Samstag, 26.05.2012
Spaniens Schweinehalter fordern Hilfe
Ab 1. Januar 2013 müssen Schweine in der EU in Gruppen gehalten werden. Das können sich spanische Schweinehalter nicht leisten, meint der Landwirtschaftsverband COAG und fordert Finanzhilfen.
Spanische Landwirte können sich die Umstellung nicht leisten, meint der Verband COAG und fordert eine längere Frist sowie Finanzhilfen.
© Mühlhausen/landpixel
Der spanische Landwirtschaftsverband COAG hat Agrarminister Miguel Arias Cañete gebeten, mit Blick auf die neuen Tierschutzauflagen den Schweinehaltern mit staatlichen Mitteln finanziell unter die Arme zu greifen, berichtet Agra-Europe. Andernfalls sähen sich die Produzenten außerstande, die Vorgaben für das Wohlergehen der Tiere umzusetzen. Zugleich appellierte COAG an den Ressortchef, sich in Brüssel für ein Moratorium von zwei Jahren stark zu machen.
Kosten von 250 bis 300 Euro je Tier
Der spanische Agrarverband, der vorwiegend mittlere und kleine
Landwirtschaftsbetriebe vertritt, beklagte gegenüber Arias Cañete, dass
die Schweinebetriebe für die Anpassung an die Tierschutzrichtlinie nur
noch Zeit bis zum 1. Januar 2013 hätten. Laut COAG müssen mehr als
75.000 Schweinebetriebe gleichfalls enorme Investitionen tätigen, um
künftig die Tierschutzauflagen zu erfüllen. Die dafür notwendigen Kosten
pro Tier dürften in den Schweinebetrieben zwischen 250 und 300 Euro
liegen, prognostizierte der Agrarverband. Insgesamt werde die Umstellung
die Schweinebetriebe mehr als 700 Millionen Euro kosten.
Damit würden jahrelange Anstrengungen der Produzenten über Bord
geworfen, um den Konsumenten ein gesundes und sicheres Produkt zu
angemessenen Preisen anzubieten.
Produktionsrückgang befürchtet
Der Verband
befürchtet, dass die aktuellen Auflagen mit einer Flächenaufstockung von
30 Prozent pro Tier zu einem Produktionsrückgang führen und
gleichzeitig Tür und Tor für Importe aus Drittländern öffnen werden, die
ihrerseits nicht die EU-Normen erfüllen. Man wolle deshalb Druck in
Brüssel ausüben, damit die Europäische Union beim Import aus
Drittländern auf identische Umwelt- und Tierschutz-Standards dränge, so
Agra-Europe.
EU-Tierschutz: Verstoßverfahren werden eingeleitet
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