Samstag, 26.05.2012
Serbien: Großes landwirtschaftliches Potential - aber schlecht genutzt
Belgrad - Agrarprodukte sind die größte Exporthoffnung Serbiens. 65 Prozent der gesamten Fläche Serbiens sind landwirtschaftlich nutzbar. Das Land setzt große Hoffnungen in die EU.
Serbien verfügt über eine großes landwirtschaftliches Potential. Das ist allerdings schlecht genutzt.
© Mühlhausen/landpixel
Serbien hat dank einer Fruchtfolgefläche von vier Millionen Hektaren und guten Böden ein großes Landwirtschafts-Potenzial. Dieses ist zur Zeit aber ungenügend genützt, wie sich auf einer Reise von internationalen Agrarjournalisten durch das Land zeigte.
Wichtigste Gründe dafür sind sehr kleine durchschnittliche Betriebsgrößen, schlechte finanzielle Verhältnisse der Bauern, mangelnde Ausbildung und eine starke Landflucht.
Geringes Stütungsniveau
Die gut 440.000 gesetzlich anerkannten Bauern verfügen über eine
Betriebsfläche von lediglich vier Hektar. Das Stützungsniveau ist tief:
Serbien unterstützt seine Landwirte mit total 30 Millionen Euro
jährlich, nur gut ein Prozent des Betrags, den sich die Schweiz ihre
Landwirtschaft kosten lässt.
Deshalb erhofft man sich einiges von der
EU, nicht nur was die Stützung angeht, sondern auch bezüglich Exporten.
Wie der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium gegenüber den
Journalisten betonte, sind Agrarprodukte die größte Exporthoffnung der
Serben, da weder der Dienstleistungssektor noch die Industrie in dieser
Beziehung viel zu bieten haben.
Nettoexporteur von Agrarprodukten
Schon heute ist Serbien Nettoexporteur
von Agrarprodukten, mit besonderem Fokus auf Rindfleisch, Getreide und
Früchten, namentlich Himbeeren und Äpfeln. Die wichtigsten Exportländer
sind allerdings in weniger zahlungskräftigen Regionen angesiedelt: Mit
Russland, Weißrussland und der Türkei bestehen Freihandelsverträge.
Dorthin exportiert man unter anderem die Äpfel aus einer der mit 210
Hektaren zusammenhängender Fläche größten Apfelplantagen europaweit,
die vom reichsten Serben, dem Geschäftsmann Miroslav Miskovic und seiner
Delta Agrar betrieben wird.
Adrian Krebs, Präsident Schweizer Agrarjournalisten/lid
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