Samstag, 26.05.2012
Forschungsprojekt zur Klimaanpassung
Soest - Vor dem Hintergrund sich ändernder Klimabedingungen werden Anpassungsstrategien im Pflanzenbau immer wichtiger.
Grünroggen-Bestand, der mit einer Direktsaat-Maschine "Cross Slot" eingesät wurde.
© Schattschneider, FH Südwestfalen
Wissenschaftler der Fachhochschule Südwestfalen in Soest wollen in Zusammenarbeit mit dem Julius Kühn-Institut Braunschweig (JKI) und dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) herausfinden, welche Möglichkeiten konventionell wirtschaftende Betriebe haben, einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und sich selbst auf den Klimawandel einzustellen.
Ziele des Projektes sind die Entwicklung von Ansätzen zur Reduktion der von der Landwirtschaft emittierten Treibhausgase. Anpassungsstrategien an den Klimawandel zur Minimierung von Ertragsschwankungen sollen hinsichtlich ihrer Effizienz und ihrer Auswirkungen auf ökonomischen und ökologischen Eckdaten geprüft werden.
Vergleich von drei verschiedenen Betriebstypen
Detailaufnahme der Cross Slot
© Schattschneider, FH Südwestfalen
Dazu entwickeln die Forscher einen "On-Farm"-Systemvergleich an den Standorten Soest und Braunschweig. In Großparzellen sollen drei verschiedene Betriebstypen verglichen werden.
Der "Marktfruchtbetrieb", der "Viehhaltende Betrieb mit Biogasanlage" und der "Optimierte Klimabetrieb" unterscheiden sich hinsichtlich Fruchtfolge, Bodenbearbeitung sowie Nährstoffmanagement.
Die Realisierung der Projektziele soll über mehrere Maßnahmen erfolgen:
- Reduzierung der Bodenbearbeitungsintensität bis hin zur Direktsaat (Einsparung von fossiler Energie)
- Ertragsstabilisierung durch eine aufgelockerte Fruchtfolge und eine bessere Anpassung an das System Direktsaat
- Stickstofffixierung durch Leguminosen sowie der optimierte Einsatz organischer Düngemittel mit möglichst geschlossenem Nährstoffkreislauf sollen zur Einsparung von Mineraldünger beitragen.
- Erweiterung der Zeitfenster für Saat, Düngung, Pflanzenschutz und Ernte durch eine Verbesserung der Bodentragfähigkeit
- Die Ausnutzung des Stickstoffs in organischen Düngemitteln soll verbessert werden.
Im Rahmen der Ökobilanzierung wird schließlich für jeden Betrieb eine Bewertung vorgenommen. Erfasst werden sollen die Umweltwirkungen auf Ressourcen-, Nährstoff- und Schadstoff-Management sowie auf die Bodenqualität.
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