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[ » ah nachrichten für die Landwirtschaft » Wirtschaft » USDA-Märkte-unter-Druck ]
Dienstag, 18.06.2013
Wirtschaft | 15.05.2012 Redaktion agrarheute.com

Nach USDA-Prognose: Mais und Soja unter Druck

Nach der Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums zur globalen Versorgungsbilanz mit Getreide, Mais und Ölsaaten gab es teils scharfe Preiskorrekturen. Doch auch externe Faktoren spielen eine Rolle.
Für die allermeisten Produkte ging es gestern an den internationalen Terminmärkten bergab.© Michael Grabscheit/pixelio.de
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Für die allermeisten Produkte ging es gestern an den internationalen Terminmärkten bergab.
© Michael Grabscheit/pixelio.de
Das US-Landwirtschaftsministerium USDA publizierte vorigen Donnerstag in seinem monatlichen WASDE-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates) eine erste Prognose der globalen Versorgungsbilanzen bei Getreide allgemein, Weizen und Mais sowie Ölsaaten wie Sojabohnen im kommenden Wirtschaftsjahr 2012/13.
 
Beim Weizen sieht das USDA eine um 17,1 Millionen Tonnen kleinere Ernte als 2011/12 und einen Bestandsabbau bei allerdings anhaltend komfortabler Versorgungslage. Beim Mais sagen die US-Experten einen deutlichen Bestandsaufbau und bei den Ölsaaten einen leichten Aufbau der Endlager voraus, wobei aber bei beiden die Anteile der Endlager am Verbrauch mit deutlich unter 20 Prozent - zumindest der Papierform nach - im bullishen Bereich einer eher knappen Versorgungslage geblieben wären.
  • USDA:  Von Rekordernten und knapp versorgten Märkten ...

Preise für Raps und Soja geben spürbar nach

Dennoch reagierte gerade der Sojakomplex an der CBOT in Chicago darauf mit einer weiteren scharfen Kurskorrektur nach unten und auch die Rapsfutures an der Euronext in Paris gaben spürbar nach.
 
Moderater, aber ebenso nach unten ging es auch für den Mais an beiden Seiten des Atlantiks, während Weizen in Chicago am Freitag leicht verlor und sich der für die Ernte 2012 relevante November-Weizenfutures an der Euronext an seinem ersten Handelstag als Frontmonat am Freitag noch leicht befestigen konnte, am Montag aber auch nachzugeben begann.
 
Der November-Weizenfutures an der Euronext schloss vergangenen Freitag leicht im Plus bei 196,25 Euro pro Tonne, nachdem die Tage zuvor der letzte Liefertermin für die alte Ernte, der Mai 2012, an seinen letzten beiden Handelstagen nach einem wüsten und ungestümen Auf zuerst um 11,50 Euro pro Tonne und danach mit einem Ab um 12,75 Euro pro Tonne sich mit einem Schlusskurs von 215,75 Euro aus dem Handel verabschiedet hatte.
 
Damit blieb die alte Ernte 2011 bis zuletzt höher bewertet als die neue 2012.

Angst vor einer Euro-Krise flammt wieder auf

Für die jüngsten scharfen Preiskorrekturen im Soja- und Ölsaatenkomplex sind vor allem externe Faktoren als Verantwortliche zu suchen, mit Abstrichen auch beim Mais, wo sich zwar die Bestände 2012/13 deutlich aufbauen werden, die Ratio stock to use aber ebenfalls - absolut gesehen - eng bleibt. Dafür müssen nun an den Terminmärkten die wieder aufgeflammte Angst vor einer Euro-Krise im Gefolge der politischen Instabilität Griechenlands, schwache allgemeinwirtschaftliche Daten, vor allem ein Wachstumseinbruch in China, sowie daraus resultierend sinkende Rohölpreise herhalten.
 
