Kiel - Das Schmallenberg-Virus breitet sich aus. Aus Schleswig-Holstein werden zwei erkrankte Schafe gemeldet. Sieben Verdachtsfälle werden noch untersucht.
Lämmer infizierter Tiere kommen häufig missgebildet oder als Totgeburt zur Welt.
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Laboruntersuchungen des Friedrich-Loefller-Instituts (FLI) haben die Verdachtsfälle bestätigt. Damit wurde das Virus erstmals in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Bei beiden Betrieben handelt es sich um größere Schafhaltungen, aus denen in der letzten Woche Proben vom Landeslabor an das FLI geleitet wurden.
Das Virus verursacht unter anderem Missbildungen und Totgeburten.
Bei den erkrankten Tieren handelt es sich um Muttertiere, die sich
wahrscheinlich im vergangenen Herbst infiziert haben. Totgeburten oder
Missbildungen treten vor allem dann auf, wenn die Muttertiere in einer
bestimmten Phase der Trächtigkeit infiziert werden. Derzeit werden noch sieben Verdachtsfälle untersucht.
Momentan keine Neuinfektionen zu erwarten
Wegen der Witterung ist momentan nicht mit Neuinfektionen zu
rechnen. Impfstoffe gegen die Infektion stehen nicht zur Verfügung. Bei Milchkühen verursacht das Virus hohes Fieber und einen starken Rückgang der Milchproduktion. Das
Schmallenberg-Virus wird vermutlich von Stechmücken übertragen. Unklar
ist, ob der Erreger neu eingeschleppt wurde oder bereits länger
unerkannt in Europa vorkommt. Das Virus kann Rinder, Schafe und Ziegen
befallen, ist für den Menschen jedoch ungefährlich.
Über 100 Verdachtsfälle
Die Tierkrankheit hat sich über Nordrhein-Westfalen und
Niedersachsen nach Schleswig-Holstein ausgebreitet. Für das Bundesgebiet
liegen mit den beiden Labornachweisen aus Schleswig-Holstein bislang 28
bestätigte und über 100 Verdachtsfälle vor. Der Schwerpunkt liegt in
Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, aber auch aus Hessen wird
inzwischen über einen Fall berichtet.
In den Niederlanden, wo es im vergangenen Herbst erstmals bei Rindern und Schafen entdeckt wurde, ist es bereits flächendeckend
verbreitet. Russland hatte wegen des Erregers kürzlich die Einfuhr
von Schafen und Ziegen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden
gestoppt.