Samstag, 26.05.2012
Schweizer Rekordernte bei Tafelkirschen
Zug - Dank optimaler Bedingungen konnten Schweizer Obstbauern über 3.100 Tonnen Tafelkirschen pflücken – so viel gab's noch nie in den letzten 26 Jahren.
© Christian Mühlhausen/www.landpixel.de
Der Schweizer Obstverband (SOV) ging in seiner Anfang Juni veröffentlichten Ernteschätzung von 2.241 Tonnen Tafelkirschen aus – eine Menge, die vergleichbar war mit den Vorjahren.
Die in diesen Tagen zu Ende gehende Ernte beläuft sich mittlerweile jedoch auf über 3.100 Tonnen Tafelkirschen (Stand: 28. Juli 2011). Damit wurden nicht nur alle Erwartungen massiv übertroffen, sondern gleichzeitig auch ein neuer Rekord aufgestellt. Das zeigt ein Blick in die Statistik. Seit 1985 erfasst der SOV Tafelkirschen als eigene Kategorie. Der bisherige Spitzenwert aus dem Jahr 1995 belief sich 2.687 Tonnen. Damit ist klar: Bei der diesjährigen Ernte handelt es sich um die mit Abstand größte der letzten 26 Jahre.
"Es war ein rundum perfektes Kirschenjahr. Es hat einfach alles gestimmt", schwärmt Hansruedi Wirz, Präsident des Produktezentrums Kirschen/Zwetschgen des Obstverbandes. Die Bäume blühten bei günstiger, warm-trockener Witterung. Die Befruchtung war dementsprechend gut, Hagel- und Frostschäden sowie Kälteeinbrüche blieben weitgehend aus. Zwar war es – insbesondere in der West- und Nordwestschweiz – ausgesprochen trocken, negative Auswirkungen hatte dies auf die Früchte keine – dank künstlicher Bewässerung. Die ausbleibenden Niederschläge hatten aber auch ihre guten Seiten. "Dank der warmen und trockenen Witterung ist der Krankheits- und Schädlingsdruck klein geblieben", so Wirz.
Trend zu großfruchtigen Kirschen setzte sich 2011 fort
Eine Rekordernte ist das eine, deren Vermarktung das andere. "Der Absatz einer solchen Menge stellte eine besonders große Herausforderung dar", erklärt Wirz rückblickend. Zu Hilfe kam den Obstbauern der diesjährige Vegetationsvorsprung, der rund 14 Tage betrug. Somit fiel die Haupternte nicht in die Ferienzeit, so dass die Nachfrage konstant hoch blieb. Ein Pflückstopp sei denn auch nicht nötig gewesen, so Wirz. Und auch die Preise blieben stabil.
Fortgesetzt hat sich 2011 der langjährige Trend zu großfruchtigen, in Kulturen produzierten Kirschen. Besonders stark legten denn auch die Kirschen der Klasse Premium (Früchte mit einem Durchmesser ab 28 Millimeter) zu. Mit über 725 Tonnen wurden gegenüber 2010 mehr als doppelt so viele Premium-Kirschen gepflückt – und auch verkauft. (lid)
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