Samstag, 26.05.2012
Blitzumfrage: Bestände leiden deutschlandweit unter Trockenheit
Berlin - Eine deutschlandweite Blitzumfrage hat ergeben, dass Bestände aller Kulturen unter der anhaltenden Trockenheit leiden. Besonders heftig zeigen sich die Auswirkungen auf leichten Böden.
Nachtfröste und Trockenheit führen beim Raps dazu, dass die Pflanzen nach Blühbeginn die Knospen abwerfen.
© Mühlhausen/landpixel
Die Getreidebestände leiden zunehmend unter der anhaltenden
Trockenheit. Selbst die für die nächsten Tage angekündigten
Niederschläge werden Ertragsverluste in einigen besonders betroffenen
Regionen nicht mehr verhindern können. Zu dieser Einschätzung kommt der
Deutsche Bauernverband nach einer Blitzumfrage unter Mitgliedern.
Damit müssen nach den bereits deutlich verringerten Ernteerwartungen
beim Raps nun auch die Hoffnungen auf eine gute
Getreideernte reduziert
werden.
Erste greifbare Auswirkungen der sommerlichen Witterung würden nun immer
deutlicher in Erscheinung treten.
Raps
Beim Raps führten Trockenheit und
Nachtfröste dazu, dass die Pflanzen nach Blühbeginn die Knospen
abwerfen. Damit erfolge auch keine Schotenausbildung. Ertragsverluste
seien unvermeidbar. Das bestätigt auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auch dort zeigt der Raps auf nicht
beregneten Standorten stellenweise bereits erschlaffte Pflanzen und
abgeworfene Knospen.
Getreide
Bei Getreide zeigen sich Auswirkungen des Trockenstress unter
anderem an ausgedünnten und aufgehellten Beständen. Die Wasserknappheit
führt dazu, dass
die Pflanzen weniger Ähren ausbilden. Damit fehle auch hier die
Grundlage für den Ertrag. Vor allem Wintergetreide ist von
den fehlenden Niederschlägen der vergangenen Wochen betroffen. Gerste
reduziert mancherorts ihre unteren Blätter.
Grünland
Auch auf den Wiesen seien die Folgen spürbar.
So sei der erste Grünlandschnitt mit massiven Ertragsverlusten
verbunden, teilt der
DBV mit. Der erste Grünlandschnitt stelle für die
Milchviehbetriebe eine wichtige Futtergrundlage für die Wintermonate
dar. Wo die Möglichkeit bestehe, versuchten die Bauern zu beregnen. Doch
nur auf fünf bis sechs Prozent der Ackerfläche in Deutschland ist eine
Beregnung möglich, regional und bei Obst- und Gemüsekulturen ist der
Anteil jedoch höher.
Wein, Obst- und Gemüsebau
In wichtigen Anbaugebieten für Wein haben in der letzten Woche
nächtliche Fröste zu Schäden geführt. Zu dieser Einschätzung kommen
Fachleute aus Rheinhessen, der Pfalz, Württemberg und Franken.
In diesen
Regionen sei auch der Obstbau betroffen. Schäden im Obstbau werden auch
aus dem Rheinland und dem Land Brandenburg gemeldet. Betroffen sind
Äpfel, Birnen, Kirschen und Erdbeeren. In einzelnen Betrieben haben die
Fröste bei den Kulturen zu Totalausfällen geführt.
Im Gemüsebau erwarten
die Experten einen extremen Kostenanstieg infolge der Bewässerung der
Kulturen. Beregnungsanlagen seien derzeit im Obst-, Gemüse-
und Kartoffelanbau intensiv im Einsatz, teilweise aber auch bei
Getreide. In Niedersachsen laufen
Beregnungen in den Landesteilen mit leichten Böden und damit geringer
Wasserspeicherkapazität wie beispielsweise im Raum Uelzen auf
Hochtouren, werden jedoch durch den zum Teil kräftigen Wind zusätzlich
erschwert
Die Kosten der Beregnung sind nach Einschätzung des
DBV mit
250 bis 350 Euro pro Hektar allerdings sehr hoch.
Düngung
Doch
nicht nur der Wasserhaushalt der Kulturen gerät durch den ausbleibenden
Regen unter Druck. Durch die anhaltende Trockenheit kann bereits
ausgebrachter
Dünger nicht ausreichend an die Wurzeln gelangen und von
den Pflanzen aufgenommen werden. Erste Anzeichen von Stickstoffmangel
sind daher in einigen Getreidebeständen bereits sichtbar.
Kommende Wochen entscheidend
Wie sich die anhaltende Trockenheit tatsächlich auf die Erträge in der Landwirtschaft auswirkt, muss sich noch zeigen. Entscheidend wird die Witterung und vor allem die Niederschlagsmenge der kommenden Wochen sein. Einzelne Regenschauer reichen jedoch nicht aus.
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pd/ez
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