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[ » ah nachrichten für die Landwirschaft » Pflanze » Allgemeines » Umfrage-Auswertung ]
Samstag, 26.05.2012
Allgemeines | 01.08.2011 Redaktion agrarheute.com

Nasse Witterung lässt Ernte stocken

München - Die anhaltende nasse Witterung lässt in vielen Teilen Deutschlands die Erntearbeiten stocken. Die Ernte der Wintergerste aber ist landesweit so gut wie abgeschlossen.
Vor allem im Juli und Anfang August fielen Rekordniederschläge in Brandenburg. © landpixel.de
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Vor allem im Juli und Anfang August fielen Rekordniederschläge in Brandenburg.
© landpixel.de
Unsere Umfrage auf agrarheute.com zur Gerstenernte ergab ein recht gemischtes Bild über die Ertragssituation. Von den knapp 1.200 Teilnehmern gaben 32,7 Prozent an, ihre Ertragseinbußen liegen zwischen 20 und 30 Prozent. 26,5 Prozent dagegen sprechen auch in diesem Jahr von durchschnittlichen Erträgen und 25 Prozent beklagen Ertragsausfälle von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ertragseinbußen von weniger als 20 Prozent gaben insgesamt 15,8 Prozent der Teilnehmer an.
 
Diskussionsteilnehmer der landlive-community berichten von der nassen Witterung, die die Erntearbeiten bremst: "Hier bei uns in Oberschwaben könnte man 'auf Teufel komm raus' dreschen, wenn das Wetter mal mitspielen würde", schreibt TeBe. Während Agrotronfan aus dem Osnabrücker Land seine Wintergerste fertig gedroschen hat, berichtet Arcus aus Rostock: "Ernte findet bei uns in Mecklenburg-Vorpommern nicht statt. Hier stehen noch die Gerste und der Raps". Ähnlich ist die Situation in Mittelfranken: Die Gerste ist zwar reif, aber es ist kalt und ziemlich nass. Bis auf vereinzelte Schläge ist hier noch nichts gedroschen", schreibt Mitglied Fanta.
 
Zwiewuchs und wenig Stroh
 
Im westlichen Nordrhein-Westfalen dagegen können sich die Landwirte glücklich schätzen: tanteante hat bereits Mittel Juli die Gerstenernte abgeschlossen. "Die Erträge waren auf einem guten Niveau von durchschnittlich 87 Dezitonnen je Hektar (dt/ha). Das Hektolitergewicht lag zwischen 69 und 72". Auch Hussi87 aus Mittelfranken hatte bereits Mitte Juli die Gerste vom Feld: "In einem normalen Jahr erreichen wir Erträge von circa 65 bis 70 dt/ha. Die Erträge die heuer eingefahren werden liegen bei knapp 50 dt/ha. Somit liegt der Ertragsausfall bei uns bei 25 bis 30 Prozent", schreibt Hussi87. Viele Landwirte hatten in diesem Jahr mit Zwiewuchs zu kämpfen. Außerdem gibt es in diesem Jahr deutlich weniger Stroh.

Stark unterdurchschnittliche Weizenernte erwartet

Im vergangenen, sehr nassen Jahr zur Erntezeit hatte der Weizen bekanntlich oftmals nur in Futterqualität eingebracht werden können. Unterdessen bestätigten in der vergangenen Woche Meldungen aus weiteren Bundesländern die allgemeine Erwartung eines bundesweit stark unterdurchschnittlichen Ernteresultats. In Niedersachsen zeichnet sich nach den Prognosen der amtlichen Ernteberichterstattung von Ende Juni ein Aufkommen von lediglich 5,04 Millionen Tonnen an Halmgetreide ab, verglichen mit rund 5,8 Millionen Tonnen im Vorjahr und 6,8 Millionen Tonnen im Jahr 2009. Dem Landvolk Niedersachsen zufolge wurde zuletzt im Jahr 1976 mit 4,4 Millionen Tonnen ein niedrigeres Ergebnis erzielt, als eine ausgeprägte Sommertrockenheit die Erträge dezimierte.
 
Derweil meldete das Statistische Landesamt in Baden-Württemberg, dass im Südwesten gemäß der ersten Vorschätzung mit einer Getreideernte ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix (CCM) von 2,57 Millionen Tonnen gerechnet werden könne; das wären 350.000 Tonnen oder 12 Prozent weniger als 2010 und 18 Prozent weniger als im Mittel der letzten sechs Jahre. Das Thüringer Landesamt für Statistik erwartet ausgehend von der ersten Schätzung der Ernte- und Betriebsberichterstatter für den Freistaat ein Aufkommen von 2,2 Millionen Tonnen Halmgetreide, womit die Druschmengen von 2010 und 2009 um etwa 130.000 Tonnen beziehungsweise rund 520.000 Tonnen verfehlt würden. Der Bayerische Bauernverband (BBV) schätzt die Erzeugung an Halmgetreide im Freistaat auf nur etwas mehr als sechs Millionen Tonnen, verglichen mit 6,2 Millionen Tonnen im Vorjahr und 6,7 Millionen Tonnen im mehrjährigen Mittel.

