Samstag, 26.05.2012
Mortler: "Pauschalverurteilungen unserer Tierhalter sind fehl am Platz"
Berlin - Die CSU-Agrarexpertin Marlene Mortler kritisiert den jüngsten Vorstoß des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Sachen Tierschutz und damit auch ihre Parteifreundin Aigner.
Marlene Mortler, CSU-Agrarexpertin
© Werkbild
"Leider konnte ich nicht ergründen, worauf die angefachte Debatte abzielen soll. Bislang nährt sie vornehmlich eins: Ungerechtfertigte Pauschalverurteilungen", schreibt die mittelfränkische Bezirks- und stellvertretende bayerische Landesbäuerin Mortler in einer Pressemitteilung. Sie argumentiert: "Die Pauschalverurteilungen treffen alle Tierhalter, auch unsere bayerischen Betriebe."
Wichtig sei klar zu definieren, was unter Massentierhaltung zu verstehen sei. "Solange dies nicht öffentlichkeitswirksam geschieht, erweisen wir uns mit der Diskussion einen Bärendienst." Wenn in der Öffentlichkeit zuweilen bereits 180 Schweine als Massentierhaltung gewertet würden, zeige sich wie groß der Aufklärungsbedarf sei.
Intensiver Austausch mit der Bevölkerung notwendig
Mortler: "Wir sprechen von Nutztierhaltung, die den Menschen ihre
gesunde Ernährung und den Bauernfamilien ihr Auskommen sichern soll,
nicht über Kuscheltierhaltung." Die Agrarexpertin betonte, sie kenne
keinen Bauern, der nicht in aufrechter Sorge um das Wohlbefinden seiner
Tiere sei: "In der Praxis ist es doch vielfach so: Erst die Tiere, dann
die Familie."
Mortler sagte: "Wir brauchen einen wissenschaftlich begleiteten
intensiven gesellschaftlichen Austausch zwischen Berufsstand,
Interessengruppen und Bevölkerung zur Rolle der Landwirtschaft in
Deutschland. Dabei muss es auch darum gehen, sich darüber klar zu
werden, welche Funktionen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft
bei der Bewältigung künftiger Herausforderungen zukommen." (pd)
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