Samstag, 26.05.2012
Feldtage: Sortenvergleich auf dem Acker
Moosburg - Optimale Anbauintensität bei schwankenden Preisen – unter diesem Motto stand in diesem Jahr die Fachtagung auf den Feldtagen der Saaten-Union.
Der Weiß-Kurzhafer ist deutlich kürzer als der Gelbhafer.
© bem
Rund 600 Besucher kamen am 19. und 20. Juni zur Versuchsstation in Grünseiboldsdorf bei Moosburg, um sich über Produktionstechnik und aktuelle Sorten zu informieren.
Johann Dennert, ehemaliger Versuchsleiter am Versuchsgut Roggenstein, erklärte den anwesenden Landwirten anhand von Versuchsergebnissen, wie sie den schwankenden Bedingungen auf dem Markt begegnen können. "Wichtig ist es, sich immer an die jeweiligen Jahrgangsverhältnisse anzupassen. Man kann nicht pauschal sagen, Intensität lohnt sich, oder nicht", folgerte Dennert aus den Ergebnissen mehrerer Jahre. Die Verwertung des Getreides ist immer ausschlaggebend für die Anbauintensität. Der richtige Saattermin sowie der Einsatz geeigneter Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die zu einem günstigen Zeitpunkt eingekauft wurden, können den Ertragsgewinn ohne Mehrkosten zusätzlich steigern.
Auch Sven Böse, Leiter der Fachberatung der Saaten-Union, wies in seinem Vortrag auf die große Bedeutung des richtigen Saatverfahrens hin. Die Wahl der Sorte ist laut Böse nicht so entscheidend, wie das Jahr und der Standort, doch wird sie so hoch eingeschätzt, da sie die einzige Maßnahme ist, die man als
Landwirt selbst beeinflussen kann.
Auch Sorten mit Resistenzlücken ausprobieren
Auf die Frage, wo die höheren Erträge bei Weizen in den letzten zehn
Jahren bleiben hatte Böse mehrere Erklärungen: Die steigende Intensität
und der Anbau von Weizen in Selbstfolge sind zwei der Gründe für die
Stagnation. Von Seiten der Züchtung wurde in den vergangenen Jahren mehr
Wert auf Resistenz und Steigerung der Qualität gelegt. "Die drei
möglichen Züchtungsrichtungen Ertrag, Qualität und Resistenz korrelieren
allerdings zum Teil negativ miteinander", erklärt Böse. Er rät deshalb
Landwirten auf bestimmten Standorten auch Sorten zu verwenden, die eine
Resistenzlücke aufweisen.
Die Sorte Tobak beispielsweise, die auch auf den Flächen der
Versuchsstation zu sehen ist, ist die ertragsreichste Weizensorte
Deutschlands. Wegen der fehlenden Resistenz gegen Fusarium eignet sich
der Anbau allerdings nicht nach Körnermais.Trotzdem rät auch Franz
Unterforsthuber, Regionalberater der Saaten-Union für Südbayern, die
Sorte auf geeigneten Standorten auszuprobieren.
Auf bewährte Rapssorten setzen
Bei Raps empfiehlt
Andreas Baer, Fachberater Raps von Rapool, auf bewährte Sorten wie Visby
und Dimension zu setzen.
An den zwei Tagen konnten sich Landwirte über die verschiedenen Sorten
der unterschiedlichen Ackerkulturen informieren und beraten lassen.
Neben den Hauptkulturen Weizen, Raps und
Gerste gab es auch andere
Getreidearten wie Durumweizen und Roggen sowie Leguminosen und
Futterpflanzen zu besichtigen.
Insgesamt war Franz-Xaver Zellner, Leiter der Versuchsstation, trotz des
durchwachsenen Wetters sehr zufrieden mit der Besucherzahl. "Wir hatten
in diesem Jahr sogar Gäste aus der Ukraine, Rumänien, Slowakei und
Österreich", freut sich Zellner.
Auf insgesamt 80 Hektar überprüft die Saaten-Union auf dem Standort bei
Moosburg produktionstechnische Verfahren zu Sorten in verschiedenen
Kulturen und führt Leistungs- und Wertprüfungen durch. Wer die Feldtage
verpasst hat, hat auch weiterhin die Möglichkeit, sich die
Versuchsparzellen der Saaten Union bei Moosburg anzusehen. Zum Teil
stehen neben den Sorten Tafeln mit sogenannten QR-Codes, die mit Hilfe
eines Smartphones nähere Informationen zu den Sorten liefern.
Feldtag der Saaten-Union (21.06.2011)
Um ein Kommentar zu schreiben müssen Sie sich einloggen.