Die globale Getreideproduktion erreicht im laufenden Wirtschaftsjahr trotz der trockenheitsbedingten Produktionsausfälle in Südamerika einen neuen Rekord. Zu dieser Einschätzung kommt der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Marktprognose vom 19. Januar.
Die weltweite Getreideproduktion erreicht wohl einen neuen Rekord. Das gleiche gilt jedoch auch für den Verbrauch.
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Allerdings klettert auch der Verbrauch auf seinen bisher höchsten Stand, so dass die Bestände für alle Getreidearten zusammen nur moderat wachsen. Das Verhältnis von Beständen zum Verbrauch erreicht mit 20 Prozent keinen besonders komfortablen Wert und deckt lediglich 74 Tage den globalen Bedarf.
Besonders gut versorgt ist in diesem Jahr der globale Weizenmarkt. Die
Produktion wird im Vergleich zu letzten Schätzung nochmals um sieben Millionen Tonnen nach oben korrigiert und erreicht den Rekordwert von 690 Millionen Tonnen.
Verantwortlich für diese Korrektur sind besser als erwartet ausfallende
Ernten in Australien und Argentinien sowie die Korrekturen in
Kasachstan und China. Ungefähr die Hälfte des weltweiten
Produktionszuwachses fließt wegen der im Vergleich zum Mais günstigen
Preise in den Futtertrog. Die Bestände wachsen ebenfalls um neun Millionen Tonnen auf
204 Millionen Tonnen und liegen damit nur noch knapp unter dem bisherigen Rekord
von 1999. Von den großen Exporteuren wachsen die Bestände vor allem in
Kasachstan und der Ukraine, während es in der EU und den USA wenig
Veränderungen gibt. Der Welthandel liegt mit 135,4 Millionen Tonnen ebenfalls nur
noch wenig unter dem bisherigen Rekord von 2008. Der Handelszuwachs
erfolgt vor allem bei Futterqualitäten.
Weizenanbau wird ausgeweitet
Für die neue Ernte erwartet der IGC einen Zuwachs bei der Anbaufläche
von 1,7 Prozent auf dann 225 Millionen Hektar (Mio. ha). Dies wäre im historischen Vergleich die
größte Anbaufläche seit 1998. Der größte Teil des Flächenzuwachses
erfolgt in Nordamerika und am Schwarzen Meer. Ursache ist das relativ
hohe Preisniveau. Allerdings basiert diese Schätzung auf normalen
Wetterbedingungen und kann sich natürlich noch stark ändern.
Insbesondere die Trockenheit Teilen der USA und in der Ukraine könnte
sich negativ auf die neue Ernte auswirken. Insgesamt werden die
Konditionen für den Winterweizen in der nördlichen Hemisphäre jedoch als
gut eingeschätzt. Einschließlich eines erwarteten Zuwachses beim
Sommerweizen in Nordamerika, liegt die Produktionserwartung des IGC für
die neue Saison jetzt bei 685 Millionen Tonnen und damit leicht unter der
diesjährigen Rekordernte, jedoch deutlich über dem langjährigen Mittel
von 663 Mio. t.
Mais trotz Ernterekord mit enger Bilanz
Noch deutlicher als bei Weizen schätzte der IGC die globale
Maisproduktion nach oben. Hier liegt der Zuwachs gegenüber der
Novemberprognose bei acht Millionen Tonnen und gegenüber dem Vorjahr sogar bei 25
Mio. t. Und dies trotz einer eher schwachen US-Maisproduktion und der
nach unten korrigierten Ernten in Südamerika. Allerdings dürften
Argentinien und Brasilien mit 23 Mio. t und 59 Mio. t - trotz der
Korrektur - immer noch neue Rekordernten erreichen. Die europäische
Ernte sieht der IGC bei 65 Mio. t und damit ebenfalls leicht höher als
im November und im historischen Vergleich auf Höchststand. Besonders
kräftig musste der IGC die Ernten in der Ukraine und in China nach oben
korrigieren, wobei die Ukraine auch im Export kräftig Marktanteile
hinzugewonnen hat und möglicherweise rund 12 Mio. t Mais exportiert.
Auch der globale Verbrauch befindet sich auf Rekordstand und die
Bestände schrumpfen trotz der Rekordproduktion im Vergleich zum letzten
Jahr um sechs Millionen Tonnen auf 125 Mio. t auf den niedrigsten Stand seit 2006.