13.01.2009
Erzeugerpreise
Schweinehalter verlieren 20 Euro pro Mastschwein
Damme - Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hat die Verkaufspreise für Schweinefleisch in Supermärkten und in Fleischereifachgeschäften mit den Erzeugerpreisen verglichen.

(Foto: Petr Nad/Fotolia)
Als niedrigste Verbraucherpreise fanden die wöchentlichen "Lockangebote" des Lebensmitteleinzelhandels Berücksichtigung. Die Recherche komme zu einem erstaunlichen Ergebnis, teilt die ISN mit. Der Schweinehalter bekomme bei einem aktuellen Preis von 1,36 €/kg Schweinefleisch ca. 120,- € bis 130,- € für ein Schlachtschwein. Der Verbraucher zahle für das gleiche Schwein an der Ladentheke 670,- € bis 700,- €. Der Anteil des Erzeugerpreises liege damit bei nur ca. 18 Prozent des Endverbraucherpreises. Von dem Erlös in Höhe von 130,- € pro Schwein seien allein 60,- € für das Futter und 60,- € für das Ferkel zu bezahlen. Weitere 30,- € verschlängen die Energie-, Gebäude- und sonstigen Kosten. Von einer Entlohnung der Arbeit könne man nicht mehr sprechen. Die Landwirtsfamilien betrieben Konsumverzicht.
"Die Schweinehalter bekommen Ihre Arbeit nicht bezahlt und verlieren außerdem zurzeit 20,- € pro Mastschwein", so die ISN. "Einem Betrieb mit 1.000 Mastplätzen droht in diesem Jahr allein aus der Schweinehaltung ein Verlust von über 50.000,- €". Die Spanne habe sich eindeutig zu Gunsten der Schlachtindustrie und des Lebensmitteleinzelhandels verschoben, stellt die ISN weiter fest. Der Preisdruck des Lebensmittelhandels habe sich noch verstärkt. Die wirtschaftliche Situation sei äußerst ernst. In diesem PDF-Dokument können Sie detailliertere Informationen erhalten. (isn)
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