Samstag, 26.05.2012
Rückblick: Turbulentes Jahr auf den Agrarmärkten
Berlin - Die Wirtschaftsentwicklungen und die Finanzkrise im Jahr 2011 hatten auch einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Agrarmärkte.
Die höheren Preise für Agrarprodukte sicherten den deutschen Landwirten im Jahr 2011 durchschnittliche bis höhere Preise.
© Alexander Yakovlev/fotolia
"Wir haben durchaus ein turbulentes Jahr gehabt", resümiert dlv-Marktanalyst Dr. Olaf Zinke. Die Finanz- und Wirtschaftskrise wirkte sich sowohl auf die gesamtwirtschaftliche Prognose als auch auf die Terminmärkte und damit auf die physischen Märkte und Preise für Agrarrohstoffe aus.
Turbulentes Jahr für Weizenmarkt
Vor allem beim Weizen, dem wichtigsten Getreidemarkt Deutschlands gab es 2011 ein ziemliches Auf und Ab. Als Grund nennt Dr. Olaf Zinke die ausgeprägte Trockenheit in diesem Frühjahr, mit der wichtige Exporteure erhebliche Probleme hatten. Hinzu kamen reichliche Niederschläge zur Erntezeit, was sich auf die Qualität ausgewirkt hat. "Insgesamt sieht man, dass Weizen am Weltmarkt reichlich vorhanden ist. Wir haben in diesem Jahr eine Rekordernte, aber Probleme mit Qualitätsweizen", erklärt Zinke.
Mit den wachsenden Angebotserwartungen sind deshalb die Preise im Laufe des Jahres deutlich gefallen.
Hinzu kam laut dem dlv-Marktanalysten die Rückkehr der Schwarzmeerländer und sehr gute Ernten auf der Südhalbkugel, was die Preise zusätzlich gedrückt hat.
Im Vergleich zu anderen Jahren sind die Preise 2011 aber dennoch ganz akzeptabel.
Gute Preise am Milchmarkt
Auch auf dem Milchmarkt waren die Preise im Schnitt der Europäischen
Union durchaus sehr gut. "Die Erzeugerpreise lagen im Jahresverlauf
relativ stabil zwischen 33 und 35 Cent je Kilogramm", berichtet Zinke.
Obwohl die Preisentwicklung gut war, kamen auf die Milcherzeuger auch
hohe Kosten zu: "Die Futterkosten waren in diesem Jahr sehr hoch, was
die Produktion belastet hat. Aber man konnte durchaus mit den Preisen
zurechtkommen."
Überangebot am Schweinemarkt
Das Angebot auf dem deutschen und europäischen Schweinemarkt war auch in
diesem Jahr sehr hoch. Hinzu kam auch 2011 ein weiterer
Angebotszuwachs. "Sowohl der Eigenzuwachs, als auch das Angebot an
Importen ist in diesem Jahr gestiegen, was sich auf das Preisniveau
ausgewirkt hat", erklärt Dr. Olaf Zinke. Eine Marktentlastung konnte
somit am Ende nur durch Exporte stattfinden. "Wir haben am Schweinemarkt
ein Preisniveau, das entgegen der Erwartungen nicht so hoch war und
teilweise gerade die Kosten decken konnte". Insbesondere in der
Ferkelerzeugung hat es laut Zinke sehr auf die Margen gedrückt, so dass
viele Ferkelerzeuger auch aufgeben mussten.
Podcast: "Ziemliches Auf und Ab am Weizenmarkt"
Hören Sie das komplette Interview mit dem dlv-Marktanalysten Dr. Olaf Zinke zu den Entwicklungen auf den Agrarmärkten 2011 als Podcast. anhören...
Wird 2011 ein Rübenrekordjahr?
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