Samstag, 26.05.2012
Unkrautbekämpfung der aktuellen Situation anpassen
Hannover - Bei der Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben muss genau auf die aktuelle Situation geachtet werden. Wichtig ist auch ein Wirkstoffwechsel auf dem Schlag.
Die Wirkung von Herbiziden ist stark von Umwelteinflüssen wie Temperatur und Bodenfeuchte abhängig.
© landpixel.de
Während der Saison muss auf die wechselnden Witterungseinflüsse flexibel reagiert werden, da dies für den Erfolg der Bekämpfung wichtig ist. Durch den späten Reihenschluss der Zuckerrübe ist eine nachhaltige
Unkrautbekämpfung in der konkurrenzschwachen Kultur eine der wichtigsten
Pflanzenschutzmaßnahmen.
Dazu kommen Wirkungsunsicherheiten der Herbizide, zum Beispiel bei der Bekämpfung des Weißen Gensefußes. Resistenzen gegenüber Metamitron sind in Belgien bereits seit zwei Jahren bekannt und auch in Deutschland wurden inzwischen erste resistente Stämme nachgewiesen. Um Resistenzen zu vermeiden ist es wichtig hohe Wirkungsgrade zu erzielen und auf einen Wirkstoffwechsel - auch innerhalb der Fruchtfolge - zu achten.
Wirkung stark von Umwelteinflüssen abhängig
Für den Herbizideinsatz in
Zuckerrüben stehen eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung, die sich jedoch aus wenigen Wirkstoffen und Wirkstoffkombinationen zusammensetzen. Der Erfolg der Unkrautbekämpfung hängt dabei nicht allein von der Wahl des Wirkstoffes ab, sondern auch von Umwelteinflüssen wie Temperatur, Niederschläge und Bodenfeuchte.
Besonders bodenaktive Wirkstoffe wirken bei geringer Bodenfeuchte schwach. Zu späte Applikation, geringe Aufwandmengen oder ein sehr später Reihenschluss führten in den letzten Jahren immer wieder zu Wirkungsproblemen. Die Folge kann eine besondere Selektion auf Ausfallraps, Knötericharten, Weißer Gänsefuß oder Bingelkraus sein, die in der Bekämpfung zunehmend problematischer werden. Neue Präparate stehen voraussichtlich erst ab 2012 zur Verfügung.
Unterschiedliche Strategien je nach Bodenverhältnissen
Trockene Bodenbedingungen erfordern den Einsatz von blattaktiven Produkten im NAK1 (Nachauflaufverfahren im Keimblattstadium).
Unter feuchten Bodenverhältnissen bietet sich für die Bekämpfung von Ausfallraps, Gänsefuß und Amarant eine Anwendung im Vorauflauf mit den bodenherbiziden Wirkstoff Metamitron an, um die erste Unkrautwelle sicher zu kontrollieren.
Steht in erster Linie die Bekämpfung von Hundspetersilie, Schierling sowie Klettenlabkraut an, kann ein Einsatz mit chloridazonhaltigen Produkten im Vorauflauf sinnvoll sein.
Auf Standorten mit einem gerinen Humusgehalt sowie auf leichten Böden sollte dabei die Aufwandmenge angepasst werden (maximal 1,5 bis 2,0 Liter je Hektar).
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Den vollständigen Artikel von Dr. Bernhard Werner und Friedrich Windheim von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit ausführlichen Informationen zu den verfügbaren Präparaten, deren Wirkstoff, Aufwandmengen und Besonderheiten finden Sie hier. Download...
lwk niedersachsen/pd
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