Berlin - Guttenberg oder Googleberg? Darüber debattiert die landlive-Community seit Wochen. agrarheute.com hat nachgefragt und wollte wissen, wie Sie zu Guttenbergs Rücktritt bewerten.
Die Meinunge zu Karl-Theodor zu Guttenbergs Rücktritt als Verteidigungsminister gehen weit auseinander.
© net stalker/fotolia
"Was halten Sie vom Rücktritt zu Guttenbergs?" Das wollten wir in den vergangenen zwei Tagen von Ihnen wissen. Wenig - das hat die Auswertung unserer agrarheute.com-Umfrage ergeben.
68 Prozent der Teilnehmer (473 Stimmen) halten den Schritt für überflüssig, da der Doktortitel für zu Guttenbergs Amt als Verteidigungsminister keine Rolle gespielt habe.
Insgesamt 32 Prozent befürworten Karl-Theodor zu Guttenbergs Rücktritt. Allerdings gehen die Gründe dafür auseinander: 28 Prozent (193 Stimen) sehen die Vorbildfunktion, die ein Politiker zu erfüllen hat, mit einem gefälschten Doktortitel beschädigt. Vier Prozent befürworten zu Guttenbergs Rücktritt mit der Begründung, dass sein Bleiben der Bundeswehr geschadet hätte.
Auf landlive hingegen hält ein Großteil der User die Entscheidung Karl-Theodors zu Guttenbergs, zurückzutreten, für richtig.
Ein Plagiatsvorwurf darf nicht zum Kavalierselikt heruntergespielt werden, finde HorstHuber: "Guttenberg hat mit klaren Betrugsabsichten eine Dissertation zur
Bewertung abgegeben (und mit dem Wissen das die Profs ihm Vertrauen).
Die Klärung dieses Vorgangs wird erreicht sein, wenn die Gerichte
(Verwendung fremden geistigen Eigentums, in Anspruchnahme von
Institution des Deutschen Bundestages für persönliche Zwecke) diesen
Fall bewerteten. Deshalb war der Rücktritt keine Folge einer angeblichen
Hetze sondern er war zwingend ob der Schuld notwendig.
Dass soviele trotzdem zu zu Guttenberg halten, spiegelt die
gesellschaftliche Akzeptanz für Betrüger in der Elite wieder und das Schlimme daran, es entzieht gleichzeitig der restlichen Elite
(anständige Wissenschaftler) des letzten Jahrzehnts das Vertrauen. ... Da darf man schon die Frage stellen welche Werte sind überhaupt noch
gefragt wenn ein Betrüger als Opfer dargestellt wird."
fafner kritisiert die regelmäßigen Verweise auf Verfehlungen anderer Parteien: "Ich verstehe auch dieses ganze Gejammer nicht, was bei den Linken schon
so alles durchgegangen sei. Wenn man Verantwortung oder Aufrichtigkeit
nicht nur als leere Worthülsen vor sich hertragen will, dann muß man mit
der politischen Hygiene eben bei sich selbst ansetzen. Vor allem die
CSU hat da noch Erkenntnisbedarf."
Anders als HorstHuber wertet Notill zu Guttenbergs Rücktritt sehr wohl als Ergebnis einer Hetzjagd: "Wenn eine Bürokraft wegen eines Verkehrsverstoßes den Führerschein
verliert, muss sie dann den Schreibtisch Räumen?
Nein, das Verkehrsrecht ahndet den Verstoß im Verkehr, und der Beruf ist
nicht betroffen weil sie den Führerschein nicht braucht.
Ebenso war es hier, das Strafrecht regelt das, nur die Presse hat sich
vor den Wagen der anderen Parteien spannen lassen, und so viel Druck
ausgeübt, das er aufgeben mußte."
Mit der Debatte des Status Quo gibt man sich auf landlive.de nicht
zufrieden. Einige stellen sich die Frage nach einer zweiten Chance. Geht
es nach den landlive-Usern, wird dafür noch ein wenig Zeit verstreichen
müssen. INTI empfiehlt dem Ex-Minister, vorerst in sich zu gehen: "In
meinen Augen muß man erst mal echte Reue zeigen und nicht meinen,
man hab sich ja zu Fehlern bekannt und mit seiner Entschuldigung würde
man ein leuchtendes Vorbild geben... Sich also schon wieder moralisch
über andere erheben wollen...
Also vor der zweiten Chance fehlt mir die Reue!!!" HorstHuber findet,
dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat: "Doch hierzu muss man
sich erst einmal wieder mehr
Glaubwürdigkeit mühsam erarbeiten, denn diese hat Guttenberg absolut
verloren."