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Wie organisiert man etwas, wenn man nicht dazu aufrufen kann? Das ist eines der Probleme, die der BDM im Augenblick zu lösen versucht. Denn während man einerseits einen möglichst wirkungsvollen Milchlieferboykott auf die Beine stellen möchte, darf man andererseits nicht dafür werben. Nicht gerade gute Startbedingungen.
Und nicht nur das: Die französischen Landwirte erwarten nun von den deutschen Bauern Solidarität. Bringt man die nicht auf, läuft man Gefahr europaweit nicht mehr ernst genommen zu werden. Auch wenn man den Boykott hierzulande nicht unbedingt zu diesem Zeitpunkt losgetreten hätte. Das ist jedenfalls das, was BDM-Mitglieder erklären.
Währenddessen distanzieren sich die drei führenden Bauern- und Molkerei-Verbände in Frankreich von den Streikenden. Per offenem Brief. "Wir unterstützen den Streik nicht, da er keine Lösung ist", so schreiben die drei Vorsitzenden Jean-Michel Lemetayer, Präsident des Verbandes FNSEA, Henri Brichart vom FNPL und William Villeneuve vom Verband JA. Und werden dafür als Varräter beschimpft. Man fragt sich: hätte dieser Brief sein müssen?
Die Branchenvertreter riefen die streikenden Milcherzeuger auch eindringlich dazu auf, Konflikte und Spaltungen zu vermeiden. Dazu ist es nun zu spät. Denn durch das Schreiben ist der Streit um den Streik erst richtig offenkundig geworden.
Ganz gelassen zeigt man sich dagegen in Brüssel. Bei der EU, versicherten Insider, sei der drohende Milchlieferboykott kein Thema. Kein Wunder. Wenn nächste Woche José Manuel Durão Barroso als Präsident der Europäischen Kommission wieder gewählt wird, kann auch Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel ihre Ambitionen auf eine weitere Amtszeit verkünden - die sie sicher bekommen wird. Österreichs Bauernbund-Präsidenten Fritz Grillitsch wetterte inzwischen, dass Brüssel die Milchkrise aussitze. Man kann ihm kaum widersprechen.

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