Samstag, 26.05.2012
SPD: Agrarpolitik von Seite der Konsumenten denken
Berlin - SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel fordert ein Umsteuern in der Agrarpolitik zu mehr Verbraucherschutz.
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.
© Deutscher Bundestag / Thomas Imo/photothek
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat angesichts von Problemen in der Massentierhaltung ein Umsteuern in der Agrarpolitik zu mehr Verbraucherschutz gefordert. «Wir dürfen nicht mehr nur von der Seite der Produzenten denken, sondern wir müssen ausschließlich von der Seite der Konsumenten denken», sagte Gabriel am Montag in Berlin mit Blick auf Förderung und rechtliche Standards.
Die Agrarfinanzierung der EU müsse stärker an Lebensmittelsicherheit und Ökologie geknüpft werden. Eine Sonderregelung im Baurecht, die industrielle Stallanlagen ermögliche, solle abgeschafft werden.
Antibiotikaeinsatz drastisch einschränken
Der SPD-Chef forderte, die Einsatzmöglichkeiten für Arzneimittel wie Antibiotika in der Tiermast drastisch herabzusetzen. Verbraucher müssten - unabhängig vom Einkommen - sicher sein, gesunde Lebensmittel zu bekommen. «Und zwar alle und nicht nur diejenigen, die genug Geld haben, beim Bioladen einkaufen zu gehen», betonte Gabriel nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger.
Freiwillige Maßnahmen nicht ausreichend
Weiger bekräftigte die Forderung nach einem Verbot des Einsatzes von Antibiotika, die auch für Menschen verwendet werden. Bei diesem Thema reichten freiwillige Maßnahmen nicht mehr aus. Studien der Ministerien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten ergeben, dass bis zu 96 Prozent der Masttiere mit Antibiotika behandelt werden. Über den Verzehr von Lebensmitteln können Menschen Keime aufnehmen, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. Das kann dazu führen, dass die Arznei auch bei ihnen nicht anschlägt.
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dpa
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