Euro/100 kg steigen.
In Deutschland lag der von der EU-Kommission ermittelte Preis für Jungbullen der Handelsklasse R 3 im November bei 388 Euro/100 kg SG (kalt) und damit auf dem höchsten Stand des Jahres und gleichzeitig rund drei Prozent bzw. 13 Euro/100 kg über dem EU-Mittel. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Preise für Jungbullen in Deutschland im November sogar rund zwölf Prozent, beziehungweise 43 Euro/100 kg höher.
Bei weiblichen Schlachtrindern haben die Preise in diesem Jahr sogar
noch stärker zugelegt als bei männlichen Tieren. Nach den Daten der
EU-Kommission kletterten die Notierungen im Jahresmittel um 14 % bzw.
32 Euro auf 264 Euro/100 kg SG (kalt). Für das kommende Jahr erwartet
die Kommission einen Durchschnittspreis von 268 Euro/100 kg und damit
relativ stabile Notierungen.
In Deutschland lag der Schlachtkuhpreis (O
3) im November bei rund 300 Euro/100 kg SG (kalt) und damit nur knapp
unter dem letzten Preisrekord vom August und gleichzeitig rund sieben Prozent bzw.
20 Euro/100 kg über dem EU-Mittel. Im Vergleich zum letzten Jahr sind
die Preise für Schlachtkühe in Deutschland im November knapp ein
Drittel bzw. 70 Euro/100 kg höher.
Reger Export, Produktion schrumpft
Ursache für die optimistische Prognose ist zum einen der anhaltend
starke Export und zum anderen die schrumpfende Inlandsproduktion. Dazu
kommen die rückläufigen Importe und damit eine insgesamt eher knappe
Versorgung am EU-Binnenmarkt. In diesem Jahr hat die EU bis September
rund 478.000 Tonnen Rindfleisch (Produktgewicht) in Drittländer exportiert.
Das war beinahe so viel wie im gesamten letzten Jahr (485.000 t) und
fast doppelt so viel wie im Jahr 2009. Die Importe lagen bis September
nur noch bei 241.000 t und damit knapp ein Fünftel niedriger als im
gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Die EU ist damit wie bereits im
letzten Jahr Nettoexporteur von Rindfleisch.
Die europäische
Rindfleischproduktion soll nach einem Zwischenhoch in diesem Jahr, 2012
jedoch relativ deutlich um fast drei Prozent zurückgehen. Diese auf der
Datenbasis der alten EU-15 gemachte Prognose der Kommission, geht zudem
von einem Verbrauchsrückgang von 1,5 Prozent aus.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv