Autotest Pickup Mitsubishi L 200: Arbeitstier mit permanentem Allradantrieb

Dieser Artikel ist zuerst im dlz agrarmagazin erschienen. Jetzt testen und kennenlernen - mit unseren besonderen Angeboten!

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Ende letzten Jahres bekam der Mitsubishi L 200 eine Runderneuerung. Die Redakteure des dlz agrarmagazin haben sich das Arbeitstier mit Komfort angesehen.

Bild auf Agrarheute.com © Pahlke/dlz agrarmagazin Bild vergrößern
Der Einstiegspreis des Mitsubishi L 200 liegt bei 26.290 Euro.

Der Mitsubishi L 200 kommt bei uns in zwei unterschiedlichen Karosserieversionen auf den Markt: als Doppelkabine und als so genannter Club Cab. Letzterer ist ebenfalls viertürig, wobei die Hecktüren schmäler sind und hinten anschlagen. Das spart die B-Säule und soll den Einstieg nach hinten auf das eher als Notsitz taugliche Gestühl bequemer machen.

  • 5,30 m lang und 1,82 m breit
  • Testversion: 1.950 kg; einfachere Variante Club Cab: 1.875 kg
  • Wendekreis: 5,90 m

Die Bodenfreiheit liegt bei 20 cm. Sie erschien den Redakteuren des dlz agrarmagazin im Gelände teilweise zu gering. Und wer durchs Wasser muss: Bis 60 cm kann das Wasser stehen, ohne dass sich das Fahrzeug verschluckt.

Ziemlich Pick-up-typisch ist das Fahrwerk: Doppelquerlenker und Schraubenfedern vorne, blattgefederte Starrachse hinten. Dabei machte der Federungskomfort – ebenso wie die Sitze – auf langen Strecken einen guten Eindruck auf uns.

Zuladung, Anhägelast, Ladefläche

Die maximale Zuladung liegt bei 960 kg. Die maximale Anhängelast gibt der Hersteller mit 3,1 t an. Das ist ein guter Wert, aber nicht der Spitzenwert in der Klasse.

Die Länge der Ladefläche von 1,52 m hat sich im Vergleich zum alten Modell nicht verändert. Die Laderaumbreite zwischen den Radkästen liegt bei 1,08 m. Da die Radkästen aber jetzt weiter vorne liegen, schafft der Neue trotz gleicher Länge und Breite mehr Platz auf der Fläche. Außerdem ist die Ladetiefe auf knapp 48 cm angewachsen. Dadurch lässt sich einiges verstauen.

  • Hubraum: 2.442 cm³
  • Leistung: 113/133 (bei L 200 Plus)
  • max. Geschwindigkeit: 169-179 km/h

Satte Motorleistung

Mit 181 PS und 430 Nm maximalem Drehmoment ist der Testwagen gut motorisiert und verrichtet seine Arbeit unangestrengt. Die Kraft kommt aus einem neuen in Aluminiumbauweise konstruierten 2,4-l-Dieselmotor mit wahlweise 154 oder 181 PS.

Weitere Merkmale des Antriebs:

  • zwei oben liegende Nockenwellen (DOHC),
  • vier Ventile pro Zylinder und
  • Common- Rail-Dieseldirekteinspritzung.

Permanenter Allradantrieb

Die Besonderheit des L 200 ist der permanente Allradantrieb. Die Technik wurde vom Vorgänger übernommen. Dabei hat man bei der Verteilung der Kraft etwas nachjustiert. So werden jetzt 60 Prozent der Kraft auf die Hinterräder verteilt; 40 Prozent kommen vorne an. Die Untersetzung für das Gelände wird elektronisch über einen Drehschalter in der Mittelkonsole aktiviert.

Das Mittendifferenzial lässt sich ebenfalls über den Drehschalter sperren. Mit einer weiteren Umdrehung nach rechts schaltet man die Untersetzung für die Geländefahrt ein.

Wem die Varianten zu umfangreich sind, der kann auch das einfachere zuschaltbare Allradsystem Easy Select haben.

Fazit der dlz-Tester

Der neue L200 ist ein Arbeitstier, bei dem man vor allem in den erweiterten Ausstattungsversionen auf Komfort nicht verzichten muss. Würden manche Details noch etwas mehr auf Profis ausgelegt, wie wirklich nutzbare Zurrösen oder eine mittig sitzende Rückfahrkamera, würde das den Gesamteindruck noch heben.

Und noch etwas ist wichtig: Wer ein solches Fahrzeug, insbesondere mit Doppelkabine als Lkw anmelden will, sollte sich vorher bei seinem Finanzamt schlaumachen. Allzuoft kommt es im Nachgang zu bösen Überraschungen, wenn der Fiskus die eigene Auffassung nicht teilt und entsprechende steuerliche Abschreibungen nicht möglich sind. Daher: vor dem Kauf fragen.

Den gesamten, ausführlichen Test des Mitsubishi L 200 finden Sie im dlz agrarmagazin (Ausgabe 06/2016).


Pickup Mitsubishi L 200 im dlz-Test
  • Die Laderaumlänge beträgt bei der Doppelkabine etwas über 1,50 m. Die Heckklappe lässt sich aushängen und nach unten klappen.

    © Markus Pahlke/dlz agrarmagazin
  • Der 2,4-l-Dieselmotor des Mitsubishi L 200 liefert wahlweise 154 oder 181 PS. Die höhere Leistung im Testwagen brachte das Fahrzeug gut voran.

    © Markus Pahlke/dlz agrarmagazin
  • Das Automatikgetriebe haben wir vor allem bei Anhängelasten schätzen gelernt. Unter dem Automatikwählhebel befindet sich der Drehschalter für die Untersetzung

    © Markus Pahlke/dlz agrarmagazin
  • Das Armaturenbrett und die Mittelkonsole sind aufgeräumt und nicht zu überladen. Die Schaltwippen am Lenkrad sind dagegen eher eine Spielerei.

    © Markus Pahlke/dlz agrarmagazin
  • Der Radkasten (l.) reicht nur teilweise in die Ladefläche. Das vergrößert die Fläche gegenüber dem alten Modell (r.). 3 Länge und Breite des L 200 Baujahr 2004 sind mit den Abmessungen des neuen Modells identisch. Doch der Radkasten ragt deutlich weiter nach hinten.

    © Markus Pahlke/dlz agrarmagazin
  • Starrachse und Blattfedern hinten sind Standard bei Pick-up-Modellen. Der vollwertige Ersatzreifen ist unter der Ladefläche verstaut.

    © Markus Pahlke/dlz agrarmagazin
  • Kritikpunkte: Die Verzurrösen gaben leider schon bei leichtem Zug nach (oben). Hier wünschten wir uns eine professionellere Ausstattung. Mit Kunststoff den Lack schützen ist eine gute Idee, aber dann bitte richtig.

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  • Ein Schutz der Heckscheibe fehlte uns. Ein Heckscheibenschutzgitter ist optional für rund 1.350 Euro erhältlich.

    © Markus Pahlke/dlz agrarmagazin
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