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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Energie » Solar » Solarstudie ]
Samstag, 26.05.2012
Solar | 27.02.2011 Redaktion agrarheute.com

Die Top Ten der PV-Dünnschichtunternehmen

Basel - Unter den mehr als 150 Dünnschichtunternehmen kristallisiert sich zunehmend eine kleine Zahl führender Unternehmen heraus, die konsequent ihre Kapazitäten ausbauen.
Der Gesetzentwurf zur neuen Solarförderung soll schon morgen im Bundestag gelesen werden.© F. Gopp/pixelio
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Der Gesetzentwurf zur neuen Solarförderung soll schon morgen im Bundestag gelesen werden.
© F. Gopp/pixelio
Die Schweizer Privatbank Sarasin, die die zehn führenden Dünnschichtunternehmen in einer Studie veröffentlicht hat, rechnet in Zukunft ist mit einer verschärften Verdrängung und Konsolidierung. Die Ermittlung der Top Ten-Dünnschichtunternehmen beruht auf der Bewertung der Produktions- und Vertriebserfahrung sowie den erwarteten Produktionsmengen. Neun der ersten zehn Unternehmen verwenden Eigenentwicklungen bei den Produktionsanlagen. Unternehmen mit Standardanlagen von AMAT7, Oerlikon, Centrotherm oder Ulvac, die überwiegend erst zwischen Ende 2008 und Mitte 2009 die Produktion aufgenommen haben, finden sich erst in den Rängen zehn bis zwanzig. Das eigene Know-how scheint in Verbindung mit einer mehrjährigen Fertigungserfahrung nicht an Bedeutung verloren zu haben.
 
Unter den ersten fünf finden sich ausschließlich Unternehmen mit langjähriger Produktionserfahrung. Dank ihrer guten Kostenstruktur und ihrem guten Marktzugang konnten sie ihre Module sehr gut verkaufen. Unter den Top-Ten-Produzenten 2010 finden sich je drei Unternehmen aus Japan und den USA, zwei aus China und je eines aus Deutschland und aus Taiwan. Neun Unternehmen setzen auf ihre betriebseigenen Entwicklungen und eines setzt auf a-Si/μc-Si-Produktionslinien (a-Si:H steht für amorphemes und µc-Si:H für mikrokristallines Silicium) von Ulvac.

First Solar – der Leader wächst und wächst

© Bank Sarasin
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© Bank Sarasin
Basierend auf ihrer betriebseigenen CdTe-Technologie (Halbleitermaterial auf Cadmium-Tellurid-Basis) verteidigt First Solar erfolgreich seine Leaderposition unter allen Zellen- und Modulproduzenten, inklusive Herstellern siliziumbasierter Module. Die Produktionskapazitäten erreichten im Jahr 2010 1.400 MW, und das Ziel für 2012 liegt mit 2.700 MW fast bei einer Verdoppelung der Kapazitäten. Die momentanen Produktionsstandorte USA, Deutschland, Malaysia werden bis 2012 um Frankreich und Vietnam erweitert. Das Unternehmen ist für alle Dünnschichtunternehmen wichtiger Maßstab bezüglich schnellen Kapazitätsausbaus, Kostenreduktion, Life Cycle Management sowie vor- und nachgelagerter Integration.
 
Im Vergleich zu der kristallinen Siliziumtechnologie wird ein Modul von First Solar in wenigen Prozessschritten innerhalb von zwei Stunden an einem Ort gefertigt. First Solar konnte seine  Moduleffizienz mittlerweile auf 11,2% steigern und die Produktionskosten im zweiten Quartal 2010 auf 0,76 USD/W reduzieren. Damit kann Solarstrom in verschiedenen sonnenreichen Regionen der Erde bereits zu wettbewerbsfähigen Konditionen erzeugt werden. Alle Module sind mit einer Rücknahme- und Recyclinggarantie ausgestattet. Trotz aller Bestrebungen bleibt ein gewisses unternehmerisches Risiko wegen immer wieder auftauchender Kritik an der Verwendung des toxischen Elements Cadmium. Ein gesetzliches Verbot von Cadmium in PV-Anlagen ähnlich wie bei Elektronikgeräten ist beispielsweise in der EU oder auch in China nicht vollständig ausgeschlossen.
 
