Bad Dürkheim - Die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) hat Anfang Dezember ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert.
Die gemeinnützige Stiftung SÖL wurde 1961 von Karl Werner Kieffer gegründet.
© SÖL
Die Stiftungsratsvorsitzende und Mitgründerin Dagi Kieffer würdigte den langjährigen Einsatz der SÖL zur Förderung der Bildung und Gesundheit in den Bereichen Ökologie und Landbau. Die Stiftung werde sich auch künftig verstärkt für den Erhalt einer Landwirtschaft einsetzen, die von bäuerlichen Werten geprägt sei, die verantwortlich mit den Lebensgrundlagen wie Boden und Wasser umgehe, eine artgemäße Tierhaltung praktiziere und den Menschen ein gesundes Lebensumfeld sichere, betonte die 85-Jährige bei ihrer Begrüßungsansprache in der Bad Dürkheimer Brunnenhalle vor mehr als 250 Gästen, unter ihnen auch die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken.
Die gemeinnützige Stiftung wurde 1961 von Karl Werner Kieffer gegründet. Zunächst lag der Fokus auf den Bereichen Bildung und Gesundheit, später kamen die Gebiete Ökologie und Landbau hinzu. So etablierte SÖL bereits in den siebziger und achtziger Jahren die erste Buchreihe zu Themenkomplexen rund um den Umweltschutz und den Biolandbau; seit 1977 gibt sie ferner die Fachzeitschrift Ökologie & Landbau heraus.
Berufliche Chancen ebnen
Darüber hinaus engagiert sich die an den Orten Bad Dürkheim, Queichhambach, Augsburg und München ansässige Stiftung in den Bereichen Wissenschaft und Forschung. Beispielsweise unterstützt sie mehrere Stiftungsprofessuren in Witzenhausen und Dresden und setzte zudem Impulse bei der Gründung der Universität Kaiserslautern. Des Weiteren tritt die SÖL über die zweimal jährlich stattfindende "Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau" seit gut 20 Jahren mit Forschern in Kontakt. Hinzu kommt im bildungspolitischen Engagement die praktische Aus- und Weiterbildung von Studienabsolventen über das Traineeprogramm Ökolandbau, mit dem den Alumni eine berufliche Chance in der Biobranche geebnet werden soll. Das Traineeprogramm wird durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert. Außerdem ermöglicht SÖL auf dem eigenen Seminarbauernhof Gut Hohenberg mehrtägige Schüleraufenthalte sowie Kurse für die Erwachsenenbildung.
"Deutschland braucht mehr Biobetriebe"
Mit der Initiative "bio-offensive" setzt sich die Stiftung seit 2008 für die Umstellung von heimischen Betrieben auf Ökolandbau ein. Damit will die SÖL eigenen Angaben zufolge der hierzulande jährlich um 10 % steigenden Nachfrage nach Bioprodukten nachkommen. Bislang liege der Zuwachs der deutschen Bioanbaufläche bei 5,3 %, betonte die Stiftung. Aus diesem Missverhältnis resultiere ein steigender Anteil ausländischer Bioware, der auf den deutschen Markt gelange. Damit würden der heimischen Landwirtschaft wertvolle Marktanteile verlorengehen. "Dies bedeutet: Deutschland braucht mehr Biobetriebe", stellte SÖL-Vorstand Dr. Uli Zerger fest.