JP Morgan: Milliardendebakel bremst Risikobereitschaft von Fonds
 
Dazu kamen bei der größten US-Bank JP Morgan in den letzten Tagen Verluste von zwei Milliarden US-Dollar (1,55 Milliarden Euro). Die Bank musste zugeben, sich in den vergangenen Wochen bei hochriskanten Wetten gegen Hedgefonds mit Kreditausfallsversicherungen verspekuliert zu haben. Der Börsenwert des Unternehmens fiel am Freitag um sage und schreibe15 Milliarden US-Dollar (11,59 Milliarden Euro). Viele Anleger und Hedgefonds meiden nun Risiko und steigen auch aus spekulativen Rohstoffgeschäften aus, worunter auch die Terminbörsen für Agrarrohstoffe leiden.
 
Marktexperten halten der Kritik, Spekulation an den Terminmärkten sei Schuld an der außerordentlichen Volatilität der Preise für Agrarrohstoffe, entgegen, dass es nicht die Warenterminbörsen seien, sondern die "Hinterzimmergeschäfte" diverser Finanzdienstleister mit von den Futuresmärkten abgeleiteten hochspekulativen und riskanten Derivaten. Diese unterlägen im Gegensatz zu den Terminbörsen keinerlei Transparenz- und Handelsregeln. Gerade auch in der Debatte um eine Finanztransaktionssteuer fordert der Markt immer wieder, auch diesen Derivatenhandel Regeln und genauso einer Besteuerung zu unterwerfen wie den Börsenhandel, um nicht einer noch stärkeren Flucht in diese unkontrollierten Hinterzimmergeschäfte mit Intransparenz und nicht nachvollziehbaren Preissprüngen Vorschub zu leisten.
 
Politische Eingriffe verunsichern die Märkte
 
Auch politische Eingriffe von Staaten verunsichern die Märkte: Sei es, dass Markteingriffe von Regierungen wie in Argentinien die Farmer aus der Weizenproduktion drängen und immer wieder provozierte Streiks der Hafenarbeiter die Handelsströme verzögern, oder seien es unverdeckt offene Versuche der Restauration planwirtschaftlicher Verhältnisse wie in der Ukraine. So plane die Regierung in Kiew ein neues Agrarprogramm, das unabhängige Politikbeobachter von einer Rückkehr zur zentralen Planwirtschaft nach Sowjetmuster sprechen lasse. Das ukrainische Landwirtschaftsministerium habe demnach kürzlich einen Entwurf für die Ausrichtung der künftigen Agrarpolitik des Landes veröffentlicht.
 
Das deutsch-ukrainische Institut für ökonomische Forschung und Politikberatung (IER) in Kiew warnt nun davor, die Vorschläge in der jetzigen Form umzusetzen. Die im Programm formulierten Leitlinien wie Ernährungssicherheit, Exportorientierung und Ressourcenschutz seien zwar generell zu begrüßen. Das IER kritisiert jedoch zahlreiche Details. So strebe das Ministerium statt eines Beitrages der ukrainischen Landwirtschaft zur Ernährungssicherheit die Selbstversorgung der Ukraine an. Damit könnte das Land jedoch weder vom internationalen Handel noch von einer Spezialisierung profitieren, betonen die Politikexperten des IER.
 
Außerdem vermissen sie im geplanten Agrarprogramm ein klares Bekenntnis zur Erhöhung der Produktivität. Stattdessen beruht der vorliegende Entwurf auf Fünfjahresplänen, die für jede Region detailliert die Fruchtfolge oder den Umfang der Tierhaltung vorschreiben. Damit würden Strukturen über fünf Jahre konserviert.
 
Schließlich enthält der Plan eine Preisregulierung mit Mindest- und Höchstpreisen. Entwickeln sich die Agrarpreise außerhalb dieses Bandes, sollen Instrumente wie Intervention oder Import- und Exportquoten eingreifen. Als "Rückfall in die zentrale Planwirtschaft der Sowjetära" kritisieren dies die Politikexperten des IER. Sie weisen außerdem darauf hin, dass insbesondere Preisregulierung und Quoten nicht mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO kompatibel seien, der die Ukraine 2008 beigetreten ist.
aiz
Lesen Sie hierzu auch
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  • Ernährung und Gesundheit Agrarproduktion: Steigende Preise, verlangsamtes Wachstum
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