Samstag, 26.05.2012
Schmallenberg-Virus verbreitet sich bald langsamer
Berlin - Das Schmallenberg-Virus wird sich nach Erwartung eines Experten mit der Zeit immer langsamer ausbreiten und sogar zurückgehen, weil die Muttertiere immun werden.
Schafe bilden mit der Zeit Antikörper gegen das Schmallenberg-Virus und werden dadurch immun.
© Mühlhausen/landpixel
Darauf deuteten
Erfahrungen mit dem bekannten Akabane-Virus hin, das zu großen Teilen
mit dem neuen Erreger identisch sei, sagte der Tierseuchen-Experte
Rolf Allmann der Nachrichtenagentur dpa.
Allmann ist Fachbereichsleiter für Tiergesundheit beim Chemischen
und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Münster. "Infizierte
Muttertiere, die eine Immunität entwickelt haben, bringen wieder
gesunde Lämmer zur Welt." Damit werde auch die Zahl der Totgeburten
langfristig wieder sinken. Trächtige Tiere hätten zwar im Herbst das
Virus an ungeborene Lämmer weitergegeben, danach aber Antikörper
gebildet. "Die Zahl der Infektionen wird wahrscheinlich bald deutlich
zurückgehen."
Allmann erläuterte: "Irgendwann ist die ganze Herde immunisiert
und geschützt."
"Virus tritt schubweise auf"
Wie lange das Virus dann nicht mehr angreifen könne,
komme darauf an, wie lange die Immunität im einzelnen Tier anhalte. "Das Akabane-Virus tritt schubweise auf."
Der aktuelle Schub der Schmallenberg-Erreger betreffe die
Osterlämmer des laufenden Jahres, erläuterte Allmann. "Wir bekamen
die ersten toten Tiere in der ersten Januarwoche. Im April wird das
letzte Lamm geboren sein." Bei dem nächsten Lämmerjahrgang sehe es
dagegen voraussichtlich besser aus.
Mücken sorgen für die Übertragung
Das Schmallenberg-Virus wird nach jetzigem Kenntnisstand von
Mücken auf Schafe übertragen, nicht aber direkt von Schaf zu Schaf.
Es stecken sich jedoch die Lämmer in den Tagen im Mutterleib an, in
denen die Mutter noch keine Antikörper gebildet hat, wie Allmann
schilderte. Das Schmallenberg-Virus befällt auch Kühe und Ziegen. Für
Menschen ist der Erreger ungefährlich. Das CVUA in Münster ist eine
von vier Anstalten in Nordrhein-Westfalen, deren Labore die Erreger
von Tierseuchen und Tierkrankheiten nachweisen.
dpa
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