Brüssel - Die Europäische Union exportiert immer mehr Schweine- und Geflügelfleisch. Die Staaten in Fernost und im Nahen Osten werden dabei immer wichtiger.
Schweinehaltung in Brasilien.
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Laut Angaben der EU-Kommission wurden aus der Gemeinschaft von Januar bis Juli dieses Jahres bezogen auf das Produktgewicht insgesamt annähernd 1,76 Millionen Tonnen Schweinefleisch an Drittstaaten geliefert; das war gut ein Fünftel mehr als die Menge in der entsprechenden Zeit von 2010.
Relativ fast genauso stark wuchs im Berichtszeitraum die Ausfuhr von Geflügelfleisch, nämlich um 18 Prozent auf etwa 782.800 Tonnen in Schlachtgewichtäquivalenten. Damit deuten sich für das Gesamtjahr 2011 neue Höchstmarken beim EU-Export von Schweine- und Geflügelfleisch an.
Im vergangenen Kalenderjahr führten die 27 Mitgliedstaaten die
Rekordmengen von 2,69 Millionen Tonnen Schweinefleisch beziehungsweise gut 1,26 Millionen Tonnen Geflügelfleisch aus.
Der wichtigste Abnehmer von Schweinefleisch aus der Gemeinschaft war
auch in den ersten sieben Monaten dieses Jahres Russland, das seine
Bezüge um sieben Prozent auf 487.300 Tonnen steigerte.
Export nach Fernost nimmt an Bedeutung zu
Immer bedeutender für die
exportorientierten Schlachtunternehmen in der EU werden jedoch die
Märkte in Fernost, insbesondere die Volksrepublik China. Nach Hongkong
und nach Rot-China wurden in der Berichtsperiode gut 292.900 Tonnen sowie
rund 178.600 Tonnen Schweinefleisch aus der EU geliefert, was eine Zunahme um
26 Prozent beziehungsweise 77 Prozent bedeutete.
Dabei profitierten die Exporteure vom kräftigen Anstieg der
Schweinefleischpreise in China, wo die Schweinehalter aufgrund hoher
Futtermittelpreise die Produktion drosselten. Hinzu kamen
Seuchenausbrüche, die das Inlandsangebot begrenzten.
Südkorea erleichtert Schweinefleischeinfuhr
Davon kann auch
Südkorea ein Lied singen; dort führte der Ausbruch der Maul- und
Klauenseuche (MKS) zu einer Verknappung des Schweinefleischangebots, wie
Agra-Europe berichtete, weshalb die Regierung in Seoul die Einfuhr von
Fleisch erleichterte. Die EU-Schweinefleischlieferungen nach Südkorea
nahmen bis einschließlich Juli im Vergleich zur Vorjahresperiode um 113 Prozent
auf 125.900 Tonnen zu.
Dagegen entsprach die Bezugsmenge Japans ungeachtet
der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, die auch die Viehwirtschaft
schädigte, mit 131.600 Tonnen dem Niveau des Vorjahres.
Die Philippinen
kauften im Berichtszeitraum 59.900 Tonnen Schweinefleisch aus der EU; das
waren 13 Prozent mehr als von Januar bis Juli 2010.
Weißrussland zweitwichtigster Markt innerhalb Europas
In Europa avancierte Weißrussland zum zweitwichtigsten Markt hinter
Russland; trotz massiver Abwertung des weißrussischen Rubels weitete das
Land den Import von Schweinefleisch aus der Gemeinschaft um 91 Prozent auf 55.800 Tonnen aus. Die Ukraine drosselte hingegen den Bezug um 28 Prozent auf 48.600 Tonnen. Der Schweinefleischimport der EU, der kaum eine Rolle spielt, ging in
der Berichtsperiode weiter zurück, und zwar um gut ein Fünftel auf 21.200 Tonnen.
Mehr Informationen zu Preisen am Schweine-, Rinder- oder Milchmarkt erhalten Sie in unserer Rubrik Märkte und Preise ...