Mit der Übernahme von Next Light hat First Solar ihre Projektpipeline für große Freiflächenanlagen um 2,2 GW erhöht. Auch ein 2-GW-Projektauftrag in der Provinz Innere Mongolei konnte unlängst bestätigt werden. Zur Sicherung ihres Rohmaterials Tellur hat First Solar das Unternehmen 5N Plus übernommen. Dieses ist schon heute der Hauptlieferant dieses wichtigen Rohmaterials und größere Mengen können so für die weitere Expansion gesichert werden.

Sharp – hält sich im Spitzentrio

Das japanische Elektronikunternehmen Sharp betreibt eine große Solarenergieabteilung und produziert sowohl kristalline als auch Dünnschichtmodule. Die Gesamtproduktion belief sich 2009 auf 595 MW. Basierend auf dem großen internen Wissen hat Sharp schon 2005 die ersten a-Si/μc-Si-Module hergestellt. Weitere Innovationen beinhalten halbtransparente und Triple-Junction-Dünnschichtmodule. Neben der bestehenden a-Si/μc-Si-Produktionslinie in Katsuragi wurde im März 2010 am neuen Standort in Sakai eine zusätzliche Linie eröffnet. Damit liegt die Dünnschichtproduktionskapazität bei 320 MW.
 
Dieses Jahr werden rund 250 MW Dünnschichtmodule effektiv produziert. Bis 2012 soll die Produktionskapazität auf 640 MW gesteigert werden. 160 MW sollen 2011 in Sizilien bei 3Sun, einem Joint Venture von Sharp, ENEL und STMicroelectronics, entstehen. STM besitzt dort eine Halbleiterfabrik, welche nie in Betrieb genommen wurde. Eine weitere 160 MWProduktionslinie soll 2012 in Sakai (Japan) eingeweiht werden.
 
Die Effizienz von Sharps a-Si/μc-Si-Modulen liegt bei 9,5%. Die aktuellen Produktionskosten werden nicht veröffentlicht. Sie scheinen jedoch am Standort Sakai wettbewerbsfähig zu sein. In derselben Fabrik wird Flachglas für die Solarmodule wie auch für LCD-Bildschirme hergestellt. Im September 2010 übernahm Sharp den amerikanischen Projektentwickler und unabhängigen Stromproduzenten Recurrent Energy mit einer Projektpipeline von 2 GW. Dieses etablierte Unternehmen besitzt eine gute "Bankability" und ein starkes internationales Netzwerk. Es bestehen Projekte in den USA, in Kanada, Deutschland, Frankreich, Spanien und Israel.

Kaneka – Beständigkeit zahlt sich aus

2010 wird die Kaneka Solartech, eine Division der Kaneka Corp. in Japan, mit einer Produktion von 110 MW a-Si/μc-Si-Modulen die dritte Position unter den globalen Dünnschichtunternehmen belegen. Dies vor allem, weil die letztjährige Nummer 2, United Solar Ovonics, wegen interner Probleme zurückgefallen ist und nur noch rund 75 MW produzieren wird (123 MW in 2009). Zusätzlich wurde der japanische Heimmarkt durch ein neues Unterstützungsprogramm gestärkt.
Kaneka lancierte einen Solarziegel "Solitex PV", welcher vom Markt sehr gut aufgenommen wurde.
 
Die Produktionskapazitäten wurden im Juni auf 150 MW gesteigert. Kaneka besitzt eine lange F&E-Erfahrung mit seiner amorphen Dünnschichttechnologie, welche bis 1980 zurückreicht. Das Unternehmen erreicht im Labor mit 12% die höchste Effizienz bei a-Si/μc-Si-Modulen. Die kommerziell erhältlichen Module liegen bei einem Wirkungsgrad von 9%. Kaneka hat seine forschen Ausbaupläne etwas zurückgefahren und will erst 2012 über eine weitere Expansion entscheiden. Trotz guter "Bankability" bleibt der Vertrieb überwiegend auf den japanischen Heimmarkt fokussiert. Aufgrund des zögerlichen Kapazitätsausbaus und der fehlenden internationalen Distributionskanäle wird Kaneka in Zukunft voraussichtlich in der Rangliste zurückfallen.

