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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Landtechnik » Spezielles » Tischgespräch Krone ]
Samstag, 26.05.2012
Spezielles | 19.08.2011 Redaktion Agrartechnik

Tischgespräch mit Dr. Bernard Krone

Spelle - Unter den beiden Eigenschaften Fleiß und Ehrlichkeit, gepaart mit Freundlichkeit lässt sich laut Dr. Bernard Krone alles subsummieren, was für ein erfolgreiches Unternehmerleben notwendig ist.
Dr. Bernard Krone ist nach Max Eyth – also nach 105 Jahren Abstand – erst der zweite Landtechniker, dem der VDI die höchste Auszeichnung, die Grashof-Denkmünze, verliehen hat.
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Dr. Bernard Krone ist nach Max Eyth – also nach 105 Jahren Abstand – erst der zweite Landtechniker, dem der VDI die höchste Auszeichnung, die Grashof-Denkmünze, verliehen hat.
Und dass der mittlerweile 71jährige Dr. Bernard Krone der Prototyp eines erfolgreichen Unternehmers ist, dürfte unstrittig sein. Dies zeigt nicht zuletzt die vor kurzem erfolgte Verleihung der obersten Auszeichnung des Vereins Deutscher Ingenieure VDI an ihn: die Grashof-Denkmünze. Der letzte Landtechniker, dem diese Ehre wiederfahren ist, war Max Eyth, der Begründer der Deutschen Landwirtschafts Gesellschaft DLG. Es hat somit 105 Jahre gedauert, bis der Ingenieursverein diese alle zwei Jahre verliehene Denkmünze wieder einem Landtechnik-Ingenieur zugesprochen hat – entsprechend geehrt fühlte sich Dr. Krone auch. Dies war jedem seiner Dankesworte zu entnehmen, die er anlässlich der Festveranstaltung in einem ebenfalls nicht alltäglichen Rahmen im Emsland Moormuseum an die geladenen Gäste richtete.

Außerordentlich geprägt vom Vater

Das Büro von Dr. Krone dominiert ein Ölbild – von seinem Schreibtisch aus blickt er frontal auf seinen Vater Bernard Krone, den Zweiten, von dem er sagt, dass er ihn außerordentlich geprägt habe: "Mein Vater war schon ein außergewöhnlich kluger Mann. Er hat immer zum Besten gegeben, dass er noch Hufschmied wäre wie sein Vater, wenn er lieber mit den Händen als mit dem Kopf arbeiten würde." Wobei die Krones nicht nur Hufschmiede, sondern auch Gastronome waren. Seine ersten zwölf Lebensjahre hat die ganze Familie auch noch in der Gastwirtschaft gewohnt. Es ist also wiederum kein Zufall, dass vis-a-vis des heutigen Landmaschinen-Fachhandelsbetriebes, das Hotel Krone mit angeschlossenem Bankettraum und sehr guter Gastronomie zu finden ist.
 
Wobei Bernard der Zweite und Bernard der Dritte als Alphamännchen seinerzeit durchaus ihre Probleme miteinander hatten: "Nachdem ich mit 16 die Schule mit Mittlere Reife abgeschlossen hatte, machte ich zunächst ein Praktikum bei Niemeyer in Riesenbeck in deren Gießerei. Anschließend bei Claas eine Lehre in Verbindung mit dem Besuch der Metallberufsschule in Warendorf. Nur dank der Unterstützung des Onkels von Helmut Claas bekam ich als junger Bursche einen Platz auf der Ingenieurschule in Köln, obwohl viele Kriegsheimkehrer ins Studium drängten. So bin ich mit gerade einmal 22 Jahren im Sommer 1962 mit abgeschlossenem Studium und großer Klappe nach Hause gekommen, wie mein Vater zu sagen pflegte."

Auslandsaufenthalt in Dublin

Um Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen – "stoß Dir die Hörner wo anders ab" – schickte er seinen Sohn zunächst nach England und dann zum Importeur Farmhand nach Irland. Die seinerzeit mit Denis Scrivener begründete Partnerschaft hat immer noch Bestand als Importeur von Amazone, Alö, Krone und andere. "Man könnte ein ganzes Buch schreiben über unsere Anfangsjahre, wie wir die Miststreuer mit dem Ford-Pkw aus dem Hafen gezogen haben, oder gleich zu Beginn direkt neben der englischen Botschaft in Dublin ein Büro mieteten. Wenn man ganz ehrlich ist, dann lebten wir eigentlich von dem Austausch der gebrochenen Gussräder an den Streuern. Im Nachhinein kamen wir gemeinsam zu dem Resümee, dass wir weit über unsere Verhältnisse, aber dennoch nicht standesgemäß gelebt haben," erzählt Dr. Krone, wobei sein Gesicht ein lausbübisches Grinsen überzieht.
 
Dass er trotz dieses glorreichen Aufenthalts bereits im Sommer 1963 wieder nach Spelle zurückkam, lag an der Intervention seiner Mutter. "Seinerzeit besuchten uns meine Eltern in Dublin. Dabei nahm mich meine Mutter kurz zur Seite und bat mich doch nach Hause zu kommen, weil meinem Vater alles zu viel wurde und er nur ständig alle Leute vergraule. Dank der Aufgabenteilung – er selbst hat sich um den Handel gekümmert, mir übergab er die Verantwortung über die Maschinenfabrik und mein Vetter Heinz wurde der Finanzfachmann – funktionierte es anschließend weitgehend reibungslos. Was man in diesem Zusammenhang vielleicht noch wissen muss ist, dass mein Vater und mein Großvater Bronchial-Asthmatiker waren. Leider starb mein Vater infolge dessen auch viel zu früh."

