Mit Gelbschalen können die Schädlingsdichten im Raps sicher erfasst werden.
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Winterraps: Der Raps hat mit dem Schossen begonnen. Durch die anhaltend warmen Temperaturen ist es in den letzten Tagen zu einem starken Zuflug von Rapsschädlingen gekommen. Neben den Stängelschädlingen (Großer Rapsstängelrüßler und Gefleckter Kohltriebrüßler) mit einer Bekämpfungsschwelle von 10 bzw. 30 Käfern in drei Tagen in einer Gelbfangschale, werden zurzeit in allen Regionen bereits außergewöhnlich viele Rapsglanzkäfer in dieser frühen Phase beobachtet. Die Bekämpfungsrichtwerte für den Rapsglanzkäfer liegen momentan bei 2 bis 4 Käfern je Pflanze bzw. Knospenbestand.
Bei Überschreiten der Bekämpfungsrichtwerte sollten unverzüglich Insektizide ein-gesetzt werden. Zur Bekämpfung aller Rapsschädlinge sowie aus Gründen der Resistenzvermeidung sind die Pyrethroide der Klasse I, z. B. Talstar (125 ml/ha; B4) sowie Trebon (200 ml/ha; B1) zu bevorzugen. Bestände, die in den letzten Tagen bereits behandelt wurden, sollten in den nächsten Tagen weiter auf den Rapsglanzkäfer kontrolliert werden. Die Wirkung einer Insektizidanwendung hält aufgrund des schnellen Wachstums aber nur etwa sieben Tage vor.
Aufgrund der wüchsigen Witterung kann nunmehr in allen Beständen auch eine Wachstumsregulation im Raps mit den anstehenden Insektizidmaßnahmen kombiniert werden. Zur Anwendung sind Caramba und Folicur zugelassen. Je nach Lagerrisiko (Sorte, Entwicklung, N-Nachlieferung) sollte die Aufwandmenge 0,5 bis 1,0 l/ha betragen. Zur Verstärkung der Einkürzung kann bei starkem Lagerrisiko auch Moddus zugesetzt werden (z. B. Caramba 0,6 l/ha + Moddus 0,3 l/ha). Zur Vermeidung von Bormangel empfiehlt sich in Winterraps der Zusatz von etwa 300 g/ha Bor.
Zuckerrüben: Die Aussaat der
Zuckerrüben wurde in den letzten Tagen mit Hochdruck vorangebracht. Sofern es trocken bleibt, sollten die Bestände auf den Befall mit Springmäusen kontrolliert werden. In bekannten Befallslagen empfiehlt es sich, Ablenkfütterungen anzulegen. Dazu eignen sich abgetötetes Getreide oder auch Sonnenblumenkerne. Die Aufnahme der Köder sollte regelmäßig kontrolliert und bis zur Keimung der
Zuckerrüben fortgesetzt werden. Darüber hinaus können durch das Aufstellen von Julen auch die natürlichen Feinde wie Greifvögel unterstützt werden.
Gezielte Vorauflaufanwendungen mit Herbiziden, insbesondere gegen Hundspetersilie, Raps oder Kamille, kommen in den nächsten Tagen nur in Betracht, wenn ausreichend Niederschläge fallen. Zur Anwendung gegen Hundspetersilie kommt Rebell (2 bis 3 l/ha) in Frage. Gegen Raps und Kamille sollte Goltix (1,5 bis 2 l/ha) bevorzugt werden.
Wintergetreide:
Im Wintergetreide sollte die Unkrautbekämpfung abgeschlossen werden. Das Getreide zeigt derzeit ein gutes Wachstum, frühe Bestände beginnen mit der Streckung. Späte Weizenbestände zeigen jedoch Brachfliegenbefall, hier sollten bestockungsfördernde Maßnahmen ergriffen werden. Der Befall mit Pflanzenkrankheiten ist derzeit gering, vereinzelte gelbe Blätter im Weizen sind auf die Nässe im März zurückzuführen. Auch das Mosaikvirus der
Gerste wächst sich derzeit schnell aus.
Zur Wachstumsregulierung in Roggen und Triticale besteht jetzt beim Aufrichten der Triebe die Möglichkeit, CCC einzusetzen (ab BBCH 29/30). Diese Maßnahme ist jedoch nur bei einer noch ausstehenden Herbizidmaßnahme zu empfehlen. Es ist nicht erforderlich, eine gesonderte Durchfahrt einzuplanen, da zum Schossen ab BBCH 31/32 ausreichend Erfahrung mit der Mischung CCC + Moddus bestehen. Diese Kombination kann auf allen Standorten mit guter Wirksamkeit und Pflanzenverträglichkeit eingesetzt werden. Weiterhin besteht dann die Möglichkeit, die Wachstumsregulierung mit z. B. einer Klettenlabkrautbehandlung und einem Fungizideinsatz zu kombinieren.
In der Wintergerste zeigt sich auf den leichteren Standorten seit einigen Wochen Manganmangel. Mittlerweile sind auch Schläge bekannt, auf denen Winterweizen und Triticale betroffen sind. Im Bedarfsfall ist zur Vitalisierung z. B. Mangannitrat in Kombination mit Bittersalz und auch mit 30 bis 50 l/ha AHL einzusetzen. Bei schwacher Grundnährstoffversorgung hat sich auch der Einsatz eines Volldüngers bewährt. Bei
Gerste sollte in den nächsten Tagen auch die Schossergabe eingeplant werden.
Kartoffeln: Die Pflanzung der Frühkartoffeln unter Folie ist abgeschlossen, die Unkrautbekämpfungsmaßnahmen sind durchgeführt und die Folien aufgezogen. Verbreitet werden nun bei guten Bedingungen die Kartoffeln im normalen Feldanbau gepflanzt. Im Hinblick auf die Ende April bis Anfang Mai anstehenden Unkrautbekämpfungsmaßnahmen sollten die nach dem Pflanzen noch vorgesehenen Düngergaben zeitnah durchgeführt werden und der endgültige Dammaufbau auch bald vorgenommen werden. Durch diese Vorgehensweise wird sichergestellt, dass zum Durchstoßen der Kartoffel bereits ein Großteil der Unkräuter aufgelaufen ist und sicher bekämpft werden kann.
Weiterführende Informationen zum Integrierten
Pflanzenschutz erhalten Sie bei Ihrer Bezirksstelle der LWK Niedersachsen und im Internet: www.lwk-niedersachsen.de sowie
www.isip.de