Samstag, 26.05.2012
25 Jahre im Dienste für Tier und Mensch
Berlin - Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) blickt anlässlich seines 25-jähriges Bestehens auf seine Erfolge zurück und berichtet von künftigen Herausforderungen.
BfT-Präsident Dr. Dieter Schillinger präsentierte in Berlin die Erfolge seines Verbandes aus den letzten 25 Jahren.
© Werkbild
Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) vertritt die 23 führenden Hersteller von Tierpharmaka in Deutschland. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens gaben Präsident Dr. Dieter Schillinger und Geschäftsführer Dr. Martin Schneidereit in Berlin eine Pressekonferenz, um über zurückliegende Erfolge und anstehende Aufgaben zu berichten. "Ohne Tiergesundheit gibt es keinen Tierschutz", erklärte Dr. Dieter Schillinger auf der BfT-Tagung am heutigen Freitag in Berlin. Ganz nach dieser Maxime versteht sich der Bundesverband für Tiergesundheit nicht nur als Interessenvertreter der größten deutschen Tierpharmakahersteller, sondern auch als Dienstleister an Tier, Tierhalter und letztlich an der Gesellschaft.
BfT blickt auf seine Erfolge zurück
Der BfT könne im vergangenen Vierteljahrhundert auf eine ganze Reihe
großer Erfolge zurückschauen. So gelte seit dem 25. Mai 2011 mit der
Rinderpest die zweite Infektionskrankheit nach den Pocken als weltweit
ausgerottet.
Aber auch andere Krankheiten bekomme man immer besser in den Griff,
z.B. ist Deutschland seit nunmehr fünf Jahren frei von der
Aujeszkyschen Krankheit, einstige große Tollwutausbrüche werden
wirkungsvoll mit Impfmaßnahmen eingedämmt und dank der Impfpflicht ist
es gelungen, die
Blauzungenkrankheit hierzulande zu stoppen.
Neue Seuchen befinden sich bereits auf dem Vormarsch
Zugleich warnte der BfT-Präsident davor, sich entspannt zurückzulehnen.
Neue Seuchen befinden sich auf dem Vormarsch, vor allem sogenannte
Vektorenkrankheiten (übertragen z.B. durch Mücken oder Zecken), wie die
Afrikanische Schweinepest oder die Pferdeseuche, bedrohen immer mehr
auch Mittel- und Westeuropa. Hier sei vor allem Vorarbeit durch die
tierpharmazeutische Forschung und -industrie vonnöten, um im Ernstfall
schnell reagieren zu können. Auch bei der Blauzungenkrankheit, so
Schillinger, sei noch keine Entwarnung gegeben. Inzwischen sei die
erste Generation Nutztiere ohne Impfschutz herangewachsen, so dass
"schlummernde" Erreger erheblichen Schaden anrichten könnten.
Impfstoffe und Antibiotika gelten als Weiterentwicklung
Eine anlässlich des 25-jährigen BfT-Jubiläums durchgeführte Befragung
unter Tierärzten und Landwirten, welche Errungenschaften der
Tiermedizin die größten Fortschritte gebracht hätten, zeigte, dass
Schweinehalter und -fachtierärzte vor allem die effektiven
Circo-Impfstoffe und wirkungsvollere Antibiotioka gegen
Atemwegserkrankungen begrüßen. Die Rinderhalter richten ihr Augenmerk
vornehmlich auf die Mastitisprophylaxe und -bekämpfung. Vor allem die
Antibiotika ohne Wartezeit sehen sie als wichtige Weiterentwicklung.
Wachstumsmarkt für Tiermedizin ist der Heimtierbereich
BfT-Geschäftsführer Dr. Martin Schneidereit stellte im zweiten Teil der
Presseveranstaltung die Geschäftszahlen 2010 aus dem
Tiergesundheitsmarkt vor. Rund 714 Mio. Euro Umsatz konnte allein in
Deutschland im vergangenen Jahr erzielt werden, das entspricht einem
Wachstum von 3,8%. Auffallend dabei: Während vor knapp 25 Jahren dieser
Markt zu etwa zwei Dritteln dem Nutztierbereich gehörte, haben die
Hobby- und Heimtiere inzwischen nachgezogen. 2010 lag der Anteil beider
Tiergruppen bei nahezu 50%.
NL Neue Landwirtschaft
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