Bonn/Offenbach - Der diesjährige November ist mit nur fünf Litern pro Quadratmeter der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Inzwischen macht das Wetter auch den Winterkulturen zu schaffen.
Am ersten Tag des meteorologischen Winters, am Donnerstag, ziehen vom Westen her Regenwolken auf - in weiten Teilen Deutschlands bleibt es dennoch trocken.
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Bereits eingesäte Kulturen wie Winterweizen, -gerste und -raps bräuchten dringend einen lang anhaltenden Landregen, betont der Rheinische Landwirtschafts-Verband. Vor allem in Regenschattengebieten wie in der Voreifel wirke sich die Trockenheit auf die Pflanzen aus. Hier nähmen erste Weizenpflanzen schon eine leicht gelbe Färbung der Trockenheit an.
Der aktuelle Wassermangel habe eine "längere Geschichte", betont der RLV. Die extreme Trockenheit im März und April hat die momentane Lage noch verschlimmert. Denn da es bereits Anfang des Jahres zu trocken war, konnten die Böden ihren Wasservorrat nicht auffüllen.
Auch in den letzten Tagen des Monats ist kein nennenswerter Regen in Sicht, kündigt der Meteorologe Jens Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach an. Zwischenhoch "Belice" sorgt für die Fortsetzung der Mischung aus
Sonnenschein und Nebel bei Temperaturen zwischen fünf und elf Grad
tagsüber und leichtem Frost nachts. Etwas Regen gibt es in der Nacht zum
Mittwoch, wenn eine Kaltfront dem Norden und Nordwesten ein bisschen
Regen bringt, tagsüber fallen vielleicht noch einige Tropfen in der
Mitte Deutschlands. Am Donnerstag, dem ersten Tag des meteorologischen
Winters, ziehen Regenwolken von Westen auf, aber im größten Teil
Deutschlands bleibt es auch dann noch trocken. "Erst im Lauf des
Freitags erreicht eine ernstzunehmende Kaltfront die Alpen", sagte
Hoffmann. Sie bringe Meeresluft aus polaren Breiten nach Deutschland -
mit Niederschlägen, die in den Alpen als Schnee fallen. Ein nachhaltiger
Wintereinbruch sei aber nicht zu erwarten, sagte Meteorologe Hoffmann.
Kein dokumentierter November war trockener
Der diesjährige November ist der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Bisher galt der November aus dem Jahr 1920 als der Trockenste - damals fielen im Durchschnitt
10,2 Liter Regen pro Quadratmeter. Normal sind 67,4 Liter pro Quadratmeter.
Der erste Herbststurm des Jahres habe nur dem Norden etwas Niederschlag gebracht, sagte Hoffmann. Im Schnitt seien aber noch nicht einmal fünf Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, einige Regionen in Nordrhein-Westfalen hätten zwei bis fünf Liter pro Quadratmeter abbekommen.