Samstag, 26.05.2012
Verbände begrüßen Preisanstieg für Trinkmilch
Berlin/Freising - Die gestiegenen Abgabepreise der Molkereien sind ein positives Signal. Nach Ansicht des Deutschen Bauernverbands besteht der Trend zur Preisverbesserung.
Die großen Handelsunternehmen haben wieder kräftig an der Preisschraube für Milch und Milcherzeugnisse gedreht - sehr zum Leidwesen der Milcherzeuger.
© NiDerLander / Fotolia
DBV: Trend zur Preisverbesserung besteht
Die neuen Vertragsabschlüsse für Trinkmilch zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel führen zu einem Preisanstieg. Die Verhandlungen mit dem Discounter Aldi sind mit einem Plus von vier Cent beendet worden. Von den guten Marktbedingungen und der verbesserten Nachfrage im In- und Ausland betrachtet hätte der Preisanstieg sogar höher ausfallen können. "Die jetzt gestiegenen Molkereiabgabepreise für Trinkmilch sind ein positives Signal für die weitere Entwicklung der Erzeugerpreise für unsere Milchbauern. Wir erwarten von den Molkereien jetzt ein deutliches Nachziehen in den Milcherzeugerpreisen", erklärte der Generalsekretär des Deutsche Bauernverbands (DBV), Dr. Helmut Born.
Für die Milchbauern blieben trotz des positiven Vertragsabschlusses wegen der gestiegenen Betriebsmittelkosten jedoch kaum Spielräume. Zudem seien die Verluste aus der letzten Milchpreiskrise von vor zwei Jahren bisher noch nicht ausgeglichen worden.
Da die Abgabepreise für Trinkmilch turnusgemäß alle sechs Monate verhandelt werden, haben die Ergebnisse entsprechendes Gewicht. Nach wie vor besteht nach Ansicht des
DBV der Trend zur Preisverbesserung.
BDM: Vier Cent sind unzureichend
Nach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter
BDM e.V. sind die positiven Preisanhebungen ein weiterer Beleg für die unzureichende Marktstellung der Milcherzeuger in der Wertschöpfungskette.
Angesichts der exorbitant gestiegenen Kosten für Betriebsmittel bei den Milcherzeugern sind die um vier Cent höheren Trinkmilchabschlüsse völlig unzureichend. "Damit wird der realen Vollkostenentwicklung auf unseren Betrieben in keiner Weise Rechnung getragen", stellt
BDM-Vorsitzender Romuald
Schaber klar. Die Preissteigerungen für Betriebsmittel wie Energie mit einem Plus von 20 Prozent oder Futtermittel mit plus 60 Prozent liegen deutlich über dem Plus von acht Prozent für Trinkmilch. "Zieht man außerdem in Betracht, dass es im November 2010 im Trinkmilchsektor aufgrund der schlechten Kontraktabschlüsse eine Nullrunde gab, besteht hier ein großer Aufholbedarf", so
Schaber weiter.
pd
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