Sonntag, 27.05.2012
Agrarexporte: Russland sucht Absatzchancen
Moskau - Das russische Wirtschaftsministerium will die Voraussetzungen für den Export von Agrar- und Ernährungsgütern verbessern. Am EU-Markt ist Russland bislang kaum präsent.
Während die Getreideexporte schwächeln, legten die EU-Ausfuhren bei Mais zu.
© Maren Beßler/pixelio.de
Um mögliche Absatzchancen auszuloten, hat das Wirtschaftsministerium eine Befragung von Landwirten in die
Wege geleitet. Damit soll festgestellt werden, welche Art von
Förderung zur Steigerung des Absatzes an den internationalen
Märkten beitragen könnte und bei welchen Produkten günstige
Exportaussichten bestehen.
Agrarausfuhren: Bruchteil der Exportpalette
Gute Chancen sieht das Ministerium
beispielsweise bei Getreide, Fisch und Spirituosen, aber auch bei
Käse und anderen Molkereierzeugnissen sowie Süß- und Backwaren.
Bereits Ende vergangenen Jahres hatte dasWirtschaftsressort
russische Handelsvertretungen in verschiedenen Ländern
beauftragt, jeweils vor Ort Geschäftspartner über die Absatzmöglichkeiten
von Geflügelfleisch zu befragen. Mittlerweile haben
etwa 50 russische Unternehmen die Genehmigung, Geflügeleisch in andere Mitgliedsländer der Gemeinschaft Unabhängiger
Staaten (GUS) sowie asiatische Drittländer auszuführen. Allerdings
werden derzeit im Rahmen dieser Geschäfte nur einige
Tausend Tonnen gehandelt.
Noch immer machen die Agrarausfuhren
nur einen Bruchteil der gesamten russischen Exportpalette
aus. Die Agrar- und Ernährungsgüter werden hauptsächlich in die
GUS-Länder ausgeführt, während der Markt der Europäischen
Union kaum bedient wird. Momentan verfügen nur neun Unternehmen
derMilchwirtschaft und ein Produzent von Hirschfleisch
über Genehmigungen für die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse in die
EU. Allerdings vertreiben global agierende Unternehmen wie
PepsiCo, Kraft Foods oder Unilever Exporte ihrer in Russland
hergestellten Produkte auch in der EU, jedoch in eher unbedeutenden
Mengen.
AgE
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