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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Rind » Haltung und Mast » Top Vererber Fleckvieh August 2010 ]
Samstag, 11.02.2012
Haltung und Mast | 30.08.2010

Waterberg- und Weinold-Söhne lassen aufhorchen

München - Bei der aktuellen Zuchtwertschätzung vom August 2010 hat sich im vorderen Bereich der Liste nicht viel getan, erst auf den weiteren Plätzen ist etwas Bewegung in die Platzierung der Fleckvieh-Bullen gekommen.

Wagut
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Wagut
Hauptverantwortlich dafür sind die Ergebnisse der ersten Waterberg- und Weinold-Söhne, die derzeit in den Listen auftauchen. Waterberg ist dabei seinem Konkurrenten Weinold eine Naselänge voraus: Unter den Top 50 der Liste, und das heißt in diesem Fall mit einem GZW von über 126, haben sich diesmal fünf neue Waterberg-Söhne platziert.


Mit dabei der wohl interessanteste Neueinsteiger auf Rang acht, der Bulle Wagut von der Rinderunion Baden-Württemberg. Wagut stammt aus einer Magut-Tochter und wurde in Mittelfranken gezüchtet. Seine gut mittelrahmigen Töchter zeigen eine hohe Leistungsveranlagung (+1221 kg Milch) bei sehr günstigem Fett-Eiweiß-Verhältnis. Die Melkbarkeit ist deutlich positiv, allerdings kann er in der Zellzahl seinen Vater nicht ganz verleugnen (ZW 91). Hervorragend bei diesem Bullen ist auch der Fleischwert mit 123.

Weitere Weinold-Söhne konnten sich sehr gut platzieren

Aber auch Wapold (RBW), Westgote (Bayern-Genetik) sowie Watnox und Wapuls von der Station Neustadt/Aisch sind glänzende neue Alternativen im Fleckviehbereich: milchstarke Zweinutzungstypen mit guter Melkbarkeit und guten Fitnesswerten. Nachdem in der April-Liste mit dem Bullen Wilhelm der erste Weinold-Sohn auf Anhieb sehr weit vorne zu finden war, haben sich diesmal zwei weitere Weinold-Söhne sehr gut platziert.

Auch perfekte Allroundvererber weisen Wermutstropfen auf

Mit einem GZW von 131 ist der aus einer Romen-Tochter stammende Bulle Wyoming von der Station Bayern-Genetik ein hochinteressanter Bulle im perfekten Allroundvererber-Typ. Gut mittelrahmige Töchter mit auffallend trocken gelagerten Sprunggelenken und einem sehr hohen Euterboden, der umso mehr beeindruckt, wenn man seine aktuelle 100-Tage-Leistung von nahezu 2600 kg Milch in Betracht zieht. Trotz der hohen Leistung zeigt der Bulle einen überragenden Fettgehalt, der mit ZW +0,67 dem einen oder anderen Züchter vielleicht schon zu hoch erscheinen mag. Wermutstropfen bei diesem Bullen ist eine Tendenz zu schwereren Geburten.

Weintor: exzellenter Eutervererber, aber weniger Muskelmasse

Ebenfalls mit GZW 131 folgt ein weiterer Weinold-Sohn: Weintor aus der Kombination Weinold x Romel(A) kann mit einer exzellenten Eutervererbung aufwarten, bei etwas mehr Rahmen zeigen sich die Töchter aber etwas weniger bemuskelt und auch im Fundament kann das etwas steilere Sprunggelenk nicht immer ganz befriedigen. Auch bei Weintor lassen 2591 kg Milch in der 100-Tage-Leistung und eine Persistenz von 116 hohe Leistungen erwarten.