Dünnschichtverfolgergruppe

Alle Unternehmen der Dünnschichtverfolgergruppe müssen ihre geplanten Geschäftsmodelle  noch unter Beweis stellen. Die Gruppe der Verfolger wird vom a-Si- Hersteller Trony Solar aus China und dem CIS-Hersteller Solar Frontier, einer Tochter von Showa Shell, angeführt. Das 1993 gegründete Unternehmen Trony Solar ist auf den chinesischen Markt fokussiert und will über einen geplanten Börsengang seine weitere Expansion finanzieren. Der Gang an die Börse in Hongkong fand Anfang Oktober statt. Eine Nasdaq-Kotierung in New York wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.
 
Solar Frontier wird 2011 die Produktion in Miyazaki in einer Fabrik mit einer Kapazität von 900 MW beginnen. Dies zusätzlich zu den bestehenden zwei Produktionsanlagen in Japan mit einer Kapazität von insgesamt 100 MW. Daneben werden Vertriebsbüros in Deutschland und in Kalifornien eröffnet. Solar Frontier hat im Oktober angekündigt, dass es General Electric (GE) mit Dünnschichtmodulen beliefern kann. Das globale Marketingnetzwerk von GE kann Solar Frontier beim Vertrieb seiner Module stark unterstützen. Anfang November berichtete das Unternehmen über eine Modullieferung von 10 MW an den arabischen Ölkonzern Saudi Aramco Oil. Diese Installation liefert dem Unternehmen wichtige Informationen über das Verhalten der CIS-Module in einem Wüstenklima.
 
Das im letzten Jahr zweitplatzierte Unternehmen United Solar Ovonics, die Tochter der amerikanischen Energy Conversion Devices (ECD), besitzt zwar eine solide Erfahrung in der Triple-Junction-Technologie. Mit ihrem Laminierungsverfahren für einen Nischenmarkt liegt die Kostenstruktur jedoch höher und der Verkaufszyklus ist langsamer. In dem momentan hart umkämpften Marktumfeld verliert United Solar Marktanteile. Das Unternehmen steht vor der Herausforderung, eine sehr ambitionierte Technologie- und Kosten-Roadmap umzusetzen, damit es den Anschluss an die Spitze halten kann.
 
Solyndra baut die Produktion ihrer röhrenförmigen CIGS Zellen weiter aus. Diese zylindrischen Module können das Sonnenlicht auf einer 360 Grad umfassenden, photovoltaischen Oberfläche einfangen und sind damit in der Lage, sowohl direktes als auch gestreutes und reflektiertes Sonnenlicht in Strom umzuwandeln. Bis Ende 2010 soll auch die zweite Produktionslinie startbereit sein, sodass die Kapazität (inkl. Linie 1 mit 80 MW) auf 300 MW erhöht werden kann. Weitere sehr ambitiöse Expansionspläne wurden von neuen Unternehmen vermeldet.
 
Hanergy, Chinas größter privater Betreiber von erneuerbaren Energieanlagen, bestellte  schlüsselfertige a-Si-Produktionslinien vom chinesischen Anlagenbauer Apollo Solar mit einer Kapazität von 800 MW. Zukünftig soll die Bestellung auf Produktionslinien für total 3 GW in der Höhe von USD 2,55 Mia. erhöht werden. Gleichzeitig hat Hanergy 52% des Aktienkapitals von Apollo Solar für USD 150 Mio. übernommen.
 
Das Unternehmen Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) baut die erste 200-MW-Fabrik für die Produktion von CIGS-Dünnschichtmodulen. Dafür bestellte es Produktionslinien vom kalifornischen Unternehmen Stion. In einer zweiten Phase soll der Standort auf eine Kapazität von 700 MW ausgebaut werden. Gleichzeitig übernahm TSMC einen Aktienanteil von 21% an Stion. Zudem besitzt TSMC auch 20% am taiwanesischen c-Si- Zellenhersteller Motech. (pd)
 
Die Studie "Solarwirtschaft – unterwegs in neue Dimensionen. Technologien, Märkte und Industrien im Vergleich", aus der die oben angegebenen Informationen stammen, wurde  von der schweizer Sarasin-Bank im November 2010 veröffentlicht.
 
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion Joule Beste deutsche Aktie der Dekade
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