Sonntag, 12.02.2012
Verfütterungsverbot tierischer Nebenerzeugnisse auf dem Prüfstand
Das komplette Verbot der Verfütterung verarbeiteter tierischer Proteine an Nutztiere beginnt zu wackeln. Die EU-Kommission dürfte noch vor der Sommerpause die Aufhebung des Verbots für Schweine, Geflügel und Fische empfehlen. Es soll sich um einen reinen Kreislauf zwischen Nicht-Wiederkäuern handeln, unter Beachtung des Kannibalismusverbots. Die absichtliche Verwendung tierischer Nebenerzeugnisse für Wiederkäuerfutter bliebe nach wie vor ausgeschlossen, ebenso wie die Nutzung von Eiweiß, das aus Rinder-, Schaf- und Ziegenkörpern gewonnen wurde. Allerdings regen die Experten eine Toleranzschwelle für Spuren von verarbeiteten tierischen Proteinen in Nutztierfutter allgemein - also auch für Wiederkäuer - an. Das geht aus einem internen Entwurf hervor, die formelle Annahme des Papiers könnte Mitte Juli erfolgen. Damit käme die Brüsseler Behörde Forderungen aus der Praxis entgegen.
Argumentiert wird in dem Entwurf, dass verarbeitete tierische Proteine von Nicht-Wiederkäuern für Schweine, Geflügel und Fische eine wertvolle Proteinquelle darstellen könnten. Eine TSE-Übertragung zwischen diesen Gruppen sei sehr unwahrscheinlich; insofern sei das gegenwärtige Verbot eine „vergeudete Chance“. Es sei aus ökologischer Sicht wesentlich nachhaltiger, solche Proteine in der Tierernährung als zur Energiegewinnung zu nutzen. Ferner müsse die durch das Verbot entstandene Eiweißlücke durch Futtermittelimporte aus Drittländern gedeckt werden, „insbesondere durch gentechnisch veränderte Sojabohnen“.
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