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Die gewonnene Methanausbeute wird in 3,5 Kilometer Entfernung von einer Gärtnerei in Strom und Wärme umgewandelt. Bei dem Projekt handelt es sich laut Darstellung der SBBiogas um ein herausragendes Beispiel für die Anbindung einer Biogas-Anlage in ein Nutzobjekt; das Projekt sei gleichzeitig ein Musterbeispiel für mögliche kommunale, dezentrale Anlagen.
Im Vergleich zu den sonst üblichen Anlagen weise das neue Verfahrenskonzept nicht nur energieeffiziente, sondern auch ökologische Highlights auf, denn aus einer definierten Substratmenge ließen sich insgesamt rund 26 Prozent mehr Biogas gewinnen als in einer Vergleichskalkulation des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL).
Neue Biogasanlage in Reupelsdorf eingeweiht
Die neue Biogasanlage mit ihrer Strom- und Wärmeerzeugung ersetzt nach Angaben von SBBiogas den Energiebedarf von etwa 2.430 Haushalten. Somit würden durch die Anlage 700.000 Liter Heizöl eingespart und die Freisetzung von 1.900 Tonnen CO2 vermieden. Zur Einweihung der Anlage konnten die beiden Geschäftsführer Hans-Wilhelm Christ und Dr. Robert Müller nicht nur die Bauherren und Betreiberfamilien Hugo Löb und Bernd Röll - Bieber begrüßen, sondern auch zahlreiche politische Mandatsträger. Der energiepolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Hans-Josef Fell, referierte über zehn Jahre Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Der Stimmkreisabgeordnete Dr. Otto Hünnerkopf lobte in seinem Grußwort den Weitblick und die Initiative der Gemeinde und der Bauherren, und der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, Albert Füracker, sprach zum Thema "Perspektiven für erneuerbare Energien - Biogas in Bayern".
Gärreste können als Dünger genutzt werden
Neben der hohen Energieausbeute der Anlage gebe es weitere Pluspunkte für das neue Konzept, erklärte SBBiogas. Der neuerdings genannte Vorwurf der reinen Verwendung von Mais und Getreide sei nicht haltbar. Vielmehr seien mit Gras, Zuckerrüben und anderen Energiepflanzen in der Anlage nicht nur "Lebensmittel" einsetzbar. Zudem seien die Gärreste durch ein Kombifermentationsverfahren annähernd geruchsfrei und stellten bei der Bevölkerung keine Geruchsbelästigung beim Ausbringen dar. Darüber hinaus könnten die Gärreste auch als bester Dünger auf landwirtschaftlichen Flächen genutzt werden; mit dem neuen Verfahren würden sogar Unkrautsamen und pathogene Keime abgetötet. Dieses neue, zukunftsorientierte Energiekonzept sei durch einen Praxistest der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bestätigt worden.
Komplette Verwertung der entstandenen Energie
Das gesamte Projekt in Reupelsdorf sei der beste Beweis für eine effiziente Nutzung von Wärme und Strom über eine Biogasanlage und zugleich eine herausragendes Beispiel für die Einbindung einer solchen Technik in ein Nutzobjekt, obwohl die Anlage selbst außerhalb stehe, unterstrich der Hersteller. Wenn Strom und Wärme jeweils vollkommen genutzt werden könnten, seien solche Anlagen nicht nur für größere Unternehmen, sondern auch für Kommunen eine wirkliche Alternative. Grundlage für die neue Biogasanlage in Reupelsdorf ist das von SBBiogas entwickelte verfahrenstechnische Konzept der so genannten Kombifermentation. Dabei werden laut Angaben des Unternehmens in zwei Stufen die thermophile Fermentation und eine mesophile Nachgärung kombiniert. Das führe zu hohen Energiegewinnen und erlaube gleichzeitig eine kompakte Anlagengröße mit hoher Prozessstabilität.
Geschlossenes System verhindert Geruchsbildung
Die neue Verfahrenstechnologie biete aber noch weitere Vorteile: Bei der Umwandlung der vergärenden Stoffe in Methangas entstehe üblicherweise ein Geruch, der für die menschliche Nase nicht gerade angenehm seit. Dank eines geschlossenen Systems entstehe bei der neuen Anlage keine Geruchsbelästigung in der Umgebung des Betriebes. Das an die Gärtnerei gelieferte Methan werde in einem eigenen Blockheizkraftwerk ganzjährig in Luft- und Heizungswärme sowie Strom umwandelt, so SBBiogas. Die Gärtnerei habe eine Treibhausfläche von rund 100.000 qm. Lediglich im Juli und August bestehe etwas weniger Energiebedarf. (AgE)

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