Mitarbeiter haben sehr hohe Verweildauer

Dr. Krone, der nach wie vor als Vize-Präsident im VDA, also im Verband der Automobilindustrie fungiert, war damals gerade einmal 29 Jahre. Die darauf folgende Zeitperiode sei äußerst schwierig gewesen, zum einen musste die Erbschaftssteuer bezahlt werden, zum anderen waren diese Jahre generell von Überbeständen bei Industrie und Fachhandel geprägt. Viele Landmaschinen-Hersteller wären damals ins Trudeln gekommen und nicht wenige davon hätten sich nicht mehr abfangen können und zerschellten. "Wenn wir nicht immer so loyale, engagierte und gute Mitarbeiter und Kunden gehabt hätten, würde es uns vielleicht heute auch nicht mehr geben," sinniert Dr. Krone entspannt im Bürosessel zurück gelehnt.
 
"Ich bin mehr als stolz darauf, dass unsere Mitarbeiter eine sehr hohe Verweildauer haben – bei nicht wenigen kann man sagen, einmal Krone, immer Krone. Es gibt ja das Sprichwort, "wie man in den Wald hineinruft, so schallt es daraus zurück". Dass es mir immer wichtig war, dass sich unsere Mitarbeiter wohl fühlen, hat sich definitiv ausgezahlt. Und dazu, dass sie sich wohlfühlen gehört, dass man ihnen uneingeschränktes Vertrauen schenkt. Natürlich geht ohne Geld nichts, aber Geld ist eben nicht alles.“ In der Retroperspektive zeige sich außerdem, dass es goldrichtig war, dass man sich im Hause Krone noch zu Lebzeiten des Vaters bereits mit Diversifizierungsgedanken getragen habe. Das 1971 in Werlte gestartete, heutige Lkw-Anhänger- Werk ist das Ergebnis davon.

Klare Lebensgrundsätze

Wenn er heute auf sein Unternehmerleben zurückblicke, dann hätten sich ein paar menschliche Züge als Erfolgsgaranten herauskristallisiert. Dass er gut auf Menschen zugehen und loben könne, sei ihm angeboren, betont Dr. Krone. Für ihn gelte, ein Mann, ein Wort, auch wenn es ihn schon viel Geld gekostet habe. Wenn ein Kunde ein Anliegen hat, müsse er noch am gleichen Tag eine Reaktion bekommen – und sei es nur, dass sich dieser oder jener Kollege zeitnah bei ihm melde. Nicht unerwähnt bleiben darf der ausgeprägte Ordnungssinn.
 
Jedem, der schon einmal mit Dr. Krone einen Werksrundgang gemacht hat, wird aufgefallen sein, dass er alles bemerkt, was nicht so ist, wie es sein soll und dies auch sofort bei den Mitarbeitern anspricht – von denen er im Übrigen viele beim Namen kennt. "Management by walk around" nennt er dies gerne. Und wenn tatsächlich eine Zigarettenkippe auf dem Boden herumliegt, dann ist er sich nicht zu fein dazu, sie selbst aufzuheben – das perfekt gelebte Vorbild, wie im Übrigen in allen anderen beruflichen Dingen auch. "Ich habe mich zwar vom Unternehmen nie völlig vereinnahmen lassen – ins Büro komme ich nur in Ausnahmefällen vor neun Uhr. Das Büro verlasse ich aber sogar noch heute erst, wenn alles abgearbeitet ist. Wobei ich mich damit auch leichter tue als die einzelnen Mitarbeiter, schließlich muss ich ja nur delegieren. Mit meinen Prinzipien habe ich vielleicht anderen Stress gemacht, ich selbst konnte jedenfalls jederzeit gut loslassen."

Schwimmen und jagen als Ausgleich

Eine Empfehlung wolle er gerne an die Kollegen weitergeben: "Ich habe versucht, nie Probleme oder Sorgen mit Mitarbeitern oder generell im Geschäft zu Hause auszuschütten. Dass Unternehmer häufig keine Nachfolge aus der eigenen Familie zustande bekommen, hat doch damit zu tun, dass die Frau und die Kinder nicht so schnell vergessen, wie man es selbst im beruflichen Alltag tut. Deshalb sollte sich jeder angewöhnen, nie schlecht über Mitarbeiter oder Kunden zu sprechen." Für die körperliche Fitness ist ihm das morgendliche Schwimmen heilig. Schwimmen sei im Übrigen nicht nur für große und gewichtige Menschen der gesündeste, weil gelenkschonenste Sport. Und der große Vorteil seiner Jagdleidenschaft wäre, dass man für die Ausübung viel an der frischen Luft sein müsse. Das Wichtigste, was man hingegen seinen Kindern mitgeben könne, sei neben einer vernünftigen Ausbildung die Wertewelt – "ich bin katholisch erzogen und bete regelmäßig, bin allerdings kein Kirchgänger". Bei seinen zwei Töchtern und dem Sohn glaubt er, diesbezüglich das Meiste richtig gemacht zu haben. Als im Sternzeichen Stier Geborener – "ich finde mich da schon wieder" – sieht er sich abschließend als sehr fröhlichen Menschen und als kleines Schlitzohr, das seinen Vorteil schon zu nutzen weiß.
 
Das Interview mit Dr. Bernard Krone ist in der aktuellen Ausgabe der AGRARTECHNIK erschienen.
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Dieter Dänzer
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Keywords Agrartechnik | Dr. Bernard Krone | Grashof-Denkmünze | Landmaschinen-Fachhandel | Landtechnik-Ingenieur | Landtechniker | Lebensgrundsätze | Maschinenfabrik Krone | Max-Eyth | Mitarbeiter | Spelle | Unternehmer | Unternehmerleben | dieter Dänzer
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