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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Umwelt » Schwarz-Gelb ]
Samstag, 26.05.2012
Umwelt | 06.10.2011 Redaktion agrarheute.com

Umweltverbände: Schwaches Zeugnis für Schwarz-Gelb

Berlin - Zur Halbzeit der schwarz-gelben Koalition stellen die führenden Umweltverbände Union und FDP trotz des Atomausstiegs bis zum Jahr 2022 ein eher schlechtes Zwischenzeugnis aus.
Der Gesetzentwurf zur neuen Solarförderung soll schon morgen im Bundestag gelesen werden.© Bernd Leitner/fotolia
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Der Gesetzentwurf zur neuen Solarförderung soll schon morgen im Bundestag gelesen werden.
© Bernd Leitner/fotolia
Der größte Fehler sei die Verlängerung der AKW-Laufzeiten um durchschnittlich zwölf Jahre gewesen, betonten der Bund und der Nabu am Donnerstag in Berlin. Zwar sei dies nach dem Atomunfall von Fukushima korrigiert worden, doch die Energiewende gehe bisher viel zu schleppend voran. "Die Energiepolitik der Regierung hakt an vielen Ecken und Enden", sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Ein haarsträubendes Beispiel sei die geplante Subventionierung neuer Kohlekraftwerke mit Geld aus dem Energie- und Klimafonds des Bundes. Zudem würden von Schwarz-Gelb Maßnahmen zum Energiesparen und für mehr Energieeffizienz stark vernachlässigt.
 
Der Bund-Vorsitzende Hubert Weiger lobte die Stilllegung von acht Atommeilern. Aber beim Klimaschutz hinke Schwarz-Gelb in vielen Bereichen den eigenen Zielen hinterher. "Was auf keinen Fall geschehen darf, ist, dass die gefährlichen Atommeiler durch klimaschädliche Kohlekraftwerke ersetzt werden", verlangte Weiger.

Ausbau der Erneuerbaren muss naturverträglich sein

Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie der benötigten Netze und Speicher müsse der Naturschutz berücksichtigt werden, mahnte der NABU-Präsident Tschimpke. "Der Eingriff in unsere Landschaft durch den Ausbau der Erneuerbaren muss so naturverträglich wie möglich gestaltet werden, sonst verlieren wir die Unterstützung der Bürger für eine zukunftsfähige Stromversorgung. Insbesondere beim Netzausbau muss die Bundesregierung zeigen, dass Energiepolitik, Naturschutz und Bürgerbeteiligung zusammen gehören, sonst kann die Energiewende nicht gelingen", forderte Tschimpke.

Agrarpolitik am Scheideweg

Weiger zufolge steht auch die Agrarpolitik am Scheideweg. "Die Bundesregierung darf sich nicht weiter gegen eine Agrarreform in Brüssel stemmen. Sie muss den Mut haben, die Millionensubventionen und gesetzlichen Privilegien für die Agrarindustrie endlich abzubauen. Sonst werden unter dem Preisdruck der Ernährungsindustrie die bäuerlichen Betriebe und mit ihnen artenreiche Wiesen und Weiden sowie die Option auf mehr Tierschutz verschwinden." Bei der anstehenden Novelle des Gentechnikgesetztes müsse Ministerin Aigner endlich Abstände zwischen Gentechfeldern und Bienenstöcken festlegen. Diese müssten sich am Flugradius der Bienen orientieren und mindestens fünf Kilometer betragen.
 
Zum Bereich Ressourcenpolitik sagte Tschimpke: "Die Bundesregierung lässt sich gerne als Recyclingweltmeister feiern, doch tatsächlich fällt und fällt die deutsche Recyclingquote und der meiste Abfall wird einfach verbrannt." Daran ändere auch das neue Kreislaufwirtschafts-gesetz nichts, denn es sei ambitionslos und schwach. "Es unterfordert die Bürger und zementiert Nachteile für Recycling- und Wiederverwendungsbetriebe", erklärte Tschimpke. Der BUND kritisierte Verbraucherschutzministerin Aigner, die es im aktuellen "UN-Jahr der Chemie" versäumt habe, Mensch und Umwelt ausreichend vor gefährlichen Chemikalien zu schützen. Weiger warf Aigner vor, nichts gegen gesundheitsschädliche Weichmacher in Kindertagesstätten unternommen zu haben. Umweltminister Röttgen habe ein Register für Nano-Produkte auf die lange Bank geschoben. Damit fehlten den Verbrauchern Hinweise, in welchen Produkten gesundheitlich bedenkliche Nano-Partikel enthalten sein könnten. 
dpa/ots
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion DLZ Agrarpolitik Die Zeit drängt
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Keywords AKW | Agrarpolitik | Atomausstieg | Atompolitik | BUND | CO2 | Energiewende | FDP | Ilse Aigner | Kohlekraftwerk | Merkel | NABU | Subventionen | Tschimpke | Umweltverbände | Union | schwarz-gelbe Koalition
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