Vanstein: über 100.000 Kälber allein in Bayern

Unter den Top 10 hat Wagut den Bullen Mandela, der aufgrund einer hohen Zahl von Töchtern aus dem Zweiteinsatz der leichten Zuchtwertanstieg vom April dieses Mal wieder abgeben musste, aus den Rängen gedrängt, die anderen Bullen haben lediglich einige Plätze getauscht: Vanstein hat Wal als Listenführer abgelöst. Eine große Anzahl von Töchtern aus dem zweiten Besamungseinsatz haben seinen Zuchtwert in der Nutzungsdauer um 9 Punkte auf 120 ansteigen lassen, was ihm drei Punkte im GZW bescherte. Der Bulle selbst erfreut sich bester Konstitution – über 100.000 geborene Kälber allein in Bayern beweisen sowohl seine Gesundheit als auch seine Beliebtheit.

Wilhelm rutscht stark ab

Wal, Rureif, Rumgo, Ricki und Mercator liegen mit nahezu unveränderten Werten auf den weiteren Plätzen und konnten weitgehend auch der Abschreibung von -0,8 Punkten im GZW trotzen. Auch Wiggal, der bei der April-Schätzung auf Platz 9 neu eingestiegen ist, kann diese Position halten. Zu den Verlierern der Schätzung im vorderen Bereich zählt GS Wilhelm, der Weinold-Sohn der Station Gleisdorf, Steiermark, der mit -8 Punkten im GZW doch einen herben Verlust eingefahren hat und so von Rang 10 auf Rang 47 abrutscht.

Mertin macht großen Satz nach vorne

Der bekannte Malefiz-Sohn Manitoba von der Station Bayern-Genetik kann mit den ersten 900 Töchtern aus dem zweiten Besamungseinsatz die Vorgaben aus dem Prüfeinsatz nicht halten und verliert im Milchwert 5 Punkte, was ihm im GZW ein Minus von 3 Punkten beschert. Er liegt aber noch immer auf einem GZW von 131. Einen merklichen Satz nach oben macht der Merkur-Sohn Mertin der Station Neustadt/Aisch. Der Bulle wurde im Landkreis Traunstein aus einer Rochen-Tochter gezogen und kann sich mit einem Anstieg von +4 im GZW nahe an die Top 10 heranschieben. Seine Exterieurvererbung ist tadellos, lediglich in der Eutervererbung wurden etwas deutlicher gespreizte Zitzen beobachtet. Die sonst gute Ausprägung der Euter beschert ihm dennoch einen Euterzuchtwert von 105.

Söhne von Weinold, Waterberg und Sampras könnten für frischen Wind sorgen

Weinold und Waterberg werden sicher auch bei der Schätzung, die heuer erstmals im Anfang Dezember veröffentlich wird, nochmal mit neuen Söhnen für frischen Wind in den Listen sorgen. Sehr positiv in Szene setzen können sich vielleicht auf einige Söhne von Sampras, was gerade im Hinblick auf die Linienvielfalt sehr erfreulich wäre. In der Gezielten Paarung wurden in Bayern bereits mit Sambucco und Sampro bereits zwei Sampras-Söhne ausgewählt, mit Samland und Salamander steht zwei weitere sehr hoffnungsvolle Vertreter in den Startlöchern.
Hubert Anzenberger ITZ Grub

  • Download: Zur vollständigen und aktuellen Zuchtwertschätzliste der Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern (LfL) gelangen Sie, wenn Sie hier draufklicken.
  • Download: Hintergrundinformationen über Verbreitung, Herkunft, Rassekennzeichen des Fleckviehs erfahren Sie, wenn Sie auf die folgenden Seiten klicken hier mehr...
  • Podcast: 'Zukunft liegt bei genomischer Zuchtwertschätzung'
    Der Leiter der Arbeitsgruppe Zuchtwertschätzung Milch der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Dr. Reiner Emmerling erklärt, wie die Top-Vererber bei Braun- und Fleckvieh ermittelt werden, welchen Nutzen der Landwirt davon hat und in welche Richtung die Forschung in Zukunft geht. hier mehr...
     

 

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