Samstag, 26.05.2012
Rindfleischmarkt international: Exportboom in die Türkei
Der deutsche Drittlandexport von Rindfleisch hat in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 rekordverdächtig zugenommen.
Zum Schutz der europäischen Verbraucher: Hormonfleisch aus Nordamerika darf nicht in die EU eingeführt werden.
© Mühlhausen/landpixel
Von Januar bis August exportierte Deutschland insgesamt 83.683 Tonnen Rindfleisch/Rinder in Länder außerhalb der EU. Im Vergleich zum letzten Jahr ist dies ein Zuwachs von 68 Prozent. Damit ist Deutschland der größte Rindfleischexporteur der EU, noch vor Frankreich und Polen. Allerdings sind die Ausfuhren der meisten anderen EU-Länder ebenfalls sehr kräftig gewachsen.
Türkei öffnet sich für Exporte
Dies hat vor allem mit den neuen Exportmöglichkeiten der Europäer
in die Türkei zu tun. Das Land am Bosporos hatte wegen der immer
schlechteren Inlandsversorgung mit Rindfleisch und den stark steigenden
Verbraucherpreisen im letzten Jahr die Grenzen für (zollvergünstigte)
europäische Exporte geöffnet und damit einen regelrechten Boom
ausgelöst. In den ersten acht Monaten des Jahres 2011 wuchsen die
europäischen Ausfuhren an Rindfleisch und lebenden Rindern in die Türkei
so stark, dass Russland von der Position 1 der wichtigsten
Drittlandsmärkte verdrängt wurde.
Russischer Rinderbestand schrumpft weiter
Rindfleischmarkt international: Exportboom in die Türkei
Mit einem
Volumen von 119.000 Tonnen Produktgewicht exportierten die EU-Länder
rund 40 Prozent mehr Rindfleisch in Türkei als nach Russland (85.000 t).
Gleichzeitig haben jedoch auch die Ausfuhren nach Russland um gut ein
Drittel zugenommen, denn der russische Rinderbestand ist weiter
geschrumpft und damit wird auch die russische Versorgungslücke größer.
(Grafik: EU-Exporte von Rindfleisch nach Ländern 2011)
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Eine ausführliche Analyse zum europäischen Rindermarkt finden sie in
der Ausgabe 12/2011 der NL - Neuen Landwirtschaft/Magazin für
Agrarmanager.
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