Samstag, 26.05.2012
Künast: 'Weiter-So' in der Tierhaltung geht nicht mehr
Berlin - Die ehemalige Landwirtschaftsminister und Grünen-Fraktionschefin Renate Künast fordert tiefgreifende Veränderungen in der Tierhaltung. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hält dagegen.
Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen.
© Grüne
"Ein Weiter-So ist
nicht länger vertretbar", sagte
Künast der Nachrichtenagentur. "Quälerische Haltungsformen"
müssten endlich gesetzlich verboten werden. Öffentliche Fördergelder
dürfe es nur geben, wenn Mindeststandards für Tier- und Umweltschutz
gewahrt seien. Fleisch zu Dumpingpreisen bedeute, dass artgerechte
Haltung unmöglich sei und Tiere massiv mit Antibiotika versorgt
würden, kritisierte die Grünen-Politikerin.
Künast: Mehr Kontrollen nur Scheinmaßnahmen
Künast warf Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse
Aigner (CSU) vor,
die Systemfragen der Massentierhaltung nicht anzupacken. "Mehr
Kontrollen sind nur Scheinmaßnahmen."
Bei der Grünen Woche, die an diesem Freitag beginnt, stehe die
Agrarpolitik an einer Weggabelung zwischen Industrialisierung und
Qualitätsproduktion, sagte Künast. Sie forderte, Verbraucher besser
über Folgen übermäßigen Fleischkonsums aufzuklären. Die Produktion
dafür belaste das Klima und besetze weltweit immer mehr Anbaufläche.
Aigner: Tierschutz hängt nicht von Betriebsgröße ab
"Der
Tierschutz beginnt beim Tier - egal wie groß oder wie klein der
Betrieb letztendlich auch ist", sagte hingegen Landwirtschaftsministerin Ilse
Aigner gestern im
Bundestag. Untersuchungen zufolge würden in Großbetrieben weniger
Antibiotika verwendet als in mittleren Betrieben.
Aigner kündigte zum wiederholten Mal strengere Regeln für
den Antibiotika-Einsatz an sowie erweiterte Befugnisse für die
Überwachungsbehörden. Zugleich betonte die Ministerin aber die
Verantwortung der Bundesländer: "Die Länder sind zuständig für die
Kontrollen."
Sonnleitner: Landwirte nehmen Antibiotika-Einsatz sehr ernst
dpa/pd
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