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Seit der BSE-Krise habe Sojaschrot das Tiermehl als wichtigen Eiweissträger im Futter abgelöst. Und Soja werde immer knapper und teurer, was wiederum die Futtermittelkosten verteuere. In der Branche würden bereits Gespräche über die Wiedereinführung von Tiermehl laufen, zitiert die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) Ruedi Zweifel, Direktor des Kompetenzzentrums der schweizerischen Geflügelwirtschaft Aviforum. "Tiermehl aus der Schweiz ist ökologischer als importiertes Soja", sagt auch Beat Wandeler vom Schweineproduzentenverband Suisseporcs. Denn erstens würden in Südamerika vielerorts Regenwälder gerodet, damit Soja angepflanzt werden könne. Und zweitens müsse Soja aus Übersee in die Schweiz transportiert werden, obwohl hier hochwertiges Eiweiss aus Tiermehl entsorgt werde.
Würde man bei der Fütterung die pflanzlichen Eiweisträger mit Tiermehl ersetzen, könnten die Futtermittelkosten jedoch nicht merklich gesenkt werden. Denn die Verfütterung von Schlachtnebenprodukten sei an zwei Voraussetzungen gebunden. Erstens müsse gewährleistet sein, dass bei Wiederkäuern keine tierischen Eiweisse im Futtertrog landen. Zweitens gelte das Kannibalismusgebot: Sowohl Schweinen als auch Hühnern dürfen keine Nebenprodukte der eigenen Art verfüttert werden. Eine strikte Trennung in allen Verarbeitungswegen sei also notwendig. Dies sei zwar machbar, jedoch auch mit Aufwand und Kosten verbunden. Aber nicht primär die Kosten zählten. "Wichtiger für uns ist die Verfügbarkeit der Ware", sagt Zweifel. Und diese sei beim Tiermehl besser gewährleistet als beim Sojaschrot. Auch beim BVET sei man grundsätzlich offen für Diskussionen mit den Geflügel- und Schweineproduzenten. "Heute jedoch sind die Voraussetzungen für eine Lockerung des Fütterungsverbots von Tiermehl sicher noch nicht gegeben", sagt BVET-Sprecher Marcel Falk. Auch in der EU werden Diskussionen darüber geführt.
Tierfett wird in der Schweiz momentan grösstenteils anstelle von Heizöl eingesetzt, das Tiermehl wird als Brennmaterial in der Herstellung von Zement verwendet. "Der Vorteil dabei ist, dass keine Schlacke anfällt und der Energieträger völlig CO2-neutral ist", erklärt Georg O. Herriger, Mediensprecher der Centravo. Die Centravo in Lyss BE ist die grösste Verwertungsfirma von Schlachtnebenprodukten in der Schweiz. Im Gegensatz zu den Geflügel- und den Schweineproduzenten denke jedoch die Centravo nicht daran, das Tiermehl wieder zu Schweine- und Geflügelfutter zu verarbeiten. Die Trennung von Reststoffen bei der Centravo sei auch gar nicht möglich, so Herriger. Bei der Centravo würden alle Kadaver – vom Huhn über den Hund bis zur Kuh – als so genannte "gemischte Rohware" angeliefert und würden zusammen verarbeitet. (isn)

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| Milch | 32,00 Cent/kg | zur dlz-Prognose |
| Ferkel NS | 56,50 €/St. | zur dlz-Prognose |
| Schweine 56% | 1,68 €/kg | zur dlz-Prognose |
| Sojaschrot | 389,00 €/t | zur dlz-Prognose |
| Rapsschrot | 0,00 €/t | zur dlz-Prognose |
