Samstag, 26.05.2012
Niedersachsen: Trend geht zu großen Beständen
Hannover - In Niedersachsen werden immer weniger Schweine in kleinen Beständen gehalten. Wegen der stark schwankenden Preise setzen viele Betriebe auf Spezialisierung.
In Deutschland haben vor allem kleine Betriebe noch nicht umgestellt. Doch man sei auf einem guten Weg, erklärt Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner.
© Christian Mühlhausen/www.landpixel.de
Das geht aus einem Bereicht der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hervor. Demnach standen 2010 nur noch 8 % der
niedersächsischen Schweine in Beständen bis zu einer Größe von 400 Tieren
und bereits 68 % in Beständen von über 1.000 mit durchschnittlich 1.911 Tieren. Diese
Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund, dass die Schweinepreise bei einem ganz
erheblichen Auf und Ab schon über Jahrzehnte hinweg nicht mehr dauerhaft gestiegen sind
und die demgegenüber permanente Verteuerung der Erzeugung die Gewinnmargen
schrumpfen lässt.
So erklärt sich, dass die Schweinehaltung stark zunehmend zu einer Domäne sehr spezialisierter
Betriebe wird, die aufgrund ihres wirtschaftlichen Könnens und Nutzung des biologischen sowie
technischen Fortschritts in der Lage sind, große Bestände unter ständiger Kostendegression
erfolgreich durch Preistäler zu führen.
Die derzeitige große Preis-/Kostenschere verkraften selbst die großen Spitzenbetriebe
nur unter Hinnahme unzureichender Gewinne. Für viele weniger erfolgreiche und vor allem kleine
Betriebe ist sie der Anlass zum Ausstieg aus der Schweineproduktion oder sogar zur Betriebsaufgabe.
Trotz der enormen Preisschwankungen, die auch als Schweinezyklus altbekannt sind, konnte
Niedersachsen seine deutsche Marktführerschaft in diesem Produktionsbereich weiter ausbauen.
Fazit
Niedersachsen: Trend geht zu großen Beständen
Die Verlagerung der Schweinehaltung in große Bestände wird sich weiter fortsetzen und die
niedersächsischen Strukturen schon in wenigen Jahren insgesamt international angleichen. Der
Schweinehaltung in den heute noch etwa zur Hälfte beteiligten kleinen Beständen ist dabei kaum eine
Zukunft beschieden, allenfalls im Nebenerwerb, neben anderen erfolgreich geführten Betriebszweigen
oder in Marktnischen wie dem ökologischen Landbau. Zukünftig wird es deshalb ganz entscheidend
darauf ankommen, große Bestände führen und solche, soweit es die Sicht der Ferkelerzeuger betrifft,
auch bedienen zu können. Insbesondere muss aber die Planung, Entschlossenheit und Fähigkeit zur
Bildung finanzieller Reserven hinzukommen, damit sich Preistäler überbrücken lassen und nicht zum
Verhängnis werden. Mit einer Verstärkung des Strukturwandels in der Schweinehaltung ist aufgrund
der 2012 anstehenden Umsetzung gesetzlich beschlossener Maßnahmen zur weiteren Verbesserung
tierartgerechter Haltungsbedingungen zu rechnen.
Den gesamten Artikel zur Schweinehaltung in Niedersachsen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen finden Sie hier. download...
Rainer Schütte, LWK Niedersachsen
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