Hoffen auf warme und trockene Witterung

Wie der BBV am vergangenen Donnerstag berichtete, dürfte die Ernte der landesweit etwa 250.000 Hektar Wintergerste trotz der schwierigen Wetterbedingungen bereits weitgehend abgeschlossen sein. Auch der Raps sei in vielen Gebieten schon eingebracht worden. Bei diesen beiden Kulturen hätten sich die Ernteprognosen mit massiven Ertragsausfällen bestätigt. "Bei der Wintergerste gehen wir im bayerischen Mittel von einem Minus von zehn bis 15 Prozent aus; bei Raps sind es 25 Prozent bis 30 Prozent", erklärte der BBV-Referent für Getreide und Ölsaaten, Matthias Kick . In weiten Teilen Frankens, wo die Frühjahrstrockenheit besonders dramatisch gewesen sei, hätten die Landwirte noch deutlich höhere Verluste von mehr als 50 Prozent bis hin zum Totalausfall verzeichnet. Für die Weizenernte, mit 525.000 Hektar die wichtigste Getreideart in Bayern, bleibe nur zu hoffen, dass die nächsten Tage und Wochen eine konstante Temperatur vom mehr als 25 °C ohne Niederschläge bringen würden, sagte Kick. Dann könnte der Rest der Ernte noch gut nach Hause gebracht werden.

Beregnung als Versicherung

Dem Landvolk Niedersachsen zufolge haben die Landwirte in diesem Bundesland den Getreideanbau zur Ernte 2011 gegenüber dem Vorjahr um fast 60.000 Hektar auf 786.000 Hektar eingeschränkt. Die bislang größte Getreidefläche habe der Landesbetrieb für Statistik in seinen langjährigen Aufzeichnungen im Jahr 1979 mit 1,23 Millionen Hektar registriert, die größte Erntemenge im Jahr 2001 mit 7,4 Millionen Tonnen, berichtete der Landesbauernverband. Als echte Versicherung gelte in diesem Jahr mit der ausgeprägten Frühjahrstrockenheit erneut die Beregnung. In den Landkreisen mit nahezu flächendeckenden Möglichkeiten zur Feldberegnung seien die Ertragseinbußen deutlich moderater ausgefallen als in anderen Regionen. Die Ernte der Wintergerste sei trotz der schwierigen Wetterumstände zu einem großen Teil abgeschlossen, stellte der Landvolkverband fest. Die Erträge lägen hier deutlich unter dem Vorjahresniveau; allerdings falle die Qualität besser aus als zuvor erwartet.

Maisfelder in sehr gutem Zustand

Als Sicherheitsnetz muss laut dem Landvolk Niedersachsen in diesem Jahr der Mais bezeichnet werden. Sein Anbau sei erneut ausgedehnt worden, und zwar um 80.000 Hektar auf gut 615.100 Hektar. Die Futterpflanze habe sich gegenüber den Wetterkapriolen der vergangenen Jahre mit der ausgeprägten Vorsommertrockenheit als äußerst robust bewiesen. Auch in diesem Jahr präsentierten sich die Maisfelder weithin in einem sehr guten Zustand; sie hätten die warmen Wochen im Frühsommer gut genutzt, und der Regen sei für sie noch rechtzeitig gekommen.
 
Die Heu- und Silageernte habe unter der trocken-heißen Witterung im Mai und Juni gelitten, so dass der Silomais auch bei den Milchviehhaltern Futterlücken schließen müsse, erklärte der Landesbauernverband. Die aus Südamerika kommende, hierzulande eingebürgerte Pflanze zeichne sich durch hohe Erträge bei geringem Aufwand, insbesondere einem unterdurchschnittlichen Pflanzenschutzmitteleinsatz, aus.

Rapserträge im Rheinland durchaus zufriedenstellend

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) meldete am vergangenen Mittwoch, dass zwar die Wintergerste fast komplett gedroschen sei, der Winterweizen aber weiter auf den Mähdrescher warte. Nur wenige Weizenfelder seien bereits gedroschen. Regenschauer hätten die Ernte fast überall wieder unterbrochen, weil die Bauern das Getreide trocken einbringen wollten. Da die Verdunstung bei dem zur Zeit nassen und kühlen Wetter sehr gering sei, bedürfe es jetzt einiger trockener und heißer Tage, damit der Weizen weiter abreife und geerntet werden könne, erläuterte der RLV. Weiter fortgeschritten war nach seinen Angaben der Rapsdrusch. Etwa 30 Prozent der Bestände seien hier im Rheinland geerntet; die Erträge seien durchaus zufriedenstellend, wobei aber sehr große regionale Unterschiede zu beobachten seien. Um die jetzt zum Teil überreifen Bestände zügig ernten zu können, warteten auch die Rapsbauern auf warmes und trockenes Wetter. Im Rheinland - Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln - sind dem RLV zufolge in diesem Jahr auf 29 240 ha Wintergerste und auf 105.715 Hektar Winterweizen angebaut worden. Zusammen mit Roggen und Sommergetreide wurde auf rund 153.800 Hektar Getreide ausgesät. Die Rapsfläche wird auf knapp 18.100 Hektar veranschlagt.    

Praxisbeispiel: Landwirtschaft in Lettland

AgE
Fachbeitrag zum Thema:
Redaktion DLZ Wann die Fläche wirklich frei wird Management
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